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Prokon rudert zurück: "Bitten Sie ausdrücklich um Entschuldigung"

Nach Droh-Schreiben  

Prokon entschuldigt sich bei seinen Anlegern

17.01.2014, 17:40 Uhr | rtr, AFP, t-online.de

Prokon rudert zurück: "Bitten Sie ausdrücklich um Entschuldigung". Zentrale der strauchelnden Windanlagen-Firma Prokon in Itzehoe (Quelle: dpa)

Zentrale der strauchelnden Windanlagen-Firma Prokon in Itzehoe (Quelle: dpa)

Die von Insolvenz bedrohte Windanlagen-Firma Prokon hat sich bei ihren Anlegern für ein Schreiben entschuldigt, mit dem sie diese nach Ansicht von Verbraucherschützern unangemessen unter Druck gesetzt hat. Wegen des Schreibens hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband eine einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen beantragt.

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"Wir bitten Sie ausdrücklich um Entschuldigung, wenn Sie sich durch unser Schreiben vom 10.01.2014 angegriffen oder gar bedroht gefühlt haben sollten", heißt es in dem Text des Geschäftsführenden Gesellschafters Carsten Rodbertus auf der Internet-Seite des Unternehmens. "Tatsächlich können wir in der jetzigen Situation keinerlei Rückzahlungen oder Zinsauszahlungen vornehmen", heißt es weiter. Die Anleger, die immer mehr Geld zurückfordern, gehen somit erst einmal leer aus.

Erklärung von Anlegern gefordert

Prokon investiert in erneuerbare Energien und finanziert sich fast ausschließlich über Genussrechte. Bei mehr als 75.000 Anlegern hat der Windpark-Finanzierer rund 1,4 Milliarden Euro eingesammelt. Bislang zahlte das Unternehmen seinen Geldgebern regelmäßig bis zu acht Prozent Zinsen. Weil viele Investoren ihre Genussrechte gekündigt haben, ist das Unternehmen jedoch in einer Liquiditätsklemme.

Deshalb hatte Prokon bis zum kommenden Montag eine Erklärung gefordert, das Kapital nicht abzuziehen. Andernfalls müsse ein Insolvenzantrag gestellt werden. Gegenwärtig sind 227 Millionen von 1,4 Milliarden Euro Genusskapital gekündigt, weit mehr als die von dem Unternehmen für vertretbar gehaltenen fünf Prozent.

Erneuter Appell an Geldgeber

In seinem Entschuldigungsschreiben appellierte Rodbertus erneut, auf eine Kündigung zu verzichten oder eine bereits ausgesprochene Kündigung zurückzunehmen. Er brauche Zeit, um die Genussrechte und das Unternehmen zu restrukturieren und wieder auf einen zukunftsfähigen Kurs zu bringen. Es sei im Interesse aller Anleger, eine Insolvenz zu verhindern.

Zudem teilte er mit, die gekündigten Genussrechte seien möglicherweise in einem Insolvenzverfahren nicht als fällige Forderungen gegen Prokon zu bewerten. Da auch keine weiteren fälligen Forderungen anderer Gläubiger wie Banken, Lieferanten oder Sozialversicherungen bestünden, läge in diesem Fall keine Insolvenz vor und das Gericht müsste einen Insolvenzantrag ablehnen. Zur Überprüfung dieser Frage seien Rechtsgutachten in Auftrag gegeben worden.

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