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Deutsche lieben ihr Sparbuch

Sparverhalten  

Deutsche lieben ihr Sparbuch

13.02.2008, 16:38 Uhr | Financial Times , t-online.de

Deutsche setzen aufs Sparbuch (Foto: dpa)Deutsche setzen aufs Sparbuch (Foto: dpa) Die Deutschen verlangen bei der Geldanlage nach Sicherheit. Dabei setzen sie immer noch auf die klassischen festverzinslichen Anlageformen. Zuletzt sind sogar die Rücklagen in Sparbüchern gestiegen.#

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Geschenke am Weltspartag
Am 30. Oktober zeigten sich die Sparkassen in Deutschland wieder einmal in bester Feierlaune. Wer am Weltspartag den Inhalt seiner Spardose auf ein Sparbuch oder ein Konto einzahlte, bekam wie in jedem Jahr ein Geschenk überreicht. Die Botschaft des Instituts lautete: Das Geld zur Sparkasse zu tragen rentiert sich schon vom ersten Tag an.

Deutsche lieben festverzinsliche Anlageformen
Der Zulauf war wie in jedem Jahr gewaltig. Ein gewichtiger Grund dafür ist die Liebe der Deutschen zu festverzinslichen Anlageformen. Neben dem Klassiker Sparbuch stehen auch Schatz- und Sparbriefe sowie Fest- und Tagesgelder hoch im Kurs. Denn sie bieten eine feste Rendite bei minimalem Risiko.

Sicherheit steht an oberster Stelle
Und vor allem anderen wünschen sich die Deutschen bei der Geldanlage Sicherheit: Für immerhin 93 Prozent ist sie das Hauptmotiv bei der Geldanlage. Deutlich weniger wichtig sind dagegen die Verfügbarkeit und eine hohe Rendite, belegt das jüngste Anlegerbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. So ist es kaum erstaunlich, dass 54 Prozent der Deutschen über Rücklagen auf einem Sparbuch verfügen. Diese Zahl ist seit 2006 sogar noch leicht gestiegen. Dabei liegt der Sparbuchzins häufig so niedrig, dass er nicht einmal die Inflation ausgleicht - die Kaufkraft des angelegten Kapitals sinkt also mit der Zeit, statt zu wachsen.

Tagesgeldkonto als Alternative zum Sparbuch
Auf einem Tagesgeldkonto ihrer Hausbank bekämen die Kunden in der Regel einen höheren Zins - bei gleicher Sicherheit. Doch darüber sind viele Anleger gar nicht informiert, kritisiert Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Kreditinstitute informieren ihre Kunden viel zu wenig über die Alternativen zum Sparbuch." Wer die Alternativen kennt, wendet sich oft vom guten alten Sparbuch ab. Und wechselt beispielsweise zum meist kostenlosen Tagesgeldkonto, für das vor allem die Direktbanken seit Jahren massiv Werbung machen. Üblich sind Zinsen von 2,5 Prozent - etwas mehr als auf einem Sparkonto.

Höhere Zinsen möglich
Aber auch Angebote von bis zu fünf Prozent Verzinsung sind möglich - oft sind dann die Einlagen nur bis zu einer bestimmten Höhe abgesichert. Wer sein Konto nur per Internet verwaltet, kann bei vielen Anbietern mit einem Bonus rechnen. Die Mindestanlagesumme beträgt häufig 1000 Euro. Überweisen Anleger mehr Geld auf das Konto und kommen sie über die Grenze von 10.000 Euro, können sie mit einem Zinsplus rechnen. Es gibt aber zunehmend auch Anbieter, die auf Mindestsummen verzichten oder umgekehrt die Maximaleinlage festlegen. Sie kann zwischen 20.000 Euro und 500.000 Euro variieren.

Nur Lebensversicherungen weiter verbreitet
Trotz der Nachteile im Vergleich zum Tagesgeld besitzt jeder Deutsche im Durchschnitt gleich mehrere Sparbücher. Allein die Sparkassen führen rund 62 Millionen dieser Produkte. Nur Lebensversicherungen sind hierzulande noch weiter verbreitet, 62 Prozent der Deutschen verfügen über eine Police.

Festgelder und Sparbriefe als weiter Alternativen
Als weitere Alternative kommen Festgelder und Sparbriefe infrage. Sie haben meist eine Laufzeit zwischen 6 und 36 Monaten. Wollen Anleger vorher aus ihrem Vertrag aussteigen, müssen sie einen Zinsabschlag in Kauf nehmen. Die Produkte kommen deshalb nur für solche Anleger infrage, deren Kapital nicht kurzfristig verfügbar sein muss.

Einführung der Abgeltungssteuer kann sich lohnen
Mit der Einführung der Abgeltungsteuer Anfang des Jahres 2009 stehen auch für festverzinsliche Anlageformen wichtige Änderungen ins Haus. Bisher waren solche Investments für Spitzenverdiener meist keine attraktive Anlageform. Denn sie müssen die mageren Zinsen mit dem Spitzensteuersatz versteuern. Mit der Einführung der Abgeltungsteuer ändert sich diese Situation jetzt grundlegend: Auf Zinsen sind dann nur noch 25 Prozent Abgeltungsteuer fällig. Unter dem Strich bedeutet das: Die Erträge werden mit rund 20 Prozentpunkten weniger besteuert als bisher. Ein weitaus größerer Teil der Rendite bleibt dem Anleger nach Abzug der Steuer erhalten.

Gewinne müssen versteuert werden
"Für viele Kunden wird ein Investment in festverzinsliche Anlagen damit attraktiver", sagt Christoph Hott, Anlagestratege der Privatbank Sal. Oppenheim. Allerdings hätten die Neuerungen auch eine Kehrseite: Bisher gab es etwa Anleihen, bei denen Anleger nicht an den Zinszahlungen verdienten, sondern von einem steigenden Kurs profitierten. Diese Gewinne waren steuerfrei, solange man die Spekulationsfrist verstreichen ließ. "Solche Modelle sind nicht mehr möglich, weil die Abgeltungsteuer auch auf Kursgewinne fällig wird", so Hott weiter. Immerhin entfällt der bürokratische Aufwand für die Investoren. Bisher mussten sie die Kapitaleinkünfte in den dafür vorgesehenen Anlagen zur Steuererklärung angeben. Diese Pflicht entfällt, weil Banken die Abgeltungsteuer direkt von ihren Kunden einbehalten.

Der Vergleich lohnt sich
Und: Die Abgeltungsteuer wird nicht auf die gesamten Zinseinkünfte fällig. Denn bis zum Sparerpauschbetrag - der derzeit noch Sparerfreibetrag heißt - bleiben die Einnahmen steuerfrei. Wollen Anleger ihr Geld in ein festverzinsliches Produkt investieren, lohnt sich immer ein detaillierter Vergleich der Konditionen. Denn Zinssatz, Mindestanlagesumme, Gebühren und Laufzeit unterscheiden sich bei den einzelnen Anbietern zum Teil erheblich, belegt ein Konditionenvergleich der FMH Finanzberatung. Beispiel Tagesgeld. Während Topanbieter ihren Kunden mehr als vier Prozent Zinsen auf kurzfristige Einlagen zahlen, bieten die etablierten Banken und Sparkassen deutlich weniger - die Postbank zum Beispiel nur 3,1 Prozent, die Frankfurter Sparkasse 3,4 Prozent.

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