Sie sind hier: Home > Finanzen > Geld & Vorsorge > Geldanlage >

EZB belässt Leitzins bei 0,25 Prozent

Trotz Sorgen um Deflation  

EZB belässt Leitzins bei 0,25 Prozent

06.03.2014, 17:18 Uhr | dpa

EZB belässt Leitzins bei 0,25 Prozent. EZB-Chef Mario Draghi plant vorerst keine weitere Zinssenkung (Quelle: dpa)

EZB-Chef Mario Draghi plant vorerst keine weitere Zinssenkung (Quelle: dpa)

Die Inflation im Euroraum ist seit Monaten gefährlich niedrig, die Konjunktur erholt sich nur langsam. Das ruft üblicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) auf den Plan. Doch Europas Währungshüter halten ihr Pulver vorerst trocken: Zentralbankgeld wird nicht noch billiger.

EZB traut Europa Aufschwung zu

Europas Währungshüter trauen dem Euroraum nach Jahren der Schwäche einen stetigen Aufschwung zu - und dämpfen mit ihren neuesten Prognosen zugleich erneut Sorgen vor einer Deflation. Mit einer Deflation bezeichnen Ökonomen einen gefährlichen Kreislauf aus dauerhaft sinkenden Preise und schrumpfender Wirtschaft.

"Die moderate Erholung schreitet voran", sagte der Präsident der EZB, Mario Draghi. Das dürfte zugleich den Preisauftrieb stärken - auch wenn die Inflationsraten im Euroraum nach Einschätzung der EZB bis Ende 2016 unter dem Stabilitätsziel der Notenbank von knapp unter 2,0 Prozent verharren dürften.

EZB sieht keinen anhaltenden Preisverfall

Dass die Jahresteuerung im Euroraum im Februar 2014 wie in den beiden Vormonaten bei 0,8 Prozent lag, hatte den Ruf nach noch billigerem Zentralbankgeld lauter werden lassen. Doch die EZB sieht nach wie vor keinen anhaltenden Preisverfall auf breiter Front, der die Konjunktur abwürgen könnte. Zudem hätten die Konjunkturdaten seit der Februar-Sitzung des EZB-Rates unter dem Strich positiv überrascht, erklärte Draghi.

Daher sahen die Währungshüter auch keine Veranlassung zu einer weiteren Zinssenkung: Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der EZB frisches Geld besorgen können, bleibt auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent. Draghi erneuerte die Zusage, sich notfalls entschieden gegen einen Preisverfall zu stemmen.

Zinsen werden länger niedrig bleiben

Er bekräftigte zugleich die Einschätzung des EZB-Rates, dass die Zinsen auf absehbare Zeit extrem niedrig - auf dem aktuellen Niveau oder darunter - bleiben werden. Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und Investitionen und kurbeln so die Wirtschaft an. Das sorgt wiederum für Preisauftrieb. Für 2015 sagt die EZB unverändert ein Wachstum von 1,5 Prozent vorher. Danach wird sich die Konjunktur nach Einschätzung der EZB stärker beleben: Für 2016 erwartet die Notenbank ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent.

Ökonomen begrüßen Entscheidung der EZB

In Deutschland, dessen Wirtschaft vergleichsweise gut dasteht und daher auch höhere Leitzinsen vertragen könnte, kam die EZB-Zinsenscheidung gut an. Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), Liane Buchholz, erklärte in einer Mitteilung: "Angesichts des verbesserten Konjunkturausblicks für den Euroraum und der unveränderten Inflationsrate im Februar ist die Entscheidung der EZB, nicht erneut an der Zinsschraube zu drehen, richtig. Bereits heute ist die Belastung für Sparer und Kreditinstitute hoch."

KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner kommentierte: "Eine weitere Leitzinssenkung wäre ökonomisch vertretbar gewesen, hätte aber kaum Wirkung auf das Geldmengenwachstum und die Kreditvergabe gehabt." Ähnlich sieht es auch Thomas Meißner, Leiter Zinsresearch bei der DZ Bank: "Die Auswirkungen einer erneuten Zinssenkung auf die Realwirtschaft wären ohnedies wahrscheinlich nicht wirklich zu spüren gewesen."

In der Tat flutet die EZB die Märkte seit Jahren mit extrem billigem Geld - doch dieses kommt bei vielen Unternehmen in den südlichen Krisenländern nicht an. Schon nach der jüngsten Zinssenkung im November 2013 hatte Analyst Jan Bopp vom Bankhaus Metzler beklagt, statt das Geld weiterzureichen legten Banken es in Staatsanleihen an und holten sich damit Risiken in ihre Bilanzen: "Mario Draghi spielt ein gefährliches Spiel."

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Diese Banken finanzieren Ihr Eigenheim
Jetzt hier den Zins-Check machen:

AnzeigeZINS-CHECK

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal