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Schleswig-Holstein kann Prokon kaum helfen

In der Schwebe  

Schleswig-Holstein kann Prokon kaum helfen

21.01.2014, 21:16 Uhr | dpa

Schleswig-Holstein kann Prokon kaum helfen. Prokon-Sitz in Itzehoe: Schleswig-Holstein sorgt sich um die Arbeitsplätze (Quelle: imago/Caro)

Prokon-Sitz in Itzehoe: Schleswig-Holstein sorgt sich um die Arbeitsplätze (Quelle: imago/Caro)

Der Windanlagen-Finanzierer Prokon schwebt weiter zwischen Hoffen und Bangen. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sagte nach einer Kabinettssitzung in Bad Segeberg, die Liquidität des Itzehoer Unternehmens und die Frage einer Insolvenzgefährdung seien unklar. Ein Treffen mit Prokon-Vertretern und dem Ministerium auf Staatssekretär-Ebene am vergangenen Freitag habe keine Klarheit gebracht.

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Nach einem auf der Internet-Seite des Unternehmens veröffentlichten Zwischenergebnis reagierten bis zum Dienstagnachmittag gut 53 Prozent der Anleger auf den Aufruf des Unternehmens, sich zum Halten ihrer Genussrechts-Anteile zu verpflichten. Die Zahlen wurden zuletzt um 17:15 Uhr aktualisiert. Von 75.300 Inhabern meldeten sich demnach 47.200. Davon stimmten 40.400 einer verlängerten Kündigungsfrist zu, die rund 746 Millionen Euro Kapital vertreten. Weitere 6800 Anleger mit rund 106 Millionen Euro Kapital kündigten ihre Genussrechte.

Das Land Schleswig-Holstein kann Prokon nach den Worten von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) kaum helfen. Die Finanzmarktstruktur des Unternehmens erschwere dies, sagte Albig: "So unerfreulich das ist." Wo es um Kapitalmarktmodelle gehe, sei es für das Land fast ausgeschlossen, tragfähig zu helfen. Den sehr erfolgreichen realwirtschaftlichen Bereich von Prokon - dazu gehört insbesondere der Bau von Windparks - wolle die Landesregierung positiv begleiten.

Land sorgt sich um die Arbeitsplätze

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Meyer gilt die Hauptsorge dem Standort Itzehoe. Nach dem Aus für die Druckerei Prinovis mit 1000 Mitarbeitern könnte die Region einen zweiten Schlag mit einer Insolvenz von Prokon mit 330 Beschäftigten am Standort nicht so einfach wegstecken. Sollte es dazu kommen, wären die Beschäftigten - darunter viele technische Angestellte wie Ingenieure - aber relativ gut vermittelbar.

Prokon-Chef Carsten Rodbertus hatte in einem Schreiben vom 10. Januar erklärt, dass bis zum 21. Januar 95 Prozent der Anleger eine Erklärung abgeben sollten, nach der sie ihre Genussrechte zunächst behalten und nicht kündigen würden. Andernfalls würde das Unternehmen Insolvenz anmelden. Doch ob es wirklich zu einem Insolvenzverfahren kommt, ist offen. Prokon gab am Dienstag keine neue Mitteilung heraus. In der vergangenen Woche hatte Rodbertus unter Berufung auf einen Insolvenzrechtler erklärt, dass eventuell die Voraussetzungen für eine Insolvenz doch nicht gegeben seien.

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