Sie sind hier: Home > Finanzen > Geld > Geldanlage >

Hohe Renditen nicht Aufgabe der Notenbank

Bundesbank-Chef Weidmann  

Hohe Renditen nicht Aufgabe der Notenbank

20.11.2013, 20:49 Uhr | dpa, AFP

. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann (Quelle: Reuters)

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann (Quelle: Reuters)

Klare Ansage von Bundesbank-Chef Jens Weidmann: Angesichts historisch niedriger Zinsen für Sparer im Zuge der Euro-Krise hat er die Rolle der Notenbanken verteidigt. Es sei nicht Aufgabe der Notenbanken, "eine bestimmte reale Rendite, also eine Rendite nach Abzug der Inflation zu garantieren", sagte Weidmann der Wochenzeitung "Die Zeit". Zudem verweist Weidmann auf die Vorteile der niedrigen Zinsen.

Der Sparer müsse sich "darauf verlassen können, dass wir den Wert des Geldes stabil halten" - und sie müssten darauf zählen können, dass die Notenbanken die Zinsen anhöben, wenn Inflationsrisiken zunähmen, erklärte der Bundesbank-Präsident.

Nicht nur im wirtschaftsstarken Deutschland bekämen Sparer derzeit das niedrige Zinsniveau zu spüren, betonte er. "Das gilt für einen italienischen Sparer genauso wie für einen deutschen."

Anzeige
Strompreise vergleichen
der Stromrechner

Finden Sie den günstigsten Stromanbieter aus Ihrer Region. Daten eingeben und vergleichen.

Strom-Rechner

Vorteile der Niedrig-Zinsen

Verbrauchern brächten die derzeit extrem niedrigen Zinsen nicht nur Nachteile, sie nutzten diesen auch - etwa als Arbeitnehmer, als Käufer von Immobilien oder als Steuerzahler, sagte Weidmann. "In diesen Rollen profitieren wir von den niedrigen Zinsen, weil sie vielleicht unseren Arbeitsplatz sichern, Baugeld günstiger machen und den Staatshaushalt entlasten." Dies gehe in der aktuellen Debatte oft unter.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins für die Eurozone Anfang November auf ein neues historisches Tief von 0,25 Prozent gesenkt. Ein niedriger Leitzins bedeutet, dass auch die Zinsen für Anleger weiter sinken, etwa bei Tages- und Festgeld. Die Anlegerzinsen orientieren sich teils am Leitzins der EZB. Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der EZB mit Geld versorgen können.

Weidmann gegen weitere Lockerung der Geldpolitik

Auch gegen eine weitere Lockerung der Geldpolitik sprach sich Weidmann aus. "Der Rat der EZB hat doch gerade erst die Geldpolitik weiter gelockert, da halte ich es nicht für sinnvoll, gleich schon die nächste Runde einzuläuten". Die Europäische Zentralbank (EZB) könne zwar noch mehr tun, doch dies sei nicht angebracht.

"Technisch sind wir sicher nicht am Ende unserer Möglichkeiten. Die Frage aber ist: Was ist sinnvoll?" Die Debatte über weitere Maßnahmen lenke von den eigentlichen Krisenursachen ab, sagte Weidmann.

Beobachter diskutieren zurzeit, welche Möglichkeiten der EZB angesichts von Leitzinsen nahe Null bleiben. Genannt werden insbesondere negative Zinsen auf Bankeinlagen bei der EZB, die Abschaffung der Mindestreservepflicht oder eine neue Runde langlaufender Notkredite für Geschäftsbanken (LTRO). EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hatte unlängst auch die Option breitangelegter Wertpapierkäufe ins Gespräch gebracht.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal