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Bankkunden zahlen zu viel für die Kontoüberziehung

Hohe Dispo-Zinsen  

Bankkunden zahlen zu viel für die Kontoüberziehung

18.02.2010, 12:42 Uhr | bv, dpa-tmn, t-online.de

Banken kassieren bei Dispo-Zinsen ab (Foto: imago)Banken kassieren bei Dispo-Zinsen ab (Foto: imago) Weil die Banken gesunkene Zinsen im Kreditbereich nur unzureichend an die Kunden weitergeben, verdienen sie momentan hunderte von Millionen Euro extra. Darauf haben Verbraucherschützer hingewiesen. Die "Bild"-Zeitung zitiert Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen mit den Worten: "Bei den Überziehungszinsen sahnen die Banken derzeit ab, wie noch nie". Die Verbraucherzentrale hat ausgerechnet, dass Banken und Sparkassen von Januar bis Juli 2009 bei neuen Dispo-Krediten mehr als 520 Millionen Euro zu viel kassiert haben.

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45 Milliarden Euro Neugeschäft bei Dispo-Krediten

Das Neugeschäft an Dispo-Krediten lag demnach in den ersten sieben Monaten des Jahres bei 43 bis 45 Milliarden Euro, wie unter anderem die Bundesbank bekannt gegeben habe. Falls die Banken nur zwei Prozent zu hohe Dispo-Zinsen berechnet hätten, ergebe sich die Summe von 521,4 Millionen Euro zusätzlicher Einnahmen.



Kunden müssen für "Unfug" der Banken büßen

Hermann-Josef Tenhagen von der Zeitschrift "Finanztest" kritisierte in der Zeitung die Zinspolitik der Banken: "Es kann nicht sein, dass Kunden für den Unfug bezahlen müssen, den Banken in Island, Irland und den USA angestellt haben." Er riet Kunden mit langjährigen Kontobeziehungen, ihre Bank anzusprechen und auf bessere Konditionen zu drängen.

Umschuldung in Ratenkredit eine Überlegung wert

Wer absehen könne, dass er länger im Dispo ist, solle die Summe in einen vernünftig rückzahlbaren Ratenkredit umwandeln. Die Zinsen dort lägen häufig nur bei acht Prozent. Gegenüber dem Dispo ergebe sich pro 1000 Euro Schuldsumme eine Ersparnis von 50 Euro im Jahr.



Restschuldversicherungen nicht empfehlenswert

Von einer Restschuldversicherung für den Kredit raten Experten ab. Dadurch werde die Ersparnis häufig nicht nur aufgefressen, sondern es könne am Ende sogar teurer werden. Eine Restschuldversicherung verteuert einen Kredit um bis zu acht Prozent, wie die unabhängige Finanzberatung FMH in Frankfurt ausgerechnet hat. Der effektive Jahreszins eines Acht-Prozent-Kredites schnellt damit auf 16 Prozent hoch. Das ist allerdings auf den ersten Blick nicht erkennbar, weil die Kosten für die Versicherung, die mehrere hundert Euro betragen, nicht in den Effektivzins hineingerechnet werden.

Versicherungsschutz eingeschränkt

Restschuldversicherungen zahlen die Raten weiter, wenn der Kreditnehmer stirbt, arbeitslos oder arbeitsunfähig wird. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen: So werden bei Arbeitslosigkeit die Raten nur in den ersten zwölf Monaten gezahlt. Außerdem beginne die Versicherung erst nach drei Monaten zu greifen.

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