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Geldanlage: Tipps für Sparer ab 60 Jahre

Geldanlage  

Tipps für Sparer ab 60 Jahre

23.05.2013, 11:46 Uhr | dpa-tmn

Geldanlage: Tipps für Sparer ab 60 Jahre. Das Geld muss nicht in den Socken - Sparen geht auch anders (Quelle: dpa)

Das Geld muss nicht in den Socken - Sparen geht auch anders (Quelle: dpa)

Egal, welchen Beruf man ausübt: In der Regel wird die gesetzliche Rente geringer sein als das Einkommen während der Erwerbstätigkeit. Wer im Alter seinen Lebensstandard halten möchte, muss daher finanziell vorsorgen. Das ist auch noch für Leute ab 60 Jahren möglich.

Keine Risiken in Kauf nehmen

Ob Banksparplan, Fondssparplan oder Anlage in Tages- und Festgeld - gespart werden kann in jedem Alter. "Wenn absehbar ist, wie viel Geld man monatlich beiseite legen kann, sollte man mit seinem Bankberater sprechen", sagt Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Nach ihren Angaben gilt für ältere Kunden genau das, was auch für jüngere Sparer zutrifft - mit einer Ausnahme: Ab 60 sollte man sich nicht mehr allzu langfristig binden und weniger Risiken in Kauf nehmen.

Sicherheit - das ist auch aus Sicht von Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf ein zentraler Aspekt, wenn ältere Menschen Geld anlegen wollen. "Angehende Rentner können im Zweifel schlechte Börsenphasen nicht mehr so gut aussitzen oder Verluste anderweitig ausgleichen wie Menschen, die noch am Anfang ihres Berufslebens stehen", erläutert Scherfling.

Er rät dazu, bei eher kurzen Laufzeiten - hier sind es weniger als sieben Jahre bis zum Renteneintritt - bei Geldanlagen auf kostenintensive Produkte zu verzichten. Nicht geeignet für Rentner sind aus seiner Sicht Anlageformen, bei denen Anleger lange nicht an ihr Geld kommen - das sind beispielsweise Bausparpläne.

"Den goldenen Tipp gibt es nicht"

"Was genau für wen richtig ist, hängt vom Einzelfall ab", sagt Karin Baur von der Stiftung Warentest in Berlin. Für manchen ist die Sicherheit der lebenslang gezahlten Rente das entscheidende Kriterium, ein anderer setzt dagegen mehr auf Flexibilität. "Den goldenen Tipp für die passende Geldanlage für Leute ab 60 gibt es nicht", betont Baur. Allerdings, räumt sie ein, ist es immer besser, sich möglichst frühzeitig ein finanzielles Polster zuzulegen.

Für solche, die bereits Rücklagen haben, steht bei Renteneintritt die Frage an, wie dieses für einen finanziell sorgenfreien Lebensabend genutzt werden kann. Die Möglichkeiten hierfür sind vielfältig. "Beispielsweise könnte das Geld teilweise in eine sofort beginnende Rentenversicherung investiert werden", sagt Verbraucherschützer Scherfling. Dann gibt es lebenslang jeden Monat zusätzlich zu den sonstigen Einkünften eine weitere Rente. Das ist aber nur eine Möglichkeit von vielen.

Die Alternativen: ein Bankauszahlplan oder ein Fondsentnahmeplan. "Jedes dieser Produkte hat bestimmte Vor- und Nachteile", so der Experte von der Verbraucherzentrale NRW.

Rentner haben andere Kosten als Erwerbstätige

Einkalkuliert werden muss grundsätzlich übrigens auch, dass Rentner andere Kosten als Erwerbstätige haben: So fallen Posten wie beispielsweise die Beiträge zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung weg. Dafür können unvorhergesehene Ausgaben wie Selbstbeteiligungen bei Gesundheitsleistungen häufiger vorkommen. "Das sind alles Punkte, die bei der Finanzplanung fürs Alter bedacht werden müssen", sagt die Warentest-Expertin Baur.

Der Bundesverband deutscher Banken empfiehlt angehenden Rentnern, ihre Geldanlage regelmäßig zu überprüfen. Dabei sollte auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktien und festverzinslichen Wertpapieren wie etwa Bundesanleihen, Unternehmensanleihen oder Pfandbriefe geachtet werden. "Eine Faustregel für die Geldanlage in Aktien ist: 100 minus Lebensalter", so Julia Topar. Das heißt: Je älter man ist, desto weniger Aktienbeimischung sollte man haben. "Letztendlich hängst dies aber immer von der persönlichen Risikobereitschaft ab", fügt Topar hinzu.

Auf Nummer sicher gehen

Für solche, die Sicherheit bevorzugen, "kommen Festgeldkonten und Sparbriefe oder Bundeswertpapiere in Frage", erläutert Karin Baur. Verbraucherschützer Scherfling hält es in jedem Fall für wichtig, verschiedene Angebote einzuholen und sie in aller Ruhe miteinander zu vergleichen: "Hier ist es im Zweifel vorteilhafter, die richtige Entscheidung etwas später zu treffen als vorschnell etwas abzuschließen - denn eine Fehlentscheidung wäre hier im Nachhinein wohl kaum mehr zu korrigieren und hätte Auswirkungen bis an das Lebensende."

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