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Mehr Geld auf der hohen Kante

Sparverhalten  

Mehr Geld auf der hohen Kante

31.10.2007, 09:48 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Deutsche setzen aufs Sparbuch (Foto: dpa)Deutsche setzen aufs Sparbuch (Foto: dpa) In den derzeit wirtschaftlich unsicheren Zeiten legen die Verbraucher in Deutschland wieder vermehrt Geld auf die Seite. In den ersten sechs Monaten waren es im Durchschnitt 170 Euro pro Monat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Insgesamt ergibt sich damit eine Summe von fast 84 Milliarden Euro. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2005 waren es noch 160 Euro pro Monat oder insgesamt 78,6 Milliarden Euro. Die Initiative "Einfach Investieren" rät unterdessen anlässlich des Weltspartages, nicht nur zu sparen, sondern einen Teil des Geldes mit besseren Rendite-Aussichten langfristig zu investieren.



Breites Spektrum an Finanzanlagen
Sparen hat heute wenig gemein mit dem aus dem Mittelalter stammenden Ausdruck „auf die hohe Kante legen“. Während damals das Geld in Beuteln über dem Bett positioniert wurde, verwenden die privaten Haushalte ihre nicht konsumierten Einkommensteile heute sowohl für ein breites Spektrum von Rendite bringenden Finanzanlagen als auch für den Kauf investiven Sachvermögens, wie etwa Immobilien. Vom Sparen in Höhe von gut 158 Milliarden Euro im Jahr 2006 haben die privaten Haushalte Nettoinvestitionen, das heißt Bruttoinvestitionen minus Abschreibungen, von 36 Milliarden Euro getätigt. Dazu zählen vor allem Investitionen in den Wohnungsbau. Dass die Investitionsneigung privater Haushalte gegenüber früheren Jahren gedämpft ist, zeigt der Blick zurück. So wendeten die privaten Haushalte im Jahr 1995 mit 80 Milliarden Euro mehr als das Doppelte für Nettoinvestitionen auf.

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Festverzinslichen Wertpapiere beliebt
Wie die von der Deutschen Bundesbank erstellte Finanzierungsrechnung zeigt, konnten die privaten Haushalte im Jahr 2006 rund 128 Milliarden Euro der Geldvermögensbildung zuführen. Angelegt wurde das Geld vor allem bei Banken (42 Milliarden Euro), in Form von verzinslichen Wertpapieren (37 Milliarden Euro) und in Lebensversicherungen (25 Milliarden Euro). Ausführliche Informationen zur Geldvermögensbildung werden regelmäßig von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht. Für die Sach- und Geldvermögensbildung stehen den Haushalten neben dem Sparen auch noch die per Saldo empfangenen Vermögenstransfers zur Verfügung, wie beispielsweise die staatliche Spar- und Eigenheimzulage.

Konzeptionelle Besonderheiten
Bei der Analyse des Sparens im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen sind einige konzeptionelle Besonderheiten zu beachten. So zählen bewertungsbedingte Änderungen wie Kursgewinne oder -verluste bei Aktien und Wertänderungen bei Immobilien nicht zum Sparen, da sie nicht aus erwirtschaftetem Einkommen entstanden sind. Der durch Abschreibungen ausgedrückte Verzehr von Werten – bei privaten Haushalten sind dies vor allem Abschreibungen auf eigen genutzte und vermietete Wohnungen – reduziert das verfügbare Einkommen privater Haushalte und damit auch das Sparen.

Inflation frisst Rendite
Erst vor wenigen Tagen zeigte sich die Deutsche Bundesbank besorgt über die aktuelle Inflation. Sie könne bis Ende 2007 in Deutschland bis auf eine Rate von 3 Prozent steigen, warnten die Währungshüter. Viele Bürger lassen hohe Summen auf Sparbüchern liegen und erzielen oft weniger als 1 Prozent Zinsen pro Jahr. Selbst wer 3 Prozent Zinsen auf einem Tagesgeldkonto erhält, macht bei einer ebenso hohen Inflation noch kein Plus.
"Angesichts der steigenden Inflation sollten die Deutschen bei der Geldanlage nicht nur auf Sicherheit, sondern auch auf hohe Renditen setzen. Sie sind das einfachste und beste Mittel gegen den Kaufkraftverlust", sagte Jörg E. Allgäuer, Sprecher der Initiative "Einfach Investieren".

Teile auch in Aktienfonds investieren
Sparer haben gute Gewinnaussichten und gehen nur moderate Risiken ein, wenn sie zusätzlich zu niedrig verzinsten Geldanlagen auch einen Teil ihrer Ersparnisse in Aktien investieren. Privatanleger können hierfür zum Beispiel Aktienfonds nutzen und dadurch eine breite Streuung in eine Vielzahl an Einzel-Titeln erzielen. Dies reduziert das Risiko vorübergehender Wertschwankungen der Geldanlage, wenn einmal eine Aktie ins Minus rutscht.
Die im März 2006 gestartete Initiative "Einfach Investieren" wurde von Fidelity International ins Leben gerufen. Sie unternimmt etwas gegen das Versparen und richtet sich vor allem an skeptische und unerfahrene Sparer, die ihren Vermögensaufbau überwiegend dem Zufall überlassen.

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