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Unisex-Tarife: Experten prangern Abzocke an

Unisex-Tarife: Experten prangern Abzocke an

11.01.2013, 09:23 Uhr | dpa-AFX, t-online.de - sia

Unisex-Tarife: Experten prangern Abzocke an. Gerecht sollen die neuen Unisex-Tarife sein, Experten zweifeln das an (Quelle: dpa)

Gerecht sollen die neuen Unisex-Tarife sein, Experten zweifeln das an (Quelle: dpa)

Schon nach wenigen Wochen hagelt es Kritik: Mit ihren neuen Unisex-Tarifen haben die privaten Krankenversicherungen den Unmut von Verbraucherschützern auf sich gezogen. "Die Unisex-Tarife werden eklatant und krass zu Lasten der Versicherten umgesetzt", sagte der Vorsitzende des Bundes der Versicherten, Axel Kleinlein, der "Frankfurter Rundschau". Für Männer sind die Beiträge laut einer Untersuchung erheblich gestiegen, ohne dass Frauen von niedrigeren Tarifen profitiert hätten.

Männer zahlen mehr, Frauen aber nicht weniger

"Die Entwicklung zeigt, dass die Versicherungen die Beiträge auch erhöhen, um die Gewinne zu steigern", erklärte Kleinlein. Wie das Blatt weiter schreibt, haben die neuen Tarife nach Angaben des Analysehauses Morgen & Morgen die private Krankenversicherung für 30- bis 40-jährige Männer um rund 100 Euro pro Monat teurer gemacht, während die Kosten für Frauen nicht sanken.

Im Gegenteil: Den Berechnungen von Morgen & Morgen zufolge sparen 30-jährige Frauen nach den neuen Tarifen durchschnittlich nur einen Euro pro Monat. Für über 40-Jährige stiegen die Prämien demnach sogar um sieben Euro monatlich.

Verbesserte Leistungen

Die gute Nachricht: Die teureren Tarife beinhalten auch bessere Leistungen. So gebe es zum Beispiel großzügigere Regeln für Heilmittel, die Anzahl an Psychotherapiesitzungen sei erhöht oder die Vorsorge verbessert worden, berichtete die Zeitung.

Die höheren Beiträge kamen demnach dadurch zustande, dass die Versicherer kalkulieren mussten, wie sich in einem Tarif die Geschlechter mischen. So seien sie etwa davon ausgegangen, dass in einen Unisex-Tarif, der günstiger ist als die alten Frauentarife, viele bereits privat krankenversicherte Frauen wechseln würden. Um den erwarteten starken Überhang an weiblichen Versicherten aufzufangen, sei die Prämie den Leistungsausgaben für Frauen angepasst worden.

Unisex-Policen folgen EuGH-Urteil

Seit 21. Dezember 2012 darf es beim Abschluss eines neuen Versicherungsvertrags keine Tarife mehr geben, die nach Geschlecht getrennt sind. Hintergrund für die neuen Unisex-Policen ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom März 2011. Die Luxemburger Richter entschieden, dass die Berücksichtigung des Geschlechts als Risikofaktor für Versicherungsbeiträge diskriminierend und deswegen ungültig ist.

Die Branche hatte bis zum Stichtag 21. Dezember Zeit für die Umstellung und im Durchschnitt höhere Beiträge für beide Geschlechter angekündigt. Die EU-Kommission will die Einführung genau im Blick behalten.

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