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Altersarmut droht: So viel bekommen Rentner für ein Jahr Arbeit


Altersarmut droht  

So viel bekommen Rentner für ein Jahr Arbeit

25.10.2013, 10:26 Uhr | t-online.de - sia

Altersarmut droht: So viel bekommen Rentner für ein Jahr Arbeit. Wer nur kurz in die Rentenkasse eingezahlt oder wenig verdient hat, kann nicht mit üppigen Rentenbezügen rechnen (Quelle: dpa, Andreas Gebert)

Viele Deutsche sind über 60 Jahre im Beruf oder auf der Suche nach Arbeit (Quelle: dpa, Andreas Gebert)

Die Deutschen sorgen sich um ihre finanzielle Versorgung im Alter: Nicht einmal die Hälfte der Bundesbürger erwartet nach einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), den Ruhestand gut abgesichert genießen zu können. Und knapp 465.000 Senioren sind laut dem Statistischen Bundesamt heute schon auf das Sozialamt angewiesen, weil ihre Altersbezüge nicht zum Leben reichen. Besonders hart trifft es Geringverdiener und alle, die nur kurz in die Rentenkasse eingezahlt haben. Die Experten der Deutschen Rentenversicherung haben die Minirente berechnet, mit der Ruheständler nach einem Jahr regulärer Beschäftigung rechnen können.

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Mehr Geld für Ost-Rentner

Bei einem Brutto-Jahresverdienst von 5400 Euro liegt den Rentenfachleuten zufolge nach einem Jahr Arbeit der Rentenanspruch eines Arbeitnehmers oder pflichtversicherten Selbstständigen im Ruhestand derzeit bei 4,46 Euro im Monat für Senioren in den westlichen Bundesländern, im Osten erhielte ein Rentner unter den gleichen Bedingungen 4,80 Euro.

Ein Brutto-Jahresverdienst von 12.000 Euro berechtigt demnach zum Bezug einer monatlichen Rente in Höhe von 9,91 Euro im Westen und 10,67 Euro im Osten. Immerhin 41,36 Euro Rente im Monat bekäme laut den Experten, wer in einem Jahr Beschäftigung in den alten Bundesländern über ein Bruttoeinkommen 54.000 Euro verfügt. In Ostdeutschland käme in dem Fall eine Monatsrente von 44,80 Euro zusammen.

So entstehen Unterschiede

Der Grund für die höheren Renten im Osten liegt in der Rentenberechnung auf der Basis von Entgeltpunkten. Denn um einen Entgeltpunkt zu erwerben, muss ein Versicherter in den neuen Bundesländern einen geringeren Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen als ein Versicherter in den alten Bundesländern.

Das heißt: Für den gleichen Beitrag erhalten Versicherte im Osten einen höheren Entgeltpunktwert als im Westen, erklärt Enriko Kukla von der Deutschen Rentenversicherung Hessen. Dieses Verhältnis werde als "vorläufiger Umrechnungsfaktor" bezeichnet und betrage derzeit 1,1767. Habe also ein Versicherter aus den neuen Bundesländern Beiträge für einen Entgeltpunkt entrichtet, erfolge eine Aufwertung auf 1,1767 Entgeltpunkte.

Gefahr der Altersarmut wächst

Die Furcht vor der Altersarmut ist nach diesen Zahlen alles andere als unbegründet. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnte bereits im Sommer, die Zahl der Minirenten in Deutschland steige immer weiter an. "Die Rente befindet sich im Sinkflug. Damit kommt tatsächlich wachsende Altersarmut auf uns zu", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach damals der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die Deutsche Rentenversicherung hatte zuvor bestätigt, dass jede zweite Rente in Deutschland 2012 unter 700 Euro im Monat lag und damit unter der Summe, die Senioren als Grundsicherung im Alter inklusive Heizung und Miete zusteht.

Rentenlücke klafft

Und die Situation wird sich weiterhin verschärfen. Laut einer Studie der Universität Bochum ist die Rentenlücke in Deutschland größer als bisher angenommen. Um ihren Lebensstandard zu sichern, fehlen den Ruheständlern demnach im Durchschnitt 350 Euro pro Monat netto mehr als bisher geschätzt.

Der Aktion "Finanzwissen für alle" der Fondsgesellschaften zufolge gilt als Faustregel, dass Ruheständler etwa 80 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens benötigen, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Nach Angaben der Bochumer Forscher ersetzte die gesetzliche Rente im Idealfall zuletzt aber nur knapp 60 Prozent. In der Realität sei die Situation aufgrund brüchiger Erwerbsbiografien, Teilzeitphasen und Auszeiten oft noch viel dramatischer.

Rentenanspruch für Arbeitnehmer und pflichtversicherte
Selbstständige nach einem Jahr Arbeit
Jahresentgelt brutto
2013 in Euro
Rente West
in Euro
Rente Ost
in Euro
54004,464,80
72005,956,40
96007,938,54
12.0009,9110,67
14.40011,8912,80
16.80013,8814,93
19.20015,8617,07
21.60017,8419,20
24.00019,8221,34
26.40021,8123,47
28.80023,7925,60
31.20025,7727,73
33.60027,7529,87
38.40031,7234,14
40.80033,7036,27
43.20035,6838,40
50.40044,6044,80

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Beitragssatz 18 Prozent

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