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Hungerlöhne in der dritten Welt wegen Aldi und Co?

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Lebensmittelproduktion  

Hungerlöhne in der dritten Welt wegen Aldi und Co?

14.04.2008, 17:51 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Discounter in der Kritik (Foto: imago)Discounter in der Kritik (Foto: imago) In letzter Zeit sind die Preise vieler Lebensmittel teils deutlich angezogen. Doch die hiesigen Verbraucher zahlen für die Produkte weitaus weniger, als im übrigen Europa. Das hat vor allem mit der enormen Konzentration im Einzelhandel und der damit verbundenen Marktmacht der Handelskonzerne zu tun. Doch was den Kunden erträgliche Preise beschert, bedeute für viele Erzeuger Hungerlöhne und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen. Das behauptet die Hilfsorganisation Oxfam in einer aktuellen Studie. Allerdings tragen auch die Verbraucher ihren Teil zur Misere bei.

Lebensmittel - Discounter verteuern hunderte Produkte
Geschickt gekauft -
Von Köln bis Berlin -
Verbraucherpreise - Inflation seit 2006  

Oxfam-Studie untersucht Bedingungen in Costa Rica und Ecuador 
Am Beispiel des Bananen- und Ananasmarktes belegt die Hilfsorganisation in ihrer neuen Studie "Endstation Ladentheke" die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Costa Rica und Ecuador. In Deutschland kommt jede zweite Ananas aus Costa Rica und jede dritte Banane aus Ecuador.

  

Aldi und Co. beherrschen in Deutschland 70 Prozent des Marktes
Oxfam wirft den großen Einzelhandelskonzernen in der Studie vor, ihre Marktmacht schamlos auszunutzen. So beherrschen die großen Fünf der Branche Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Metro in Deutschland über 70 Prozent des Marktes. "Schon heute verlagern die Supermarktkonzerne viele Kosten und Risiken auf die Zulieferer. Zum Beispiel verlangen sie, dass Zulieferer sich mit Zuschüssen an der Neueröffnung von Geschäften beteiligen oder Jubiläums- und Hochzeitbonusse geben", so Marita Wiggerthale, Handelsexpertin bei Oxfam Deutschland. Auch Listungsgebühren und rückwirkend geltende Konditionsänderungen seien übliche Praktiken.

Lieferanten verletzten Arbeits- und Menschenrechte
Die Zulieferer geben diese Bedingungen an das schwächste Glied in der Kette, die Arbeiter auf den Plantagen oder Kleinbauern weiter. Bereits jetzt führt der Preisdruck dazu, dass die Lieferanten Arbeits- und Menschenrechte verletzen, um in dem harten Wettbewerb gut abzuschneiden", berichtet Marita Wiggerthale.

Löhne liegen im Durchschnitt bei 75 Cent in der Stunde
Dies bedeute, dass die Arbeiter/innen der Lieferanten sehr lange für sehr wenig Geld arbeiten müssten. "Auf den Ananas-Feldern in Costa Rica sind Arbeitszeiten von zwölf Stunden und mehr die Regel. Der Lohn liegt im Durchschnitt bei neun Euro am Tag - das sind 75 Cent in der Stunde!", berichtet Wiggerthale. Mitunter gäbe es sogar - noch schlechter bezahlte - Kinderarbeit: Überdies würden auf einigen Plantagen gesundheitsgefährdende Pestizide eingesetzt.

Keine Gewerkschaften erwünscht 
In Costa Rica und Ecuador verhinderten die Lieferanten zudem systematisch die Bildung von Gewerkschaften, kritisiert Wiggerthale. Dies treffe zum Beispiel für die Lieferanten von Dole, Chiquita, Del Monte, Fyffes, Cobana-Fruchtring, Edeka Fruchtkontor und Dürbeck zu - alles führende Südfrucht-Importeure.

Kartellamt untersagt Übernahme von Plus durch Edeka
Vorwürfe gegen die Handelskonzerne wegen ihrer enormen Marktmacht sind nicht neu. So hat das Bundeskartellamt vor kurzen die Übernahme der Plus-Märkte durch den Konkurrenten Edeka untersagt. Das Bundeskartellamt begründete seine Entscheidung mit der zu großen Marktmacht des Unternehmens in Verkauf und im Einkauf.

Fair-Trade Produkte auch bei Aldi und Co. 
Die Hilfsorganisation empfiehlt den Verbrauchern, die beim Genuss von Südfrüchten ein gutes Gewissen haben wollen, Bio- bzw. Fair Trade-Produkte zu kaufen. Die Gütesiegel garantieren, dass die Früchte umweltverträglich produziert bzw. zu fairen Handelskonditionen abgenommen werden. Doch genau diese Produkte werden inzwischen auch von den meisten der von Oxfam gescholtenen Supermarktketten angeboten. Doch viele Verbraucher bevorzugen nach wie vor die kritisierten Billigfrüchte vor.

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