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Bankguthaben in Deutschland: Was die Spargelder schützt

Was die Spargelder der Deutschen schützt

31.03.2013, 10:30 Uhr | t-online.de, dapd

Bankguthaben in Deutschland: Was die Spargelder schützt. Im Zuge der Euro-Krise fürchten viele Deutsche um ihre Bankguthaben (Quelle: Archiv)

Im Zuge der Euro-Krise fürchten viele Deutsche um ihre Bankguthaben (Quelle: Archiv)

Die Deutschen legen ihr Geld auf die hohe Kante - selbst in wirtschaftlich flauen Zeiten: Mit rund zwei Billionen Euro sind die Spareinlagen der Bundesbürger so hoch wie nie zuvor. Laut einer Umfrage von Infratest Dimap sorgt sich allerdings jeder Zweite wegen der Euro-Krise um die Sicherheit seiner Ersparnisse. Experten geben jetzt Entwarnung: In Deutschland schützen verschiedene Sicherungssysteme die Sparer vor Verlusten - aber nicht ohne Lücken.

Gesetzlicher Schutz seit 2011

"Spargelder sind in Deutschland extrem gut abgesichert", sagt Hermann-Josef Tenhagen vom Magazin "Finanztest" der Stiftung Warentest. Seit dem Jahr 2011 sind Einlagen in Deutschland grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Sparer gesetzlich geschützt.

Die Absicherung gilt etwa für Tages- und Festgelder, Sparbücher und Sparbriefe. Im Fall einer Bankpleite erfolgt die Rückzahlung der Einlagen innerhalb von maximal 30 Arbeitstagen nach einer schriftlichen Meldung des Kunden. Voraussetzung ist, dass das Geld in Euro oder der Währung eines anderen EU-Mitgliedstaats angelegt ist, für Einlagen in anderen Fremdwährungen gilt die Absicherung nicht.

Wertpapiere nur in Verwahrung

Ausgenommen von den Sicherungssystemen sind auch Wertpapiere wie Aktien, Investmentfonds oder Zertifikate. Aber das ist auch nicht erforderlich, weil sie von den Banken lediglich in den Depots verwahrt werden und immer Eigentum des Kunden bleiben. Sollte eine Bank tatsächlich insolvent werden, können Kunden jederzeit die Herausgabe ihrer Wertpapiere verlangen.

Sparkassen sowie Raiffeisen- und Volksbanken sind von der gesetzlichen Einlagensicherung ausgenommen, da sie eigene Sicherungssysteme bieten, die vom Gesetzgeber als gleichwertig angesehen werden. Die Institutssicherung soll verhindern, dass ein Mitgliedsinstitut überhaupt zahlungsunfähig wird. Dadurch sind die Kundengelder praktisch in unbegrenzter Höhe geschützt. Und bislang gab es bei Sparkassen und Volksbanken auch keine Pleiten.

Sicherungsfonds für Privatbanken

Als Sicherungseinrichtung für Privatbanken fungiert der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Deutscher Banken (BdB). Bei den angeschlossenen Instituten sind die Einlagen der Kunden in Millionenhöhe geschützt. Nach einer Marktübersicht des Finanzportals Biallo sind beispielsweise bei der Comdirect 117 Millionen Euro pro Kunde abgesichert, bei Cortal Consors sind es 45 Millionen Euro, bei der ING-Diba knapp 1,5 Milliarden Euro und bei der Santander Bank 774 Millionen Euro. Bei der Bank of Scotland, die erst kürzlich dem BdB beigetreten ist, sind es 250.000 Euro je Anleger.

Der Einlagensicherung des BdB gehören nicht nur viele deutsche Institute an, sondern auch zahlreiche Direktbanken und Zweigniederlassungen ausländischer Banken. Seit der Gründung 1976 sprang der BdB-Sicherungsfonds in mehr als 30 Fällen ein, beispielsweise im Jahr 2008 bei der Pleite der Weserbank.

Einlagen verteilen

Um Gelder bestmöglich abzusichern, können Kunden ihre Einlagen auch auf mehrere Institute verteilen. Das biete sich vor allem an, wenn es sich um mehr als den geschützten Betrag mit Konto- und Sparguthaben handele, sagt Frank-Christian Pauli, Finanzexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. "Es kommen natürlich auch andere Anlageformen infrage, wobei man sich jedoch nicht von der aktuellen Verunsicherung leiten lassen darf, denn Angst ist der schlechteste Ratgeber", sagt Pauli.

Darüber hinaus garantiert die Bundesregierung für die Sicherheit der Einlagen deutscher Sparer. Nach Ansicht von Hermann-Josef Tenhagen hat diese Erklärung durchaus Gewicht, auch wenn sie im Ernstfall nicht einklagbar sei. "Der Staat würde jedoch sicher alles tun, um Massenabhebungen und damit einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern", erklärt der Experte.

Deutliche Unterschiede zu Zypern

Eine Situation wie in Zypern, wo Bankkunden mit einem Teil ihres Vermögens für zahlungsunfähige Banken haften, hält Max Herbst von der unabhängigen Finanzberatung FMH für unwahrscheinlich: "Die Gegebenheiten in Zypern unterscheiden sich deutlich von denen in Deutschland."

Ohnehin hafteten Steuerzahler hierzulande selbst für ihre Banken, wie etwa die Fälle der Hypo Real Estate und der Commerzbank zeigten und sicherten ihre Einlagen somit indirekt selbst ab. "Das bedeutet zwar nicht, dass eine direkte Beteiligung an einer Bankenrettung unmöglich wäre, sie ist aber weit weniger wahrscheinlich", betont Herbst.

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