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Viele Betrugsfälle im Gesundheitswesen


Krankenkassen: Betrug im Gesundheitswesen kein Einzelfall

18.01.2013, 12:44 Uhr | AFP, dapd

Viele Betrugsfälle im Gesundheitswesen . Ärzte im Operationssaal (Quelle: dpa)

Ärzte im Operationssaal (Quelle: dpa)

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den Jahren 2010 und 2011 rund 53.000 Fälle von Fehlverhalten von Ärzten, Apothekern, Krankenhäusern und anderen Dienstleistern aus dem Gesundheitswesen verfolgt. In 2600 Fällen sei die Staatsanwaltschaft unterrichtet worden, bestätigte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).

Nach den Zahlen der Krankenkassen betrug die Anzahl der verfolgten neuen Fälle gut 35.000, die Zahl der verfolgten Bestandsfälle gut 17.000. Meist geht es danach um Abrechnungsbetrug. Die Kassen hätten in dem Zusammenhang Schadenersatzforderungen in Höhe von gut 41 Millionen Euro durchsetzen können.

Mehrfachzählungen möglich

Der GKV-Spitzenverband stützt sich auf die Daten der "GKV-Fallerfassungsstelle Fehlverhalten" der ITSG GmbH. Den Angaben zufolge decken die daran teilnehmenden Mitgliedskassen rund 93 Prozent der Versicherten ab. Laut GKV-Spitzenverband treten mit der Zusammenführung der Kennzahlen allerdings Mehrfachzählungen auf. In welcher Höhe dies geschieht, geht aus den Daten des Spitzenverbandes nicht hervor.

Auch wie sich die Fälle auf einzelne Berufsgruppen verteilen, ist aus den Daten offenbar nicht ersichtlich. Das Bundeskriminalamt teilte nach Angaben der Zeitung mit, dass die Zahl der in der polizeilichen Kriminalstatistik registrierten Fälle von Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent auf 2876 gesunken sei.

Krankenkassen: Betrug kein Massenphänomen

Gernot Kiefer aus dem Vorstand des Kassenverbands sagte der "FAZ": "Fehlverhalten von niedergelassenen Ärzte ist kein Massenphänomen, aber leider sind das auch keine zu vernachlässigenden Einzelfälle." Wo ungerechtfertigt Vorteile gewährt oder verlangt würden, "dürfen wir nicht einfach wegschauen, das sind wir unseren Versicherten schuldig", fügte er hinzu.

Eine aktuelle Studie über die Lage der Ärzte zeigt derweil, dass eine klare Mehrheit der Mediziner mit ihrer Einkommenssituation unzufrieden ist. Dies geht aus einer Befragung des Instituts für angewandte Sozialwissenschaft (infas) im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor.

Ärzte: 58 Prozent mit Gehalt unzufrieden

Die Ergebnisse wurden am Freitag in Berlin vorgestellt. Rund 80.000 der rund 150.000 Ärzte und Psychotherapeuten beteiligten sich an der Befragung, die somit ein zuverlässiges Meinungsbild ergebe, hieß es. 58 Prozent der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind unzufrieden mit ihrem Einkommen.

Zwei von drei Ärzten wollen nur im bisherigen System der kassenärztlichen Versorgung weitermachen, falls es sich in ihrem Sinne verbessert und ihnen feste Preise und größere Freiheiten ermöglicht. Bei nur 40 Prozent entspricht das Einkommen den eigenen Vorstellungen.

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