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Sparbuch: Deutsche verschenken Milliarden

Sparbuch: Deutsche verschenken Milliarden

03.04.2012, 14:59 Uhr | dpa-tmn, t-online.de, dpa, AFP

Sparbuch: Deutsche verschenken Milliarden. Kaum Zinsen: Sparbuch-Besitzer verschenken Milliarden  (Quelle: imago images)

Kaum Zinsen: Sparbuch-Besitzer verschenken Milliarden (Quelle: imago images)

Sparer verschenken jedes Jahr hochgerechnet rund eine Milliarde Euro, weil sie ihr Geld auf dem Sparbuch statt auf einem Tagesgeld-Konto anlegen. Guthaben auf dem Sparbuch brachten von Anfang 2002 bis Ende 2011 im Schnitt 0,99 Prozent Zinsen, auf Tagesgeld-Konten gab es im selben Zeitraum im Schnitt 1,98 Prozent, wie eine Berechnung des Finanzexperten Udo Keßler für die "Süddeutsche Zeitung" ergab. Zusammengerechnet belaufen sich die entgangenen Zinseinnahmen in den untersuchten zehn Jahren demnach auf 10,6 Milliarden Euro.

Beim Sparbuch entgehen hohe Zinsen

Keßler stützte sich bei seinen Berechnungen auf Daten der FMH-Finanzberatung zu Konditionen von Tagesgeld-Konten und der Deutschen Bundesbank zum Guthaben der Bundesbürger auf Sparkonten. Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro hätte ein Wechsel vom durchschnittlich verzinsten Sparbuch auf ein täglich verfügbares Konto mit durchschnittlicher Verzinsung binnen zehn Jahren 1137 Euro an Zinsen und Zinseszinsen gebracht.

Keßler sagte der Zeitung, er rechne trotzdem nicht mit dem Ende des bei den Deutschen beliebten Sparbuchs. "Viele Anleger werden dem Sparbuch selbst dann noch treu bleiben, wenn Banken gar keine Zinsen mehr zahlen." Der Grund: Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa setzen die Deutschen vor allem auf Sicherheit. Und diese erwarten viele Anleger bei den seit Jahrzehnten bekannten Sparbüchern. Dass sie dabei oft weniger Rendite einstreichen als auf einem Tages- oder Festgeldkonto, nehmen sie billigend in Kauf. Doch das ist ein Fehler.

Vorteile von Tagesgeldkonten

Denn Tagesgeldkonten haben einen großen Vorteil: "Ich bleibe flexibel und kann jederzeit über das eingezahlte Geld verfügen", erklärt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das Guthaben sei außerdem sicher. "100.000 Euro pro Person je Bank sind über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt." Das reiche für die Mehrheit der Anleger aus. Damit bieten die Tagesgeldkonten genau die gleiche Sicherheit wie Sparbücher - plus einen ordentlichen Renditebonus.

Direktbanken etwa zahlen derzeit deutlich mehr als zwei Prozent Zinsen fürs Tagesgeld und sogar mehr als drei Prozent bei Festgeld. In unseren Rechnern können Sie die aktuellen Angebote für Tagesgeld und Festgeld vergleichen. Denn bei der Suche nach einem geeigneten Tagesgeldkonto sollten Anleger zuerst die Höhe der Zinsen in den Blick nehmen. "Idealerweise sind die Zinsen höher als die Inflationsrate", empfiehlt Scherfling.

Kondition der Konten genau prüfen

"Das gelingt allerdings nicht immer." Der Grund: Die Inflationsrate schwankt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden lag die Teuerungsrate in Deutschland im März bei 2,1 Prozent. Im Februar hatte die Preissteigerung noch 2,3 Prozent betragen.

Doch nicht nur die Höhe der Zinsen ist entscheidend. "Viele Angebote sind mit Sternchen versehen", erklärt Scherfling. Das heißt: Banken knüpfen die Eröffnung eines attraktiv verzinsten Tagesgeldkontos oft an Bedingungen. "So sind die hohen Zinsen manchmal nur für einen bestimmten Zeitraum garantiert, oder es wird eine Mindestanlagesumme verlangt." Daher sollten die Konditionen in jedem Fall vor dem Abschluss geprüft werden.

Die Kontoeröffnung ist in der Regel einfach. Bei einer Filialbank werden die notwendigen Formulare gemeinsam mit dem Berater ausgefüllt. Für die Eröffnung eines Depots bei einer Direktbank sind mehrere Schritte notwendig: Das Formular für die Depoteröffnung laden Sparer aus dem Internet herunter und nehmen es ausgedruckt mit zum Postamt. Zur Identifizierung legen sie dort am Schalter den Personalausweis oder Reisepass vor. Die Depotunterlagen sowie ihre Online-Zugangsdaten erhalten Kunden dann per Post.

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