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Crowdinvesting: Riskante Geldanlage weiter nachgefragt

Schwarmfinanzierung für Startups  

Crowdinvesting: Riskante Geldanlage im Aufwind

19.02.2016, 12:08 Uhr | dpa

Crowdinvesting: Riskante Geldanlage weiter nachgefragt. Beim Crowdinvesting finanzieren viele kleine Anleger neue Firmen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Beim Crowdinvesting finanzieren viele kleine Anleger neue Firmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wohin mit dem Geld, wenn mit den klassischen Anlageformen kaum Rendite erzielt werden kann? Immer mehr Anleger setzen inzwischen auf sogenanntes Crowdinvesting. Viele kleine Investoren finanzieren dabei Startups oder beteiligen sich an bestehenden Firmen. Doch das Risiko ist groß. 

Thomas Pfister von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht das Crowdinvesting skeptisch. "In Zeiten niedriger Zinsen und turbulenter Börsen suchen die Leute renditeträchtige Alternativen", sagt der Experte. Doch die Risiken seien hoch. "Das ist eine spekulative Anlage und gar nix für die Altersvorsorge." Noch sei das ohnehin eine Nischen-Geldanlage - ob die sich im großen Stil durchsetze, stehe in den Sternen. 

Kleine Firmen profitieren als Kreditnehmer

Für kleine Firmen und Startups hingegen bietet Crowdinvesting große Chancen. Die Bandbreite der Produkte mit Finanzbedarf ist groß: Es geht um elektrische Surfboards, Ultraleicht-Flieger oder um Kaffeemaschinen, die nicht nur mahlen, sondern auch rösten.

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Häufig sind die Startups so klein, dass ihnen der Weg zu Risikokapital-Fonds verschlossen bleibe, erklärt Henry Schäfer von der Universität Stuttgart. Banken wiederum hielten Kredite für zu riskant. "Das Crowdinvesting gewinnt an Momentum, und es wird weiter zunehmen", sagt der Wirtschaftsprofessor. Die Kleinanleger wollten wissen, wofür genau ihr Geld genutzt wird. "Das Geld auf ihr kaum verzinstes Sparbuch tun und keine Ahnung zu haben, was die Bank wiederum mit den Einlagen macht, das reicht heute nicht mehr."

15 Prozent der Projekte scheitern

Vermittelt werden die Kredite wie beim Crowdfunding meist über Internetplattformen. Wie viel Rendite sich mit der neuen Investmentform erzielen lässt, bleibt unklar. "Renditen, die im Crowdinvesting theoretisch möglich sind, können mit anderen Finanzprodukten nur schwer erwirtschaftet werden", sagt Tobias Körner, Sprecher der Crowdinvesting-Plattform Seedmatch, und schränkt ein: "Das eingesetzte Kapital kann auch verloren gehen." Man habe eine Ausfallquote von 15 Prozent der finanzierten Projekte, was im Vergleich zu den Erwartungen professioneller Wagniskapital-Investoren niedrig sei.

Wirtschaftsprofessor Schäfer hält aus einem anderen Grund große Stücke auf die Schwarmfinanzierung. "Wir brauchen dringend mehr Unternehmergeist und mehr Firmengründungen in Deutschland", sagt er. "Das Crowdinvesting kann dabei helfen."

Anteil an Investitionen bislang gering

Noch halten sich die investierten Summen in Grenzen. Nach einer Studie der Universität Oldenburg aus dem Jahr 2014 verdoppelt sich das Volumen jedes Jahr, dennoch lag der Anteil am gesamten Wagniskapital in Deutschland damals bei nur drei Prozent. Laut Bundesverband Crowdfunding flossen 2014 knapp 30 Millionen Euro über Investingmodelle in deutsche Firmen, jüngere Zahlen gibt es nicht.


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