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Kaupthing sperrt Online-Konten

Deutsche Kunden betroffen  

Kaupthing sperrt Online-Konten

09.10.2008, 20:56 Uhr | oca / bv, dapd , AFP , dpa , t-online.de

Deutsche Kaupthing-Kunden warten noch immer auf ihr Geld. (Quelle: dpa)Deutsche Kaupthing-Kunden warten noch immer auf ihr Geld. (Quelle: dpa) Kunden der isländischen Bank Kaupthing Edge in Deutschland können derzeit nicht mehr auf ihr Online-Konto zugreifen. Auf der deutschen Internetseite kaupthingedge.de, auf der immer noch mit besonders hohen Zinsen für Tagesgeldkonten geworben wird, hieß es am Donnerstag dazu: "Sehr geehrte Kaupting Edge Kunden, die Kaupthing Bank wurde heute unter die Aufsicht der isländischen Bankenaufsicht gestellt. Derzeit ist der Zugriff auf die Online-Konten nicht möglich. Sie erhalten schnellstmöglich weitere Informationen". Derweil wurde der komplette Aktienhandel auf Island gestoppt, die Finanzaufsicht BaFin schloss die deutsche Niederlassung von Kaupthing.

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Warum und wie lange weiß niemand

Warum und wie lange die Konten gesperrt sind, konnte ein Sprecher der deutschen Niederlassung nicht sagen. Angesichts der Folgen der internationalen Finanzkrise hatte die isländische Regierung zuvor das größte Finanzinstitut des Landes verstaatlicht. Wie viele Kunden in Deutschland betroffen sind, wollte die deutsche Kaupthing-Niederlassung nicht sagen.



Keine Neueröffnung möglich

Ein neues Konto können Kunden bei der größten isländischen Bank nicht mehr eröffnen. Ein Klick auf die entsprechende Option führt zu der Erklärung. Auf der Internetseite der inzwischen verstaatlichten Bank heißt es weiter, auch die deutsche Niederlassung unterliege den Regularien der isländischen Bankenaufsicht. Den Angaben zufolge werden Einlagen deutscher Kunden bis zu einer Höhe von 20.887 Euro zu 100 Prozent garantiert. "Dies entspricht den Bestimmungen der isländischen Sicherungseinrichtung und der Europäischen Union", erklärt die Bank dazu weiter.

Zweifel an Substanz

Die Bank warb in Deutschland mit Zinsen, die sie in vielen Vergleichstabellen nach oben schießen ließ, wie Finanzexperte Uwe Döhler von Stiftung Warentest sagte. Es sei zweifelhaft, ob die isländische Einlagensicherung die Substanz habe, um das riesige Auslandsgeschäft der Bank aufzufangen. Kaupthing habe wahrscheinlich mehr Kunden als Island Einwohner. Daher stelle sich die Frage, ob das Wirtschaftsvolumen des Landes ausreiche, um die Bank am Leben zu erhalten, sagte Döhler. Momentan bleibe den Kunden nichts anderes übrig, als weitere Nachrichten abzuwarten.

Deutsche Niederlassung geschlossen

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat derweil die deutsche Niederlassung der Bank Kaupthing geschlossen. Es wurde ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot erlassen. Außerdem darf die deutsche Niederlassung keine Zahlungen mehr annehmen, die nicht zur Tilgung von Schulden ihr gegenüber bestimmt sind.

BaFin will Vermögenswerte sichern

Die BaFin begründete den Schritt damit, dass die verbliebenen Vermögenswerte gesichert werden müssten. Es bestehe die Gefahr, dass die Niederlassung ihre Verpflichtungen gegenüber Gläubigern nicht mehr erfüllen konnte. Die isländische Muttergesellschaft sei nicht in der Lage gewesen, der Niederlassung weiterhin ausreichend Liquidität zur Verfügung zu stellen.

30.000 deutsche Kunden betroffen

Kaupthing bot in Deutschland als Direktbank Tagesgeld- und Festgeldkonten an. Die Zinssätze des Instituts rangieren in Kontovergleichen in den obersten Rängen. Das Institut hat laut BaFin rund 30.800 Kunden in Deutschland, die insgesamt 308 Millionen Euro dort angelegt haben. Ihr Geld ist gemäß der gesetzlichen Einlagensicherung in Island bis zu einer Höhe von 20.887 Euro abgesichert.

Milliarden-Kredit aus Schweden

Der nun entmachtete Vorstand von Kaupthing hatte bis zuletzt beteuert, die Bank sei nicht in Schwierigkeiten. Am Mittwoch hatte die schwedische Reichsbank der Kaupthing Bank einen Kredit von bis zu fünf Milliarden Kronen (517 Millionen Euro) gewährt, um die Ansprüche schwedischer Kunden und Gläubiger befriedigen zu können. In Schweden waren die Aktien von Kaupthing am Mittwoch um 34 Prozent gefallen, ehe sie vom Handel ausgesetzt wurden. Kaupthing ist international tätig. Für die Einlagensicherung der ausländischen Kunden sind die jeweiligen Staaten verantwortlich.

Isländische Börse bis Montag geschlossen

Unterdessen wurde der Aktienhandel an der Börse von Reykjavik bis Montag komplett gestoppt. Hintergrund ist das Bankenchaos in Island. Die Börse auf der Insel wird von den heimischen Banken dominiert. Der Börsenbetreiber OMX begründete den Schritt am Donnerstag mit der "ungewöhnlichen Marktsituation" auf der Atlantikinsel.

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