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Unternehmensanleihen: Alternative zu Aktien?

Ratgeber  

Unternehmensanleihen: Chancen mit guten Papieren

03.04.2009, 17:48 Uhr | mash, t-online.de , dapd

Unternehmensanleihen: Mehr Rendite, mehr Risiko (Foto: imago)Unternehmensanleihen: Mehr Rendite, mehr Risiko (Foto: imago) Unternehmensanleihen können für Anleger in den Wirren der Finanzkrise eine Alternative sein. Doch auch bei ihnen gilt, dass hohe Rendite auch ein hohes Risiko bedeutet, wie das Deutsche Aktieninstitut zu bedenken gibt. Geht ein Unternehmen pleite, kann das angelegte Geld verloren sein. #

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Oft gibt es Anleihen erst ab 1000 Euro

Unternehmensanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, mit denen sich ein Unternehmen Geld am Kapitalmarkt leiht. Die Kreditkonditionen wie zum Beispiel Verzinsung, Laufzeit oder die Tilgung, sind fest definiert. Zum Ende der Laufzeit werden Anleihen in der Regel zu hundert Prozent zurückgezahlt. Oft sind für die Anlage Mindestbeträge von 1000 Euro und mehr notwendig. Anleihenfonds gibt es indes bereits für weniger Geld.

Höheres Ausfallrisiko als Staatsanleihen

Anleihen, die international auch als Bonds bezeichnet werden, können wie Aktien an der Börse erworben werden und bringen normalerweise höhere Zinsen als Staatsanleihen. Dr. Volker Marnet-Islinger, Leiter Corporates bei der Deka Investment, erläutert gegenüber t-online.de/wirtschaft, warum: "Der Unterschied erklärt sich vor allem durch das höhere Risiko eines Ausfalls von Kupon- und Tilgungszahlungen bei Unternehmensanleihen. Diese Zinsdifferenz wird primär durch die Erwartungen über die zukünftige Entwicklung der Unternehmen und der allgemeinen Konjunkturlage bestimmt." 

Zins und Kurs wichtig für Rendite

Welche Rendite der Anleger mit einer Anleihe erzielen kann, hängt also nicht nur vom Nominalzins (Kupon) der Anleihe ab, sondern auch von ihrem aktuellen Kurs an der Börse. Kauft ein Anleger zum Beispiel eine Anleihe zu 95 Prozent ihres Nennwertes und hält sie bis zur Endfälligkeit, dann erhält er für 950 eingesetzte Euro 1000 Euro zurückgezahlt. Er macht also einen Gewinn von 50 Euro, der zur laufenden Verzinsung hinzukommt und zusammen mit dieser die Umlaufrendite ergibt. In der Regel steigt die Rendite, je länger der Zeitraum bis zur Tilgung der Anleihe ist, je mehr Risiko der Anleger also eingeht.

Kurslage lockt mit Gewinnmöglichkeiten

Durch die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise notieren derzeit viele Bonds unterhalb ihres Nominalwertes. Marnet-Islinger sieht momentan gute Möglichkeiten für den Anleger: "Aktuell sind die Spreads, das heißt die Zinsaufschläge der Unternehmensanleihen mit fünf bis sechs Prozentpunkten gegenüber Staatsanleihen sehr attraktiv." Die Rendite liege hier bei acht bis neun Prozent. "Der Anleger, der jetzt in Unternehmensanleihen investiert, kann sich diese hohe Rendite für die nächsten Jahre sichern. Sollte sich die konjunkturelle Lage in den nächsten Monaten wieder stabilisieren - wovon wir ausgehen - werden die Unternehmensanleihen die Staatsanleihen deutlich outperformen," so der Experte von Deka Investment.

Vorsicht vor Schnäppchenkauf - Bankanleihen relativ sicher

Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, warnt Privatanleger vor vermeintlichen Schnäppchenkäufen: "Notiert eine Anleihe zum Beispiel bei 75 Prozent des Nennwerts, dann muss man davon ausgehen, dass eine Insolvenz alles andere als unwahrscheinlich ist. Bei einer Pleite ist das Geld im schlimmsten Fall vollständig verloren." Bei Bankanleihen von großen Instituten könne man eine relativ hohe Sicherheit annehmen, da der Staat die Pleite einer systemrelevanten Bank ausschließen wolle. "Letztlich muss man sich aber auf das Eingreifen und eine ausreichende Finanzkraft des Staates verlassen."

Mehr Zinsen - mehr Risiko

Wie hoch das Risiko einer Anleihe ist, kann der Investor auch an der Höhe des Nominalzinses erkennen. Unternehmen mit hoher finanzieller Leistungsfähigkeit (Bonität) müssten weniger Zinsen zahlen als solche mit geringer Bonität, erläutert das Deutsche Aktieninstitut. Die Bonität wird von Rating-Agenturen wie Standard & Poors bewertet. Wie bei Aktien gelten A-Ratings als sehr sicher. Deshalb bekommt ein Anleger zum Beispiel für eine Anleihe von Volkswagen (WKN: A0T6HS) mit der Bewertung A- einen Zinssatz von 5,6 Prozent, während ein Bond der UBS (A0TTVJ) mit dem Rating BBB- schon mit 8,8 Prozent Zinsen vom Emittenten begeben wird.

Blick auf Anleihenfonds empfehlenswert

Der Anleger sollte vor dem Kauf einer Unternehmensanleihe das Unternehmen und die Anleihe selbst genau prüfen und auch hier die wichtigste Grundregel der Geldanlage berücksichtigen: Der Einsatz sollte auf verschiedene Unternehmen und Branchen verteilt werden, damit nicht wegen des Konkurses nur eines Unternehmens das ganze Geld verloren geht. Hier empfiehlt sich eventuell auch ein Blick auf Fonds für Unternehmensanleihen, die in ihrem Portfolio breiter gefächert sind. Als Rentenfonds mit dem Schwerpunkt Unternehmensanleihen nennt die Ratingagentur Morningstar zum Beispiel den Deka-Corporate Bond Euro CF (ISIN: LU0112241566), DWS Euro-Corp Bonds (LU0117667062), Allianz PIMCO Crp Bd Eurp A EUR (LU0079919162) oder den UniEuroRenta Corporates A (LU0168092178).

Verschiedene Anleihetypen beachten

Zudem sollte der Investor beachten: Nicht jede Anleihe ist gleich. Es gibt Anleihetypen mit unterschiedlichem Ausfallrisiko für den Anleger, zum Beispiel die Klasse der nachrangigen Anleihen. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten kann es passieren, dass der Inhaber einer solchen Anleihe leer ausgeht. Denn sie bekommen ihr Geld aus der Liquidationsmasse erst nach den erstrangigen Anleihen. Dafür gibt es aber wiederum eine höhere Rendite.

Unerfahrene Privatanleger sollten vorsichtig sein

Gute Rendite hin oder her: Interessierte Privatanleger sollten immer im Hinterkopf behalten, dass sich die Rückzahlung zu hundert Prozent auf den Nennwert beziehe, rät Nauhauser. "Man sollte das nicht mit einer hundert Prozent sicheren Anlage verwechseln". Unternehmensanleihen und Genussscheine seien nichts für unerfahrene Privatanleger. Diesen empfehle er die Alternative Festgelder "plus eine Prise günstiger Aktienindexfonds - je nach Risikoappetit."

Einige Unternehmensanleihen im Vergleich

Emittent

WKN

Zinskupon

Fälligkeit

Kurs

Rendite

Bonität

General Electric

A0G016

4,350%

03.11.2021

66,05

8,93

AAA

DZ BANK

DZ8F2C

5,000%

29.06.2015

93,15

6,35

AAA

Allianz

250036

5,625%

29.11.2012

105,50

4,00

AA

BASF

A0JRFB

4,500%

29.06.2016

100,85

4,36

A+

Deutsche Börse

A0V812

7,500%

13.06.2038

74,00

10,34

A+

BMW

A0T6UA

8,875%

19.09.2013

105,85

7,29

A

Ford Bank

A0NUKS

7,125%

15.01.2013

52,00

29,60

B-

Quelle: Börse Stuttgart, Stand: 10.03.2009; Stückelung jeweils 1000 Euro

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