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Rente steigt kräftig - Warum es so nicht weitergeht

Satte Renten-Erhöhung  

Warum es mit den Rentensteigerungen so nicht weitergeht

21.03.2016, 18:56 Uhr | dpa

Rente steigt kräftig - Warum es so nicht weitergeht. Die Rentner von heute haben gut Lachen: Zur Jahresmitte gibt's eine Rentenerhöhung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Rentner von heute haben gut Lachen: Zur Jahresmitte gibt's eine Rentenerhöhung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gut 20 Millionen Rentner können sich in diesem Jahr auf die stärkste Rentenerhöhung seit mehr als 20 Jahren freuen. Doch längerfristig ist eine auskömmliche Rente für immer mehr Senioren in Deutschland unsicher. Wir nennen die wichtigsten Fakten.

Wie entwickelt sich die Rente in diesem Jahr?

Zum 1. Juli steigt die Rente um 4,25 Prozent in den alten Ländern, im Osten um 5,95 Prozent. Bei 1200 Euro brutto sind das 51 Euro (West) und 71,40 Euro (Ost). Zuletzt gab es so eine Erhöhung 1993 mit 4,36 Prozent (West) und 14,12 Prozent in den seinerzeit neuen Bundesländern.

Wie ist die starke Erhöhung zu erklären?

Sie rührt von der Entwicklung der Bruttolöhne in Deutschland her - getrennt errechnet für West (3,78 Prozent) und Ost (5,48 Prozent). Aber nicht nur. Es gibt einen statistischen Sondereffekt, der in diesem Jahr einmalig zu Buche schlägt: Im vergangenen Jahr wurde das Niveau der Durchschnittslöhne aufgrund von EU-Vorgaben niedriger ausgewiesen. Die Rentenerhöhung fiel deshalb um rund einen Prozentpunkt niedriger aus. Dies wird nun ausgeglichen.

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Wie geht es weiter mit der Rente?

Die gesetzlichen Renten sollen auch künftig steigen - bis 2029 im Schnitt aber um nur rund zwei Prozent pro Jahr. Von den Löhnen koppeln sich die Renten dabei immer mehr ab. Faktoren wie die Nachhaltigkeits-Rücklage dämpfen das Renten-Plus. Sie sollen sicherstellen, dass die Rente bezahlbar bleibt, auch wenn geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand gehen.

Wie entwickelt sich die Rente im Verhältnis zu den Löhnen?

Das wird mit dem Rentenniveau angegeben. Heute liegt es noch bei 48 Prozent. Unter 43 Prozent soll es laut politischer Vorgabe bis 2030 nicht fallen. Derzeit sind knapp 45 Prozent bis 2029 vorhergesagt. Trotzdem dürften die Reserven der Deutschen Rentenversicherung dahinschmelzen.

Nach 2020 soll deshalb der 18,7 Prozent betragende Beitragssatz steigen. Nach einer neuen Umfrage meint nur jeder Dritte, von der gesetzlichen Rente künftig gut leben zu können. Besonders starke Zweifel haben demnach Befragte zwischen 18 und 34 Jahren.

Wie groß ist das Problem der Altersarmut?

Im Jahr 2003 waren 258.000 Menschen im Rentenalter auf Grundsicherung angewiesen - 2014 waren es 512.000. Doch wegen des sinkenden Rentenniveaus und vermehrt auftretender gebrochener Erwerbsbiografien vor allem bei Frauen warnen Sozialverbände wie der Paritätische Wohlfahrtsverband: "Altersarmut droht künftig immer mehr älteren Menschen."

Die Arbeitgeber weisen auf künftige Rentensteigerungen hin und meinen: "Die Sorgen vor Altersarmut aufgrund angeblich sinkender Renten entbehren damit einer realen Grundlage."

Was plant die Koalition?

Eine Aufstockung kleiner Renten soll kommen - laut Koalitionsplan ab einer Rentenschwelle von heute 876 Euro im Westen und 812 Euro im Osten. Doch um soziale Pläne wie diese gibt es Streit. SPD-Chef Sigmar Gabriel pocht auf eine Realisierung eines Solidarpakts - und stößt auf Widerstand, wie eine Äußerung von CDU-Generalsekretär Peter Tauber zeigt. "Die kräftige Erhöhung der Renten zeigt, dass die vom SPD-Chef ausgelöste Neid-Debatte an der Realität völlig vorbeigeht", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Im Wahlkampf 2017 dürfte es auch um die Rente gehen.

Was ist mit der Steuerbelastung?

Seit 2005 werden Renten ähnlich wie Pensionen nachgelagert besteuert. Der steuerpflichtige Teil der Rente steigt schrittweise: von 50 Prozent 2005 bis auf 100 Prozent im Jahr 2040. Im laufenden Jahr müssen 72 Prozent der Rente versteuert werden. Somit sind nur noch 28 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Der steuerliche Grundfreibetrag beträgt 8652 Euro im Jahr.

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