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Panama Papers: Razzia bei Mossack Fonseca in Panama-Stadt

Im Visier der Ermittler  

Razzia bei Mossack Fonseca in Panama

13.04.2016, 08:13 Uhr | dpa

Panama Papers: Razzia bei Mossack Fonseca in Panama-Stadt. Polizisten sichern den Eingang des Gebäudes, in dem Mossack Fonseca seine Geschäftsräume hat. (Quelle: AP/dpa)

Polizisten sichern den Eingang des Gebäudes, in dem Mossack Fonseca seine Geschäftsräume hat. (Quelle: AP/dpa)

Nach den Enthüllungen über Hunderttausende Briefkastenfirmen hat die panamaische Staatsanwaltschaft die Kanzlei Mossack Fonseca durchsuchen lassen. Beamte sperrten das Areal rund um die Büros in Panama-Stadt ab, während Ermittler die Innenräume nach Dokumenten durchkämmten. 

Es solle geprüft werden, ob die Kanzlei für illegale Aktivitäten genutzt wurde, teilte die neu gegründete Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität mit. An dem Einsatz nahmen auch Daten- und Finanzexperten der Kriminalpolizei teil. Durchsuchungen habe es auch in anderen Zweigstellen der Kanzlei in Panama sowie in deren Kundendienstzentrale gegeben, hieß es.

Die Angestellten wurden von den Beamten in ein Nebengebäude eskortiert. Die Polizei durchsuchte auch das Datenzentrum der Telefongesellschaft, die den IT-Support für die Kanzlei abwickelt.

Medienberichten zufolge kooperierte die Kanzlei nicht bei den Ermittlungen. Das Unternehmen verzögere die Untersuchungen, berichtete die Zeitung "La Prensa" unter Berufung auf Ermittler. Mossack Fonseca hingegen teilte auf Twitter mit: "Wir kooperieren weiterhin mit den Behörden, die in unserer Zentrale Ermittlungen durchführen."  

Mossack Fonseca gehört weltweit zu den wichtigsten Anbietern von Offshore-Firmen. Die Kanzlei hat jegliches Fehlverhalten abgestritten und erklärt, Kunden lediglich solche Firmen bereitzustellen, für die Art deren Nutzung jedoch nicht verantwortlich zu sein.

Streit um Steuerparadies-Status

Staatspräsident Juan Carlos Varela rief Frankreich auf, seine Entscheidung, Panama wieder auf die Liste der Steuerparadiese zu setzen, noch einmal zu überdenken. Sollte Paris nicht einlenken, werde seine Regierung zu diplomatischen Maßnahmen greifen, kündigte der Staatschef an.

Die beiden Länder verbindet ein gültiges Doppelbesteuerungsabkommen und ein Vertrag über den Austausch von Finanzdaten. Frankreich setzte Panama nach Veröffentlichung der "Panama Papers" jedoch wieder auf die Liste der nicht-kooperativen Länder und Territorien. Auch die Industrieländer-Organisation OECD bescheinigte dem mittelamerikanischen Land, internationale Standards für Steuertransparenz entgegen früherer Zusagen zu missachten.

Präsident Varela hatte zuletzt versucht, den ramponierten Ruf seines Landes wieder zu verbessern. Eine Kommission aus nationalen und internationalen Experten soll nun Vorschläge unterbreiten, wie der Finanzsektor transparenter gemacht werden kann. Am Dienstag holte die Regierung ein Ass aus dem Ärmel: Wirtschaftnobelpreisträger Joseph Stiglitz wird Vizechef der Arbeitsgruppe.

200.000 Briefkastenfirmen

Nach einjähriger gemeinsamer Recherche hatten vor kurzem Dutzende Medien weltweit über gut 200.000 Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Unternehmen wurden den Berichten zufolge zum Teil von Mossack Fonseca gegründet. 

Alleine die Inhaberschaft von Offshore-Firmen ist kein Delikt, allerdings können sie für Geldwäsche oder Steuerbetrug genutzt werden. Die Regierung von Panama kündigte nach Bekanntwerden der Affäre lückenlose Ermittlungen an.

Die Berichte über die "Panama Papers" fußen auf Dokumenten von Mossack Fonseca. Bei der federführend an den Recherchen beteiligten "Süddeutschen Zeitung" hieß es, die 2,6 Terabyte an Daten seien ihr von einer anonymen Quelle zugespielt worden.

Die Kanzlei geht davon aus, Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein und hat Strafantrag gestellt. Erst am Montag hatte die Staatsanwaltschaft deshalb in den Geschäftsräumen der Firma nach Spuren eines möglichen Datendiebstahls gesucht.

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