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Private Altersvorsorge: Börsennotierte Indexfonds schlagen oft Riester-Rente

Private Altersvorsorge  

Börsennotierte Indexfonds schlagen oft Riester

20.06.2008, 17:31 Uhr | dpa tmn / t-online.de, dpa-tmn, t-online.de

Indexfonds bleiben im Renditevergleich oft Sieger (Foto: Imago)Indexfonds bleiben im Renditevergleich oft Sieger (Foto: Imago) Staatlich geförderte Riester-Produkte gelten als erste Wahl bei der privaten Altersvorsorge. Die besten Renditeaussichten versprechen dabei Riester-Fonds, denn sie nutzen die Wertsteigerungsmöglichkeiten an den Aktienmärkten. #

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Hohe Gebühren bei Riester-Verträgen

Häufig fallen aber hohe Gebühren an. Günstiger sind börsennotierte Indexfonds. Sie gelten als sicher und schlagen mitunter sogar die staatlich geförderten Produkte. "Obwohl der Staat Riester-Sparer auf mehreren Wegen begünstigt, kann ein börsennotierter Indexfonds manchem Anleger, der zu einem großen Teil mit Aktien vorsorgen möchte, mehr Rendite bringen", sagt zum Beispiel Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Das gelte vor allem, wenn die Leistung des Riester-Fonds eher mager ausfällt.

Bis zu 200 Euro monatlich mehr im Alter mit ETFs

"Das macht dann die Förderung nicht mehr wett", sagt Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVF) in Altenstadt (Bayern). Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg können Anteile an sogenannten Exchange Traded Funds (ETF) - börsennotierten Indexfonds - im Ruhestand unter Umständen bis zu 200 Euro mehr pro Monat bringen.

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Beratung und Werbung bei Riester-Fonds verursachen Kosten

Ein Grund sind die unterschiedlichen Kosten. Beim Kauf der Riester-Fondsanteile ziehen die Anbieter für Beratung und Werbung Gebühren in Höhe von bis zu fünf Prozent der Anlage ab. Jährlich fallen zudem Managementgebühren von bis zu 1,75 Prozent an - denn es wird mit vergütet, dass Experten voraussichtlich vielversprechende Aktien aus dem Angebot heraussuchen.

ETFs bilden günstig Indizes nach

Da sind die ETFs billiger, denn sie kopieren schlicht einen Index - zum Beispiel den Deutschen Aktienindex (DAX). Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt daher in der Regel nur ein halbes Prozent. Da sie über die Börse geordert werden, fallen beim Kauf und Verkauf Handelsgebühren an. Sie können aber deutlich unter dem regulären Ausgabeaufschlag von Riester-Fonds liegen.

Wenige Fondsmanager schlagen auf Dauer den Index

Dazu kommt, dass die Chance, Riester-Fonds mit langfristig überdurchschnittlicher Entwicklung zu erwischen, vergleichsweise gering ist, wie Nauhauser sagt: In der Vergangenheit lagen nur die wenigsten Fondsmanager dauerhaft über dem Marktdurchschnitt - und diesen bildet der Index automatisch ab. "Man sollte nicht erwarten, dass ein aktiv gemanagter Fonds einen ETF dauerhaft schlägt", sagt auch Prof. Martin Weber, Leiter des Instituts für Investmentbanking an der Universität Mannheim.

Finanztest: Einige Perlen unter Riester-Fondssparplänen

Schlecht gefahren sind Kunden bei kluger Auswahl aber auch mit den bisherigen Riester-Fondsprodukten nicht, urteilt die "Stiftung Warentest" in Berlin. Ein Vergleich der Zeitschrift "Finanztest" ergab: Die besten Produkte erzielten bislang pro Jahr mehr als neun Prozent Rendite, und die staatliche Förderung brachte zusätzlich bis zu fünf Prozent. "Das muss ein ETF erst einmal schaffen", sagt Karin Baur von der Stiftung Warentest.

Riester mit dem Vorteil der Kapitalgarantie

Ihr zufolge hinkt der Vergleich zwischen Riester-Fonds und ETFs mindestens in einem Punkt. Schließlich böten Riester-Produkte eine Kapitalgarantie: "Die eingezahlten Beiträge gehen auf keinen Fall verloren." Bei ETFs trage dieses Risiko der Anleger. Deshalb empfehlen die Experten auch nicht, auf Riester zu verzichten - Sparer sollten ihre Vorsorge aber auf breite Beine stellen.

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