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Wohlstand: Jeder zweite Deutsche hat kaum Vermögen

Studie  

Jeder zweite Deutsche hat kaum Vermögen

07.11.2007, 09:27 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Insgesamt 5,4 Billionen Euro - in Ziffern: 5.400.000.000.000 Euro. So viel Vermögen haben die Deutschen laut einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) angehäuft. Am Mittwoch wird die Erhebung offiziell vorgestellt, doch die Ergebnisse liegen der "Süddeutschen Zeitung" schon vor - und demnach belegt die Studie bis ins Detail, wie groß derzeit die sozialen Gegensätze in Deutschland sind.

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Schulden bereits herausgerechnet

In der Gesamtsumme sind dem Bericht zufolge Ersparnisse, Immobilien, Rentenansprüche und Versicherungen erfasst, aber etwa auch Sammlungen von Kunst, Münzen und Briefmarken. Die DIW-Forscher haben die Schulden der Deutschen in dieser Aufstellung schon herausgerechnet. Würde man die Summe gleichmäßig auf alle Deutschen ab 17 verteilen, hätte jeder Einzelne Sach- und Geldkapital in Höhe von etwa 81.000 Euro. Allerdings ist die Summe nicht gleichmäßig verteilt:

  • Tatsächlich besitzen die reichsten zehn Prozent der Deutschen fast zwei Drittel des Volksvermögens - während mehr als die Hälfte der Bürger "so gut wie nichts" besitzt, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die Studie. Das gesamte Einkommen dieser Gruppe diene im Prinzip dem Konsum oder der Tilgung von Schulden.
  • Die Daten zeigen demnach auch, wie groß die Unterschiede bei den Besitzverhältnissen zwischen West- und Ostdeutschland seien. Das Durchschnittsvermögen eines Westdeutschen sei 2,6 mal höher als das eines Ostdeutschen - vor allem weil Ostdeutsche eher verschuldet seien und seltener Wohneigentum besäßen.
  • Unterschiede gebe es auch bei der Vermögensverteilung zwischen Männern und Frauen, schreibt die Zeitung: Im Durchschnitt ist das Vermögen einer Frau demnach um 30.000 Euro kleiner als das von Männern.
  • Besonders wenig besäßen Zuwanderer. Ihr Vermögen liege unter der Hälfte des Durchschnittvermögens.


DGB fordert höhere Erbschaftssteuer

Wegen höherer Einkommen der reicheren Deutschen haben die sozialen Gegensätze der Studie zufolge in den vergangenen Jahren zugenommen. Der Lohnanteil am Vermögen habe von 1996 bis 2006 stagniert - der Kapitalanteil sei um vier Prozentpunkte auf 33,8 Prozent gestiegen. Der DGB reagierte auf die Studie überrascht: "Mit einer solchen Ungleichverteilung hatten wir nicht gerechnet", sagte Dierk Hirschel, Chefökonom des Gewerkschaftsbundes, der Zeitung. DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki beklagt, dass "eine Minderheit vom goldenen Teller essen kann, während große Teile der Bevölkerung von der Hand in den Mund leben". Erbschaften müssten mindestens doppelt so hoch besteuert werden wie heute.

Von der Hand in den Mund

Markus Grabka, Autor der Studie, sagte, die Ergebnisse würden zeigen, "dass viele Menschen in Deutschland quasi von der Hand in den Mund" leben. Gleichzeitig häuften die Wohlhabenden "gewaltige Reichtümer" auf. Die Politik müsse diese Schieflage korrigieren - aber nicht durch eine Vermögenssteuer: Die würde nur dazu führen, dass Reiche ihr Vermögen außer Landes brächte

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