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Sanierung zugestimmt: Prokon-Anleger dürfen auf Rückzahlungen hoffen

Mega-Pleite abgewendet  

Entscheidung über Prokon ist gefallen

03.07.2014, 14:40 Uhr | rtr , dpa

Sanierung zugestimmt: Prokon-Anleger dürfen auf Rückzahlungen hoffen. Nach der Insolvenz des Windenergie-Unternehmens Prokon können die Anleger Teilzahlungen erwarten (Quelle: dpa)

Nach der Insolvenz des Windenergie-Unternehmens Prokon können die Anleger Teilzahlungen erwarten (Quelle: dpa)

Das insolvente Windenergie-Unternehmen Prokon wird weitergeführt und nicht zerschlagen. Darauf haben sich im Grundsatz drei große Gruppen von Gläubigern und der Insolvenzverwalter in einer gemeinsamen Besprechung verständigt, teilten die Beteiligten am in Hamburg mit. Es sei nicht beabsichtigt, Prokon die Windparks in Deutschland und Polen zu verkaufen. Das Unternehmen solle vielmehr durch einen Insolvenzplan saniert werden, den die Gläubigerversammlung am 22. Juli beschließen muss.

Nach dem Sanierungskonzept haben die 75.000 Genussrechts-Inhaber die Wahl:

- sie können ihre Papiere in Eigenkapital umwandeln, also echte Gesellschafter von Prokon werden

- einen Teil der Genussrechte in eine handelbare Anleihe umwandeln, über die windkraft-müde Anleger aussteigen können.

Prokon-Teile, die der Insolvenzverwalter nicht mehr zum Kerngeschäft zählt, sollen verkauft werden. Zu Prokon gehören unter anderem ein Biodiesel-Hersteller in Magdeburg und ein Sägewerk, das Holzpaletten produziert. Die Verkaufserlöse sollen nach dem Plan an die Gläubiger ausgeschüttet werden. Wer will, könne auch dieses Geld als Eigenkapital ins Unternehmen stecken.

40 Prozent der Einlagen wohl weg

Die 1995 gegründete Prokon beschäftigt 1300 Mitarbeiter. Das Amtsgericht Itzehoe hatte im Mai das Insolvenzverfahren über die Prokon Regenerative Energien GmbH eröffnet. Die übrigen Teile des Konzerns mit mehr als 800 Mitarbeitern sind nicht betroffen. 75.000 Anleger, die Prokon in der Hoffnung auf hohe Renditen 1,4 Milliarden Euro an Genussrechtskapital zur Verfügung gestellt hatten, bangen nun um ihr Geld. Sie werden nach Schätzungen des Insolvenzverwalters mindestens 40 Prozent ihrer Einlagen in den Wind schreiben müssen.

Die Prüfung der Insolvenz hatte sich lange hingezogen, weil erst mit Gutachten geklärt werden musste, ob die Genussrechts-Inhaber überhaupt als Gläubiger eingestuft werden könnten. Prokon hatte sich fast ausschließlich über diese Papiere finanziert. Als viele Zeichner aussteigen wollten, wurde es eng: Gekündigte Genussrechte im Volumen von 368 Millionen Euro ließen die fälligen Verbindlichkeiten auf 391 Millionen steigen, doch in der Kasse waren nur noch 19 Millionen Euro. Firmengründer Carsten Rodbertus hatte die Anleger vergeblich aufgefordert, ihr Geld im Unternehmen zu lassen. Nach Feststellungen des Gerichts ist Prokon auch überschuldet: Einem Vermögen von 1,05 Milliarden Euro stehen bei Prokon 1,53 Milliarden Euro Schulden gegenüber.

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