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Bundesbank: Gesetzliche Krankenkassen sollten mehr wie private agieren

Bundesbank-Rat  

Gesetzliche Krankenkassen sollten mehr wie private agieren

22.07.2014, 10:38 Uhr | bv, t-online.de

Bundesbank: Gesetzliche Krankenkassen sollten mehr wie private agieren. Die Bundesbank macht sich Sorgen um die künftige Finanzausstattung der gesetzlichen Krankenkassen (Quelle: imago/McPhoto)

Die Bundesbank macht sich Sorgen um die künftige Finanzausstattung der gesetzlichen Krankenkassen (Quelle: imago/McPhoto)

Die Finanzpolster der gesetzlichen Krankenkassen und des Gesundheitsfonds in Deutschland sind dick wie nie. Doch die Bundesbank warnt in ihrem Monatsbericht für Juli, dass die Kassen bereits wieder Verluste machen. Die Reserven schmölzen schon und perspektivisch müssten die Beitragssätze wieder steigen. Die Bundesbank rät den Kassen deshalb, effizienter zu werden und empfiehlt Maßnahmen, die privat Krankenversicherten wohlvertraut sind.

Die Bundesbanker stellen fest, dass Kassenpatienten derzeit nur wenige Anreize für Sparsamkeit haben, weshalb die Gefahr einer übermäßigen Nachfrage bestehe. Deshalb sollten die jeweiligen Kosten für die Patienten transparenter, der therapeutische Wert verfügbarer Leistungen klarer und die Selbstbeteiligung ausgebaut werden. Kritik erntet aber auch die Politik, die allein in den vergangenen zehn Jahren häufig Maßnahmen eingeführt und wieder abgeschafft hatte - und damit eine klare Linie vermissen ließ.

Konkret empfiehlt die Bundesbank einen zumindest teilweisen Umstieg vom Sachleistungs- auf das Kostenerstattungsprinzip, also eine Arztrechnung, die bei der Kasse eingereicht wird. Zurzeit ist das freiwillig möglich und nicht sehr beliebt, das es mit keinerlei Vorteilen für den Versicherten verbunden ist. Auch Selbstbehalte, mehr Kostenbeteiligungen und Beitragsrückerstattungen könnten einer Überinanspruchnahme entgegenwirken, schreiben die Banker.

Höhere Beiträge zu erwarten

Die Ausgaben der Kassen wachsen nach Angaben der Bundesbank derzeit um vier bis fünf Prozent jährlich - und damit stärker als die Einnahmen. Es drohten also künftig wieder höhere Beitragssätze oder Einschränkungen bei den Leistungen. Im ungünstigsten Fall rechnen die Notenbanker für das Jahr 2060 mit einem Beitragssatz von 21,5 Prozent, im günstigsten Fall mit 16,5 Prozent.

In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland sind 70 Millionen Menschen versichert. Aber nur 36 Millionen (meist) Arbeitnehmer und etwa 16,5 Millionen Rentner zahlen Beiträge. Der Rest ist kostenlos mitversichert. Im vergangenen Jahr haben alle 134 gesetzlichen Krankenkassen zusammen etwa 194 Milliarden Euro ausgegeben - nach Angaben der Bundesbank sind das sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Über 90 Prozent der Einnahmen stammten aus den Mitgliedsbeiträgen, der staatliche Zuschuss lag bei sechs Prozent.

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