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Panama Papers: Noch keine Beweise gegen Mossack Fonseca

"Panama Papers"  

Bisher keine Beweise gegen Kanzlei Mossack Fonseca

14.04.2016, 09:59 Uhr | dpa-AFX, AFP

Panama Papers: Noch keine Beweise gegen Mossack Fonseca. Die Beweissicherung in der durch die Panama Papers belasteten Kanzlei Mossack Fonseca gestaltet sich laut Staatsanwaltschaft schwierig.  (Quelle: dpa)

Die Beweissicherung in der durch die Panama Papers belasteten Kanzlei Mossack Fonseca gestaltet sich laut Staatsanwaltschaft schwierig. (Quelle: dpa)

Mehr als 27 Stunden wurde die durch die "Panama Papers" belastete Finanzkanzlei Mossack Fonseca durchsucht. Das Ergebnis der Justiz: Vorerst wird es keine strafrechtlichen Schritte gegen das Unternehmen geben. "Derzeit haben wir keine aussagekräftigen Elemente, die uns eine Entscheidung ermöglichen", sagte der für organisierte Kriminalität zuständige Staatsanwalt Javier Caraballo.

Es seien komplexe Ermittlungen, weil das Unternehmen über 100 Server verfüge, sagte Carabello. "Wir haben uns darauf konzentriert, Datenmaterial sicherzustellen, das Aufschluss über die Funktionsweise des Unternehmens gibt", erklärte er.

Nach der Auswertung der bei der Durchsuchung gesammelten Informationen werde eine endgültige Entscheidung getroffen, fügte er hinzu.

Steuerflucht in Panama keine Straftat

Zuvor hatte die Generalstaatsanwältin von Panama, Kenia Porcell, die Ermittlungen als "sehr komplex" bezeichnet. Sie verwies darauf, dass Steuerflucht in Panama keine Straftat sei. Zugleich sicherte sie die Unterstützung ihres Landes bei der Aufklärung der Affäre um die "Panama Papers" zu.

Die Razzien in Panama fanden sowohl am Hauptsitz von Mossack Fonseca als auch in Filialen der Kanzlei statt. Der Hauptsitz in Panama-Stadt wurde stundenlang von der Polizei abgeriegelt. Vor dem Gebäude demonstrierten zahlreiche Menschen gegen Korruption und "anonyme Firmen". Die Finanzkanzlei Mossack Fonseca vermittelt an Kunden aus aller Welt Briefkastenfirmen in Steueroasen.

Spitzenpolitiker, Sportstars und andere Prominente betroffen

Zeitungen berichten weltweit seit gut einer Woche über die dubiosen Finanzpraktiken der Kanzlei, nachdem eine anonyme Quelle der "Süddeutschen Zeitung" elf Millionen Dokumente von Mossack Fonseca zugespielt hatte. Demnach nutzten offenbar Spitzenpolitiker, Sportstars und andere Prominente die Kanzlei, um Steuern zu umgehen. Zudem soll die Kanzlei auch Personen mit Kontakten zur organisierten Kriminalität und aus sanktionierten Staaten zu ihren Kunden gezählt haben.

Offshore-Geschäfte sind nicht per se illegal. Briefkastenfirmen können aber zur Steuerhinterziehung oder Geldwäsche genutzt werden. OECD-Generalsekretär José Ángel Gurría hatte im Zuge des Skandals erklärt, Panama sei "die letzte große Bastion" für Steuerflüchtlinge.

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