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Millionen Deutsche haben die falsche Altersvorsorge


Riester- gegen Betriebsrente  

Millionen Deutsche haben die falsche Altersvorsorge

16.08.2013, 18:02 Uhr | t-online.de - sia

Millionen Deutsche haben die falsche Altersvorsorge. Betriebsrente oder Riester-Vertrag? Beide Optionen sollten individuell durchgerechnet werden  (Quelle: dpa)

Betriebsrente oder Riester-Vertrag? Beide Optionen sollten individuell durchgerechnet werden (Quelle: dpa)

Riestern oder Rente vom Chef? Millionen Deutsche sparen offenbar falsch für den Ruhestand - und verschenken dabei Geld. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Die Experten haben Riester-Angebote und solche zur betrieblichen Vorsorge unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Die vielen bekannte Regel, bei kleinem Verdienst sei ein Riester-Vertrag günstiger, für Personen mit höherem Salär dagegen eher die Betriebsrente empfehlenswert, stimmt nicht.

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Betriebsrente auch bei geringem Einkommen attraktiv

Die Experten fassen zusammen: Auch bei geringen Einkommen kann die betriebliche Altersversorgung eine höhere Nettorente ergeben als ein vergleichbarer Riester-Vertrag. Das gilt sowohl für ledige als auch verheiratete Sparer. Entscheidend ist demnach die Frage, ob Kinder vorhanden sind. Ein Single ohne Kinder zahlt in der Pflegeversicherung einen Zuschlag von 0,25 Prozent - und profitiert als Folge nicht von einem Riester-Vertrag trotz der Grundzulage dieses Modells.

Erst die weiteren Zulagen bei Kindern brächten einen Vorteil für die Riester-Rente, betonen die DIA-Fachleute. Wer die eine oder die andere Variante wählt, ohne sie vorher für seine individuelle Situation berechnen zu lassen, kann also schnell danebenliegen. Und die Gefahr ist groß. "Die Neigung falsch zu sparen geht in die Millionen", sagt Klaus Morgenstern vom DIA der "Welt".

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Riestern liegt für Gutverdiener vorn

Bei einkommensstärkeren Sparern mit einem monatlichen Brutto-Einkommen ab 2500 Euro hingegen liege die Riesterrente unabhängig von der Kinderzahl vorn. Ab einem Monatseinkommen von 3000 Euro brutto hingegen ändere sich die Situation: Dann wirkten die in der Ansparphase einer Betriebsrente ersparten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge stärker als die Zulagen, die für die Riesterrente gewährt werden.

Um Sparer bei ihrer Entscheidung zu unterstützen, hat das DIA 34 Musterfälle konstruiert. Für diese wurden die Nettorenten der zwölf größten Anbieter am Markt für einen Riester-Renten-Vertrag und für eine Direktversicherung in der betrieblichen Altersversorgung ermittelt und verglichen.

Garantierte und prognostizierte Rente verglichen

Bei der Analyse gingen die Experten von einer Nettokapitalanlage in Höhe von jeweils 100 Euro monatlich aus. Verglichen wurden sowohl die garantierte als auch die prognostizierte Rente, da dem Sparer später diese Rente zur Verfügung steht, auch wenn sie nicht vom Versicherer garantiert wird. Laut den Studienautoren gibt es kein eindeutiges Votum für eine Sparform.

Die DIA-Beispielrechnung zeigt: Ein kinderloser 30-Jähriger mit einem monatlichen Brutto-Einkommen von 1500 Euro würde bei einer Nettoeinzahlung von 43.200 Euro bis zum 66. Lebensjahr beim besten Anbieter eine prognostizierte Riesterrente von 424 Euro netto erhalten, seine Netto-Betriebsrente würde hingegen bei gleichen Konditionen immerhin 457,85 Euro betragen.

Wäre der Mann Vater eines Kindes, ändert sich die Rechnung zugunsten der Riesterrente. Dann erzielt er beim besten Anbieter eine prognostizierte Netto-Betriebsrente von 331,45 Euro, seine prognostizierte Riesterrente unter gleichen Bedingungen würde jedoch 436 Euro betragen.

Steuern und Sozialabgaben berücksichtigen

Bei der Wahl einer zusätzlichen Altersvorsorge müssen aber auch stets die Steuer- und Sozialabgaben berücksichtigt werden, die im Ruhestand fällig werden. Das kann bei der Betriebsrente zum Problem werden. "Der Vertrieb verschweigt das gerne - und auch viele Beratungsprogramme weisen Nutzer nicht darauf hin", sagte Studienleiter Bernd Katzenstein der Zeitung.

Auf jeden Fall lohnt es sich, die Offerten der verschiedenen Versicherer genau unter die Lupe zu nehmen. Bei Riesterverträgen etwa liegt die garantierte Rendite zwischen 0,69 Prozent und 1,38 Prozent. Bei der prognostizierte Rendite schwanken die Anbieter sogar zwischen 2,59 und 4,92 Prozent. Bei den Direktversicherungen als betriebliche Altersvorsorge reichen die garantierten Renditen von 0,49 bis 1,16 Prozent. Die prognostizierten Renditen variierten von 2,41 bis 3,69 Prozent.

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