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Neues Rekordtief: Sparfreude der Deutschen "im freien Fall"

Neues Rekordtief  

Sparfreude der Deutschen "im freien Fall"

29.01.2014, 13:28 Uhr | t-online.de , dpa , dpa-AFX

Neues Rekordtief: Sparfreude der Deutschen "im freien Fall". Sparen bringt nichts: So denken derzeit viele Deutsche und kaufen lieber ein (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sparen bringt nichts: So denken derzeit viele Deutsche und kaufen lieber ein (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Sparneigung der Deutschen ist auf ein neues Rekordtief gesunken: Immer weniger Bundesbürger huldigen dem Sparschwein - angesichts dauerhafter Mini-Zinsen stecken sie ihr Geld lieber in eigene Immobilien oder gönnen sich einen Traumurlaub. Zu dem Ergebnis kommen die Experten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Dabei sind die Menschen hierzulande in der besten Kauflaune seit sechs Jahren - Euro-Krise hin oder her.

Mangels Rendite halten nach den Erkenntnissen der Konsumforscher immer weniger Bürger das Sparen für sinnvoll. "Die Sparneigung der deutschen Verbraucher befindet sich im freien Fall und ist im Januar abermals auf den niedrigsten Wert seit der deutschen Wiedervereinigung gesunken", sagte Rolf Bürkl von der GfK.

Im Januar hatte der monatlich ermittelte Index bei minus 49 Punkten gelegen. Die Sparneigung habe damit selbst die Rekordtiefstände der beiden vorangegangenen Monate noch unterschritten, erklärte Bürkl. In diesem Zusammenhang sei die jüngste Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins weiter bei 0,25 Prozent belassen, "geradezu Gift für die Sparneigung der Verbraucher".

Noch kein Vertrauen in Finanzmärkte

Hinzukomme, dass das Vertrauen der Verbraucher in die Finanzmärkte nach der Finanzkrise der vergangenen Jahre "noch nicht vollständig hergestellt ist" und sie daher immer noch mit Geldanlagen zögerten, erläuterte der Experte. Viele Verbraucher steckten ihr Geld lieber in Immobilien, Autos und Smartphones oder leisteten sich teure Reisen statt ihr Geld auf Tages- oder Festgeldkonten anzulegen.

Auch Anbieter von Wellness-Angeboten profitierten inzwischen vom Trend, Geld lieber auszugeben als zu sparen. Den Trend unterstützen neben der guten Arbeitsmarktlage auch die Aussicht vieler Verbraucher auf ein steigendes Einkommen in diesem Jahr. Dass eine ungebremste Konsumlust über kurz oder lang die Inflation anheizen könnte, erwartet Bürkl nicht. "Es gibt derzeit keine Hinweise auf Preiserhöhungen in breiter Front", betonte er.

Konsumklima stark gestiegen

Derweil meldet die GfK die stärkste Kauflaune seit über sechs Jahren. Der vom GfK-Institut ermittelte Konsumklimaindikator für Februar stieg demnach von revidiert 7,7 Punkten im Vormonat auf 8,2 Punkte. So gut war die Stimmung zuletzt im September 2007.

Das Konsumklima entwickelt sich damit deutlich besser als erwartet. Volkswirte hatten nicht mit einem weiteren Anstieg gerechnet. "Die Rahmenbedingungen für die Verbraucher sind weiterhin überaus günstig", sagte GfK-Experte Bürkl. Ein stabiler Arbeitsmarkt und steigende Löhne und Gehälter bei moderater Inflation seien wesentliche Treiber der Konsumstimmung.

Drei Faktoren stützen den Trend

Den ungewöhnlich starken Anstieg erklärte Bürkl mit einem Zusammenspiel entscheidender Faktoren. "Der Sprung kommt dadurch zustande, dass sich mit der Einkommenserwartung, der Anschaffungsneigung und der Sparneigung alle drei wichtigen Einflussfaktoren in eine für das Konsumklima positive Richtung entwickelt haben."

Der steigende Konjunkturoptimismus führt dazu, dass die von der GfK gemessene Einkommenserwartung auf den höchsten Wert seit 13 Jahren kletterte. Vor dem Hintergrund des Aufschwungs in Deutschland und der vergleichsweise niedrigen Inflation ist der große Einkommensoptimismus der Deutschen laut GfK "angebracht und nachvollziehbar".

Die Euro-Krise sei als potentielle Bremse der Konsumstimmung zuletzt in den Hintergrund getreten, so Bürkl. Auch der "nicht ganz pannenfreie Start" der Großen Koalition in Berlin konnte nach Einschätzung des GfK-Instituts der Zuversicht der Verbraucher nichts anhaben. Mit Blick auf die weitere Entwicklung des Konsumklimas zeigte sich der Fachmann zuversichtlich. "Auf das ganze Jahr gesehen rechne ich aber eher mit einer stabilen Entwicklung", sagte Bürkl.

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