Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Geld & Vorsorge > Versicherungen >

Tausende Hausärzte gehen 2020 in den Ruhestand

Ruhestandswelle  

Jeder vierte Hausarzt gibt bald seine Praxis auf

04.07.2014, 13:41 Uhr | AFP, dpa-AFX, t-online.de

Tausende Hausärzte gehen 2020 in den Ruhestand. Fast ein Viertel der Hausärzte steht in den kommenden Jahren vor dem Ruhestand (Quelle: Huntstock)

Fast ein Viertel der Hausärzte steht in den kommenden Jahren vor dem Ruhestand (Quelle: Huntstock)

Bei den niedergelassenen Ärzten in Deutschland kommt es wohl in den nächsten Jahren zu einer Ruhestandswelle. Das ergibt sich aus einer Umfrage unter rund 10.000 ambulant tätigen Ärzten, dem sogenannten Ärztemonitor 2014. Demnach plant knapp jeder vierte (23 Prozent) Haus-, Facharzt oder Psychotherapeut bis 2020 seine Praxis aufzugeben.

58 Prozent der befragten Ärzte gaben an, sie hätten noch keinen Nachfolger für ihre Praxis gefunden. Drei Viertel halten die Suche nach einem Nachfolger für schwierig und glauben deshalb, dass die Praxis ihre Funktion als Altersvorsorge verloren hat. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sprach von einem "Skandal". Es dürfe nicht sein, dass niedergelassene Ärzte am Ende ihres Arbeitslebens nicht abgesichert seien.

Das Durchschnittsalter der Allgemeinmediziner lag zuletzt laut Bundesarztregister bei 54,1 Jahren. Rund 35.200 Vertragsärzte und -psychotherapeuten in Deutschland sind über 60 Jahre alt.

Über 35.000 Ärzte kurz vor der Rente

Das Meinungsforschungsinstitut infas befragte insgesamt mehr als 10.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. Fast alle gaben an, ihnen mache ihre Arbeit Spaß. 39 Prozent der Praxisärzte sind aber unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation.

Angesichts einer Belastung von durchschnittlich 54 Arbeitsstunden und täglich 45 behandelten Patienten fehle zwei Dritteln der Befragten ausreichend Zeit für den Patienten, erklärte der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bunds, Dirk Heinrich. Dies und die ständig steigende Bürokratie sowie der wirtschaftliche Druck verschlechterten die Stimmung. Zwei Drittel der Praxisärzte wünschten sich daher, ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

Mehr Ärzte, aber trotzdem Ärztemangel

Laut einer jüngst veröffentlichten Statistik der Bundesärztekammer (BÄK) stieg die Zahl der Ärzte in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt um rund 8500 auf 357.252. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery beklagt dennoch, dass der Ärztemangel in vielen Regionen längst Realität sei.

Über die richtigen Strategien gegen den Medizinermangel streiten Kassen und Ärzteschaft seit langem. Während die Bundesärztekammer zum Beispiel mehr Medizin-Studienplätze und eine bessere Bezahlung fordert, drängen die Kassen auf strukturelle Änderungen. Nach Ansicht des Kassen-Spitzenverbandes (GKV) sind vor allem in Ballungszentren zu viele Hausärzte zugelassen, die anderswo fehlten.

Mehr zu den Themen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal