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Verbraucherschützer warnen: Jedes zweite Anlageprodukt nicht geeignet

Verbraucherschützer warnen  

Jedes zweite Anlageprodukt nicht geeignet

12.12.2013, 15:38 Uhr | dpa-tmn, dpa-AFX, t-online.de, rtr

Verbraucherschützer warnen: Jedes zweite Anlageprodukt nicht geeignet. Banken und Finanzberater bieten Privatanlegern oft viel zu teure Produkte an (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Banken und Finanzberater bieten Privatanlegern oft viel zu teure Produkte an (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auf der Suche nach einer guten Geldanlage sind private Anleger gut beraten, Angebote skeptisch unter die Lupe zu nehmen. Banken und Finanzberater verkaufen ihnen nach Darstellung von Verbraucherschützern häufig ungeeignete Produkte. Nach Einschätzung der Experten entspricht fast jede zweite verkaufte oder angebotene Anlage nicht den Bedürfnissen der jeweiligen Kunden.

Knapp 300 Beratungen bewertet

Das ergab eine Auswertung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) von 298 stichprobenartig ausgewählten Beratungsgesprächen. Bei den geprüften Produkten handelte es sich demnach um Geldanlagen und Altersvorsorgeverträge. Die Verbraucherschützer monierten, die bemängelten Anlagen seien entweder zu teuer, nicht rentabel genug, zu unflexibel oder zu riskant gewesen.

Drei von vier neuen Produkten zu teuer

Bei den verkauften älteren Produkten waren laut vzbv 42 Prozent nicht bedarfsgerecht. In jedem zweiten Fall habe dies an zu hohen Kosten gelegen. Bei den angebotenen neuen Anlagen seien sogar 87 Prozent beanstandet worden. Rund drei von vier der angebotenen Anlagemöglichkeiten sind nach den Angaben mit zu hohen Kosten wie Gebühren verbunden gewesen.

Verbraucher verstehen Angebote nicht

Untersucht wurden Anlagen wie Fonds, Sparpläne und Produkte zur privaten Altersvorsorge. Problematisch sei auch, dass Kunden Anlagen oft nicht durchschauten. "Viele Verbraucher besitzen Produkte, von denen sie nicht wissen, wie sie funktionieren", sagte Niels Nauhauser, Experte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

"Finanzberater sind heute in Wirklichkeit keine Berater, sondern schlicht Verkäufer", erklärte vzbv-Finanzexpertin Dorothea Mohn. Verkäufe auf Provisionsbasis führten zu Interessenskonflikten, die zu Falschberatungen führen könnten. Viele Verbraucher verstünden die teils komplizierten Finanzprodukte nicht und vertrauten darauf, von Banken, Sparkassen und Finanzvertriebsfirmen gut beraten zu sein.

Mehrere Offerten einholen

Wegen der Provisionen haben die Berater auch ein Eigeninteresse. Wie viel Erfolgshonorar fließt, wird dem Kunden jedoch nicht immer eindeutig erklärt. Deshalb kann es besser sein, mehrere Angebote von verschiedenen Beratern einzuholen und diese zu vergleichen.

Verbraucherschützer sehen Gesetzgeber in der Pflicht

Die Verbraucherschützer bauen auf die erwartete große Koalition, um Missstände abzustellen. Unter anderem fordern sie eine Trennung von Beratung und Verkauf, eine bessere Qualifizierung der Berater und eine stärkere staatliche Kontrolle. Gesetzlich verankert werden solle nicht nur die "Geeignetheit der Anlageempfehlung", sondern die "bestmögliche Geeignetheit".

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