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Zinsen: Einseitige Ausrichtung macht finanzielle Ziele unerreichbar

Gastkolumne  

Einseitige Ausrichtung macht finanzielle Ziele unerreichbar

31.01.2014, 20:16 Uhr | Von Christoph Leichtweiß für t-online.de

Die langfristigen Sparziele der Anleger in Deutschland sind sich meist recht ähnlich. Altersvorsorge, finanzielle Unabhängigkeit oder die Sicherstellung einer guten Ausbildung für die Kinder sind hier häufig genannte Motive. Ein Blick auf das Geldvermögen der privaten Haushalte zeigt, dass die Voraussetzung zur Erreichung dieser Ziele durchaus vorhanden wäre. Die Menschen legen einen Teil ihres Geldes zurück, statt es zu konsumieren. Ob das allerdings ausreicht, um die gewünschten Ziele tatsächlich erreichen zu können, ist zumindest fraglich.

Der Grund hierfür liegt in der Art, wie gespart wird. Statt das eingesetzte Geld zu vermehren, wird allzuoft sogar eine negative reale Rendite erwirtschaftet, Kaufkraft somit vernichtet. Dabei wäre ein Vermögensaufbau erforderlich.

Schon für den einfachen Kapitalerhalt nach Steuern und Inflation ist bei einer angenommenen Inflationsrate von zwei Prozent und der aktuellen Belastung von Kapitalerträgen durch die Abgeltungsteuer eine Verzinsung von wenigstens zwei Prozent erforderlich. Das ist in der aktuellen Niedrigzinsphase mehr als anspruchsvoll.

Hohe Renditen werden benötigt

Erschwerend kommt hinzu, dass für viele Menschen der reale Erhalt nicht ausreichen wird. Sie benötigen höhere Renditen, da das vorhandene Kapital und die möglichen Sparraten bei reinem Kapitalerhalt schlicht nicht ausreichen, um die gewünschten Ziele zumindest rechnerisch erreichen zu können.

Ein Hinweis, wie die Deutschen ihr Geld anlegen, gibt die Verteilung des mittlerweile auf über fünf Billionen Euro angewachsenen Geldvermögens der privaten Haushalte. Die Daten der Bundesbank zeigen, dass Bargeld und Einlagen bei Banken und Sparkassen einen Anteil von 40 Prozent ausmachen.

Ansprüche gegenüber Versicherungen kommen auf 30 Prozent. In der Gesamtbetrachtung summieren sich die zinsabhängigen Geldwerte auf einen Anteil von mindestens 80 Prozent. In den verbleibenden 20 Prozent befinden sich Investmentzertifikate, sonstige Anteilsrechte und Aktien.

So verteilt sich das Geldvermögen der Deutschen  (Quelle: Dt. Bundesbank/ YPOS-Finanzplanung GmbH ) Bargeld, Zertifikate, Aktien: So verteilt sich das Geldvermögen der Deutschen (Quelle: Dt. Bundesbank/ YPOS-Finanzplanung GmbH )

Zu wenig Rendite für den Kapitalerhalt

Wie schwer es eine solche Verteilung macht, die notwendige Rendite zu erwirtschaften, zeigt eine einfache Rechnung: Wird angenommen, dass Investmentzertifikate, Anteilsrechte und Aktien eine durchschnittliche Rendite von fünf Prozent abwerfen und werden für die verzinslichen Anteile aktuelle Werte eingesetzt, bleiben vor Inflation und Steuern gerade einmal 2,3 Prozent übrig. Schon für den Kapitalerhalt sind allerdings rund drei Prozent notwendig.

Die Folgen der einseitigen Ausrichtung auf zinsabhängige Vermögenswerte werden besonders deutlich, wenn in die Berechnung statt der fünf Prozent für Aktien die außergewöhnlich hohe DAX-Performance des Jahres 2013 von 26 Prozent eingesetzt wird. Selbst dann steigt die Rendite für das Gesamtvermögen lediglich auf 3,4 Prozent.

Nicht nur in verzinslichen Anlagen sparen

Das Erschreckende dabei ist, dass die Verteilung des Gesamtvermögens aller deutschen Privathaushalte sogar noch ein geschöntes Bild zeichnet. Schließlich ist das Vermögen nicht gleich verteilt. Gerade bei den Haushalten, die aufgrund eines geringeren Vermögen und kleinerer Sparraten auf die Erzielung einer höheren Rendite angewiesen wären, liegt der Anteil des nicht in verzinslichen Anlagen investierten Kapitals noch deutlich unterhalb der 20 Prozent des Gesamtdurchschnitts.

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