Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Geld & Vorsorge > Steuern >

Bundestagswahl 2017: Das planen die Parteien in der Steuerpolitik

Bundestagswahl 2017  

Steuern erhöhen oder senken – was die Parteien vorhaben

Von Ron Schlesinger

22.08.2017, 14:31 Uhr
Bundestagswahl 2017: Das planen die Parteien in der Steuerpolitik. Bundestagswahlkampf in Baden-Württemberg (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)

Die Steuerprogramme der verschiedenen Parteien unterscheiden sich teilweise deutlich. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Solidaritätszuschlag abschaffen oder absenken? Höhere Einkommen stärker belasten oder niedrige Einkommen entlasten? Erben stärker zur Kasse bitten oder nicht? Der Bundestagswahlkampf ist auch ein Wettstreit um die besten Steuerkonzepte. Denn vom steigenden finanziellen Erfolg des Staates haben die Bürger bisher wenig bis gar nichts.

Die Finanzredaktion von t-online.de hat sich deshalb die Wahlprogramme der sechs Parteien angeschaut, die es nach aktuellen Prognosen in den Bundestag schaffen: CDU/CSU, SPD, Die Linke, Bündnis90/Die Grünen, FDP und AfD. Darin spielt die Steuer- und Abgabenpolitik eine zentrale Rolle.

Zu den von den Parteien diskutierten Abgaben – Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Erbschaftssteuer – haben wir für Sie die wichtigsten Pläne aus den Wahlprogrammen im Überblick zusammengetragen.

Was planen die Parteien zum Solidaritätszuschlag? 

Seit 1991 wird der Solidaritätszuschlag, auch Soli genannt, jeden Monat vom Gehalt abgezogen. Der Soli beträgt derzeit 5,5 Prozent der Lohnsteuer. Geringverdiener zahlen ihn nicht. Wenn die Lohnsteuer eines Singles nicht höher als 972 Euro im Jahr ist, fällt kein Solidaritätszuschlag an. Für Ehepaare gilt der doppelte Wert (1944 Euro).

CDU/CSU: Die Partei will den Soli ab 2020 für alle Arbeitnehmer schrittweise abschaffen. Über die genaue Höhe und den Zeitraum der Absenkung werden keine Angaben gemacht.

SPD: Die Sozialdemokraten wollen den Soli für die unteren und mittleren Einkommen ab 2020 abschaffen. Wer bis zu 52.000 Euro (Single) beziehungsweise bis zu 104.000 Euro (Ehepaare) jährlich brutto verdient, soll künftig keinen Soli mehr zahlen.

Die Linke: Der Soli wird im Wahlprogramm der Partei nicht erwähnt.

Bündnis90/Die Grünen: Die Partei macht keine Aussage zum Soli.

FDP: Die Freien Demokraten wollen den Soli bis Ende 2019 abschaffen.

AfD: Der Soli findet im Wahlprogramm keine Erwähnung.

Welche Parteien wollen höhere Einkommen stärker besteuern?

Einige Parteien wollen Gutverdienende stärker in die Pflicht nehmen und ihr Einkommen höher besteuern. Doch, was heißt gutes Einkommen? Hier gehen die Vorstellungen der Politiker auseinander. Zudem wird diskutiert, ab welcher Höhe des Jahreseinkommens der Spitzensteuersatz (derzeit 42 Prozent) künftig greifen soll.

CDU/CSU: Die Christdemokraten wollen, dass der Spitzensteuersatz künftig erst bei einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von 60.000 Euro gilt.

SPD: Die Partei will den Spitzensteuersatz auf 45 Prozent anheben. Dieser wird dann ab 76.200 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen für Singles und 152.400 Euro für Ehepaare fällig.

Die Linke: Der Spitzensteuersatz soll auf 53 Prozent steigen und ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen (= Bruttoeinkommen nach Abzügen, wie pauschale Freibeträge und Sonderausgaben) von 70.000 Euro gelten. Alle zu versteuernden Einkommen unter 12.600 Euro im Jahr bleiben steuerfrei.

Bündnis90/Die Grünen: Die Partei will den Spitzensteuersatz ab 100.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen (Single) erhöhen. Die Höhe des neuen Spitzensteuersatzes bleibt unklar.

FDP: Die Partei erwähnt den Spitzensteuersatz in ihrem Programm nicht. Aber: Niemand soll für Steuern und Sozialabgaben mehr als 50 Prozent seines Einkommens zahlen.

AfD: Der Spitzensteuersatz findet im Wahlprogramm keine Erwähnung.

Welche Erben bitten die Parteien stärker zur Kasse?

Wer in Deutschland erbt, muss dafür Steuern zahlen. Der Staat kassiert mit. Allerdings wird die Erbschaftssteuer erst nach bestimmten Freibeträgen fällig: Für nahe Angehörige gibt es hohe Freibeträge. Ehepartner erben zum Beispiel bis zu 500.000 Euro, Kinder bis zu 400.000 Euro, ohne mit dem Fiskus teilen zu müssen. Das wird von Sozialexperten kritisiert.

CDU/CSU: Die Partei plant keine Änderung der bisherigen Praxis.

SPD: Die Sozialdemokraten erwähnen in ihrem Wahlprogramm die Erbschaftssteuer nicht.

Die Linke: Die Partei will die Steuer auf hohe Erbschaften erhöhen. Wie hoch, ist unklar. Normales, selbstgenutztes Wohneigentum bleibt freigestellt.

Bündnis90/Die Grünen: Die Partei geht in ihrem Programm nicht auf die Erbschaftssteuer ein.

FDP: Im Wahlprogramm der Freien Demokraten findet sich nichts zur Erbschaftssteuer.

AfD: Die Partei will die Erbschaftssteuer abschaffen. Vererbtes Vermögen – auch in Unternehmen gebundenes – ist eine "Privatangelegenheit".

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal