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Bund will Privatanleger loswerden

Bund will Privatanleger loswerden

03.07.2012, 12:55 Uhr | t-online.de

Bund will Privatanleger loswerden. Günther Schild warb für Bundesanleihen - demnächst wird die Werbefigur wohl in den Ruhestand geschickt (Quelle: PR)

Günther Schild warb für Bundesanleihen - demnächst wird die Werbefigur wohl in den Ruhestand geschickt (Quelle: PR)

Der Bund stellt das Geschäft mit Wertpapieren und Schatzbriefen für Privatanleger zum Jahresende ein. Das Bundesfinanzministerium habe sich entschieden, das "Privatkundengeschäft unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht weiter fortzusetzen", sagte ein Sprecher der Finanzagentur.

Privatanleger konnten bislang eine ganze Palette staatlicher Wertpapiere direkt beim Bund kaufen und dort verwalten lassen. Dazu gehörten neben dem Bundesschatzbrief, der 1969 als erste Geldanlage des Bundes für die breite Masse der Privatanleger aufgelegt wurde, auch sogenannte Finanzierungsschätze, Bundesobligationen und die Tagesanleihe.

Jahrelang hatte der Bund für die "spannendste Geldanlage Deutschlands" geworben. Doch das Investment der Anleger blieb unbedeutend: Es habe weniger als zwei Prozent der Bundesschuld ausgemacht, teilte die Finanzagentur mit. Der kostenintensive Aufwand lohne sich nicht.

Erwerb nur noch über Banken

Zwar können Privatanleger auch künftig noch Bundesobligationen und Anleihen erwerben. Doch dies geht ab 2013 nur noch über Banken und Sparkassen. Beim Kauf und der Depotverwaltung fallen die entsprechenden Gebühren der Geldinstitute an. Bislang waren Erwerb und Verwaltung bei der staatlichen Finanzagentur kostenlos.

Derzeit haben Anleger etwa 8,5 Milliarden Euro auf rund 330.000 Konten angelegt. Alle bestehenden Konten würden bis zur Fälligkeit der darin geführten Wertpapiere fortgeführt. Neue aufgelegte börsennotierte Wertpapiere des Bundes könnten ab 22. August nicht mehr in die Schuldbuchkonten bei der Finanzagentur eingetragen werden.

In den kommenden Tagen würden die Kunden in einem Schreiben über das weitere Vorgehen informiert, teilte die Finanzagentur mit. Darüber hinaus will die Agentur auf ihrer Internetseite informieren.

Kritik von Banken

Das vor mehr als 40 Jahren etablierte Privatkundengeschäft hatte 2008 mit der Einführung der Tagesanleihe an Fahrt gewonnen. TV-Spots mit der computeranimierten Schildkröte "Günther Schild" warben für die Bundeswertpapiere als konservative Anlage. Die Banken protestierten gegen die prominent geschaltete Werbung, weil sie die Konkurrenz des Bundes fürchteten. Mitten in den schlimmsten Zeiten der Finanzkrise werbe der Staat den Banken Kunden ab, lautete ein häufiger Vorwurf.

Aber auch viele Kunden waren über die teils sehr schlecht verzinsten Produkte verärgert. So brachte die mit Tagesgeld von Banken vergleichbare Tagesanleihe seit Januar weniger als 0,3 Prozent Zinsen. Zuletzt wurden sogar nur noch 0,18 Prozent gezahlt. Bei den Banken gibt es für Tagesgeld aktuell im Schnitt gut 1,4 Prozent. Auf die Erträge wird Abgeltungsteuer fällig.

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