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Für Prokon läuft wichtige Frist ab - Insolvenz droht

Drohende Insolvenz  

Für Prokon läuft eine wichtige Frist ab

20.01.2014, 08:55 Uhr | rtr, AFP, dpa-AFX, t-online.de

Für die Geldgeber des Windenergie-Unternehmens Prokon läuft am Montag eine wichtige Frist ab. Unternehmenslenker Carsten Rodbertus hatte am 10. Januar in einem Brief an die Anleger geschrieben, bis zum 20. Januar müssten sich mindestens 95 Prozent der Investoren verpflichten, ihr Geld vorerst nicht aus dem Unternehmen zu ziehen. Andernfalls drohe die Insolvenz. Wegen des einschüchternden Tonfalls beantragte der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine einstweilige Verfügung gegen das Schreiben. Rodbertus ruderte daraufhin zurück und bat die Anleger um Entschuldigung.

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Unternehmen verhalten optimistisch

Einen Tag vor Ablauf der Frist gab es nach Einschätzung des Unternehmens vorsichtige Zeichen der Entspannung. Nachdem zuletzt bekanntgeworden war, dass Anleger 227 Millionen von 1,4 Milliarden Euro an Genusskapital gekündigt haben, sei die Zahl der Kündigungen derzeit rückläufig, sagte Prokon-Kundenberater Michael Pohl vom Standort Itzehoe (Schleswig-Holstein). "Wir gehen von einer Rücknahme der Kündigungen aus."

Eine genaue Zahl könne er aber nicht nennen, sagte Pohl. Der aktuelle Stand sei ihm nicht im Detail bekannt. Auf seiner Internetseite hat Prokon ständig aktualisierte Zahlen von Genussrechtsinhabern veröffentlicht, die sich entschieden hätten, "ihre Genussrechte zu halten, zu erhöhen oder ausgesprochene Kündigungen zurückzunehmen".

Ergebnis am Dienstag erwartet

Bis zum Ende der vom Management gesetzten Frist sicherten die Investoren der Firma aber lediglich knapp 50 Prozent des Genussrechtskapitals zu. Nur etwa 35.000 der insgesamt rund 75.000 Anleger wollen ihr Kapital von knapp 683 Millionen Euro im Unternehmen lassen, wie Prokon am Montag auf seiner Internetseite verkündigte.

Derzeit würden bei Prokon alle Kündigungen und Widerrufe auf ihren Eingang überprüft und einem zeitlichen Stempel zugeordnet, erklärte Pohl. Bis zum Montagabend gegen 22 Uhr werde man wahrscheinlich die Auswertungen voll durchfahren. Mit einer Bekanntgabe des Ergebnisses sei wohl erst am Dienstag zu rechnen.

Ob es tatsächlich in dieser Woche zu einer Insolvenz kommt, ist also weiter offen - zumal Prokon am Freitag selbst Zweifel geäußert hatte. Rodbertus zitierte einen erfahrenen Insolvenzberater, nach dessen Einschätzung die gekündigten Genussrechte möglicherweise keine fälligen Forderungen im Sinne des Insolvenzrechts seien. Da sonst keine offenen Forderungen anderer Gläubiger vorlägen, gebe es auch keine Zahlungsunfähigkeit.

Durch Geschäftsmodell in Finanzklemme

Gegenwärtig kann Prokon weder Zinsen noch gekündigtes Genusskapital ausbezahlen. Das Unternehmen, das in erneuerbare Energien investiert, hat sein Geschäft fast komplett über kurzfristiges Genusskapital finanziert und ist in eine Liquiditätsklemme geraten. Das Unternehmen beschäftigt rund 1300 Mitarbeiter.

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