Sie sind hier: Home > Finanzen > Geld > Geldanlage >

Bundesbank überweist Milliarden an Berlin

Höchster Gewinn seit 2008  

Bundesbank überweist Milliarden an Berlin

13.03.2014, 18:14 Uhr | rtr

Bundesbank überweist Milliarden an Berlin. Bundesbank-Chef Jens Weidmann (Quelle: dpa)

Bundesbank-Chef Jens Weidmann (Quelle: dpa)

Nach zwei mageren Jahren kann sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wieder über eine Milliarden-Überweisung der Bundesbank freuen. Wie die Bank in Frankfurt mitteilte, lag der Gewinn im vergangenen Jahr bei 4,6 Milliarden Euro - so hoch wie seit 2008 nicht mehr.

In den vergangenen Jahren hatten Rückstellungen das Ergebnis gedrückt. Für 2013 seien keine weiteren Reserven gebildet worden. Die gesamte Wagnisrückstellung bleibe deshalb bei 14,4 Milliarden Euro, sagte Bundesbank-Chef Jens Weidmann. Das Polster weckt Begehrlichkeiten bei der Politik.

Niedrigeres Ergebnis für 2014 absehbar

"Für den Bundeshaushalt freue ich mich auf den Tag, an dem die Bundesbank mit der Auflösung der Rückstellungen beginnt", erklärte etwa der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Norbert Barthle, in Berlin. Weidmann sagte, eine Auflösung der Rückstellungen sei nicht angebracht, weil angesichts des zuletzt gesunkenen Leitzinses bereits jetzt ein niedrigeres Ergebnis für 2014 absehbar sei.

Die Regierung darf maximal 2,5 Milliarden Euro des Gewinns in ihrem Haushalt verplanen. Die restlichen 2,1 Milliarden Euro würden zur Schuldentilgung eingesetzt, sagte ein Sprecher Schäubles. Geld von der Bundesbank war in den Krisenjahren nur spärlich nach Berlin geflossen. Für 2012 waren 664 Millionen Euro und für 2011 lediglich 643 Millionen Euro an Schäuble überwiesen worden. 2010 gab es immerhin noch ein Plus von 2,2 Milliarden Euro in der Bilanz.

Bundesbank verdient an Hellas-Anleihen

Wichtigste Einnahmequelle der Bundesbank waren auch 2013 die Zinserträge, die sich auf 7,3 Milliarden Euro summierten. Wegen der Leitzinssenkungen der EZB fielen sie damit jedoch geringer aus als ein Jahr zuvor mit elf Milliarden Euro. Enthalten sind in den Zinserträgen auch Einnahmen, die die Bundesbank im Zuge des in Deutschland heftig umstrittenen Aufkaufs unter anderem griechischer Staatsanleihen erzielte. Die deutsche Zentralbank hatte diese vor 2012 im Rahmen eines Programms der Europäischen Zentralbank (EZB) gekauft.

Zur Staatsschuldenkrise in der Währungsunion äußerte sich Weidmann verhalten optimistisch: "Die notwendigen Anpassungsprozesse in den von der Krise besonders betroffenen Ländern sind erkennbar vorangekommen, das Vertrauen kehrt allmählich zurück." Allerdings bleibe die Störanfälligkeit der Wirtschaft wegen der drückenden Verschuldung hoch. "Um die Krise und ihre tiefer liegenden strukturellen Ursachen tatsächlich dauerhaft zu überwinden, sind weiterhin erhebliche Anstrengungen und ein langer Atem nötig."

Die deutsche Wirtschaft profitiert nach Ansicht Weidmanns vom globalen Rückenwind, der maßgeblich von der weiter extrem expansiven Geldpolitik der Notenbanken herrühre. "Die Konjunktur in Deutschland dürfte auch in diesem sowie im kommenden Jahr weiter anziehen", sagte der Bundesbank-Präsident. Grund dafür sei insbesondere die Binnenkonjunktur, die zu einer niedrigen Arbeitslosenquote, andauerndem Beschäftigungswachstum und einem Anstieg der Löhne und Gehälter führe. Dies sei auch ein guter Schutz gegen eine Abwärtsspirale fallender Preise und sinkender Investitionen, wie sie manche fürchten.

Deflationsrisiko sehr begrenzt

Für ein solches Horrorszenario gebe es keine Anzeichen, bekräftigte Weidmann. "Das Risiko einer breiten deflationären Entwicklung ist sehr begrenzt." Es sei nicht ersichtlich, dass Verbraucher und Firmen Konsum- und Investitionsentscheidungen verschieben würden. Die Teuerung in den 18 Euro-Ländern liegt seit Monaten unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp unter zwei Prozent. Die EZB hatte ihren Leitzins vergangene Woche dennoch nicht gekappt und bei rekordniedrigen 0,25 Prozent belassen.

Die jüngste Aufwertung des Euro an den Devisenmärkten sieht Weidmann noch nicht als Problem, obwohl ein starker Euro die deutsche Exportwirtschaft belastet. Allerdings müsse die EZB die Entwicklung im Auge behalten: "Eine Aufwertung des Euro kann zu einer Veränderung der Teuerungserwartung führen und muss deshalb bei unseren Prognosen und bei der Reaktion der Geldpolitik berücksichtigt werden." Die Gemeinschaftswährung kostet mittlerweile 1,3950 Dollar. Die Risiken aus der Ukraine-Krise sieht Weidmann als begrenzt an, warnte allerdings wie EZB-Chef Mario Draghi vor möglichen politischen Folgen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenhappy-size.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal