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Luxusproblem oder Notstand? Niedrigzinsen ärgern Deutschlands Millionäre

Luxusproblem oder Notstand?  

Niedrigzinsen ärgern Deutschlands Millionäre

26.11.2013, 16:05 Uhr | dpa, t-online.de

Luxusproblem oder Notstand? Niedrigzinsen ärgern Deutschlands Millionäre. Niedrige Zinsen nagen an den Ersparnissen der Deutschen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sparer bereits mit Niedrigzinsen gestraft - nun könnten sogar Strafzinsen folgen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die aktuellen Minizinsen lassen Anleger um ihre Einlagen fürchten. Aber wohin mit dem Geld, bevor die Ersparnisse schrumpfen? Das fragen sich zurzeit selbst Millionäre und deren Anlageberater. Eine akzeptable Rendite herauszuschlagen, sei dennoch möglich, sagen Experten - mit Sachwerten von Immobilien bis zur Kunst. Allerdings sind auch die Investitionen nicht ohne Risiko.

Seit die Europäische Zentralbank (EZB) und andere Notenbanken die Märkte mit Geld fluten, sei es schwieriger geworden, das Vermögen der Kunden nicht nur zu erhalten, sondern auch auszubauen, berichtet René Fischer vom Beratungsunternehmen Roland Berger.

Zahl der Dollar-Millionäre in Deutschland steigt

Bisher scheinen die Niedrigzinsen allerdings keine Spuren auf den Konten der Vermögensmillionäre zu hinterlassen - im Gegenteil. Die Beratungsgesellschaft Boston Consulting zählte 2012 in Deutschland 362.000 Haushalte mit einem Privatvermögen von einer Million Dollar oder mehr. Im Jahr 2011 waren es lediglich 331.000.

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Einschließlich derjenigen, die über rund 500.000 Euro liquide Mittel verfügen, sind mehr als eine Million der Haushalte wohlhabend, wie die Experten von Roland Berger berechnet haben. Ein lukrativer Markt, den sich vor allem die großen Vermögensverwaltungen der Banken und unabhängige Verwalter teilen.

Investition in Wälder

Aktien und Sachwerte, lautet die Strategie des Frankfurter Vermögensverwalters FOCAM, der sich auf die Verwaltung von Familienvermögen ab etwa 15 Millionen Euro spezialisiert hat. "Wir konzentrieren uns verstärkt auf Sachwerte", sagt Alexander von Franckenstein, Geschäftsführer der FOCAM-Niederlassung in München. So investiert ein vor vier Jahren aufgelegter FOCAM-Fonds in Wälder in Finnland, Uruguay und Neuseeland. Etwa 35 Prozent der Kundengelder legt der Vermögensverwalter in Aktien an.

Kaum Geld lässt sich derzeit mit Staatsanleihen von Ländern mit guter Bonität wie Deutschland verdienen. Sie werfen angesichts der Flucht der Anleger in die als "sicherer Hafen" geltende Papiere kaum noch Rendite ab. "Wir schauen uns daher Italien, Spanien und Portugal an", sagt Franckenstein. Dort ist das Risiko höher, aber eben auch die Rendite.

Flucht in Sachwerte

Den Trend zu Sachwerten bestätigt Fischer. "Es gibt eine regelrechte Flucht der Vermögenden in Sachwerte". Früher wurden neben Aktien und Anleihen im Schnitt etwa zehn Prozent in Immobilien, Rohstoffe, Gold oder Grund und Boden investiert.

Mittlerweile liege der Anteil der sogenannten illiquiden Vermögenswerte bei bis zu 30 Prozent. Sehr gefragt sind derzeit auch Unternehmensbeteiligungen. "Es gibt durch das billige Geld der Notenbanken einen regelrechten Gründungsboom im Bereich Social Media und IT", sagt Fischer.

Kunden sollten Risiken kennen

Ohne Risiko sind Grund und Boden, Oldtimer oder Kunstwerke allerdings nicht. Fischer sagt dazu: "Man kommt bei Sachwerten nicht wieder so schnell raus, wer kauft beispielsweise ein Stück Wald in Kanada?" Vermögensverwalter seien gefordert, diese Risiken den Kunden klar zumachen und auch zu quantifizieren. Daran mangele es derzeit noch.

Der Zukunftsmarkt für das Geschäft mit dem Geld der Reichen und Superreichen ist nach Einschätzung von Roland Berger die Region Asien-Pazifik mit Zuwächsen von zehn Prozent jährlich beim anzulegenden Vermögen. In Europa erwarten die Experten vergleichsweise magere Zuwächse von drei Prozent im Jahr auf 8,3 Billionen Euro 2017.

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