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Finanztest prangert Zins-Abzocke bei Dispokrediten an

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Dispozinsen im Check  

"Finanztest" kritisiert Zins-Abzocke

16.09.2014, 16:12 Uhr | AFP, t-online.de

Finanztest prangert Zins-Abzocke bei Dispokrediten an. Konto-Überziehung kann teuer werden: Kunden sollten ihren Kontostand gut im Auge behalten (Quelle: imago/christian ohde)

Konto-Überziehung kann teuer werden: Kunden sollten ihren Kontostand gut im Auge behalten (Quelle: imago/christian ohde)

Die Dispozinsen sinken zwar langsam, aber die Institute haben neue Wege gefunden, um ihre Kunden zu schröpfen. So lautet das Fazit des Magazins "Finanztest", das zum fünften Mal die Dispozinsen von Banken und Sparkassen unter die Lupe nahm. Die Situation sei für die Verbraucher nach wie vor unbefriedigend, sagte Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest, in Berlin.

Dispo- und Überziehungszinsen werden fällig, wenn ein Bankkunde kein Guthaben mehr auf dem Girokonto hat, es aber weiter belastet wird und ins Minus rutscht. Zunächst gewährt die Bank in der Regel einen Dispositionskredit - kurz: Dispokredit oder Dispo. Dieser ermöglicht eine begrenzte Überziehung. Limit sind oft zwei oder drei Monatsgehälter. Für Überziehungen in diesem Rahmen gilt der Dispozinssatz. Wird das Konto über diesen Rahmen hinaus überzogen, fallen bei den meisten Banken Überziehungszinsen an. Diese liegen oft noch mehrere Prozentpunkte höher.

Der Durchschnitt aller von "Finanztest" ermittelten Zinssätze lag am 1. August 2014 bei 10,65 Prozent - nach 11,31 Prozent im Vorjahr. Da sich Banken und Sparkassen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) Geld derzeit fast umsonst leihen könnten, sei ein zweistelliger Dispozinssatz aber "eindeutig zu hoch", kritisierte Primus. Ein fairer Dispozins müsse deutlich unter zehn Prozent liegen.

Höchster Dispozins bei 14,25 Prozent

Knapp 250 von insgesamt 1504 untersuchten Banken senkten ihren Dispozins im Vergleich zum Vorjahr um mindestens einen Prozentpunkt, wie die Untersuchung ergab. 35 Banken forderten aber immer noch einen Dispozins von 13 Prozent und mehr.

Den höchsten Zins von bis zu 14,25 Prozent verlangten laut "Finanztest" die Volksbank Westenholz in Nordrhein-Westfalen sowie die Raiffeisenbank Weil und Umgebung in Bayern, den niedrigsten hatte - wie schon 2013 - die Deutsche Skatbank mit 4,9 Prozent.

Niedriger Zins mit Haken

Allerdings seien die Tester auf eine "unerfreuliche Entwicklung" gestoßen, "die zwar zur Senkung des Durchschnittszinssatzes führt, aber nicht zu besseren Konditionen für die Kunden", sagte Projektleiterin Stephanie Pallasch. So hätten zahlreiche Banken inzwischen sogenannte Premium- oder Exklusivkonten eingeführt. Diese lockten mit Extras wie einer goldenen Kreditkarte und einem niedrigeren Dispo, seien dafür aber mit Kontoführungsgebühren von bis zu 25 Euro pro Monat verbunden. Selbst wer sein Konto regelmäßig um 1000 Euro überziehe, für den sei solch ein Extrakonto nicht unbedingt die bessere Wahl, warnten die Verbraucherschützer.

Transparenz unerwünscht?

Zudem stellen die Tester fest, dass einige Banken ein Geheimnis aus der Höhe des Dispozinses machen und diese erst im Kundengespräch lüften. Transparenz scheine vor allem bei Volks- und Raiffeisenbanken "unerwünscht zu sein", bemängelte Primus. In manchen Filialen seien die Preisaushänge unauffindbar, sehr viele Banken veröffentlichten den Dispozins nicht im Internet und erschwerten so einen Preisvergleich. Eine Informationsquelle ist für Kunden der Kontoauszug, wenn fällige Zinsen abgerechnet werden, etwa zum Ende eines Quartals. Dann müssen die Konditionen auf den Kontoauszügen abgedruckt werden. Um die Zinssätze verschiedener Institute zu vergleichen, gibt es Internetseiten wie test.de/dispo, fmh.de oder biallo.de.

Dispo-Rahmen einschränken

Um hohe Kosten zu umgehen, können Verbraucher mit ihrem Institut vereinbaren, dass ein Konto nicht überzogen werden darf. Finanzexperten raten aber dazu, zumindest einen Dispo-Rahmen von 500 Euro einzurichten. So ist es möglich, dass regelmäßig fällige Beträge wie Telefonrechnungen auch etwa während einer Urlaubsreise abgebucht werden können.

Dadurch lassen sich unter Umständen teure Mahngebühren sparen, welche die Kosten für Dispozinsen übersteigen können. Bankkunden können daneben mit ihren Instituten auch über die Höhe des Zinssatzes verhandeln. Zudem gibt es spezielle Girokonto-Typen wie Kinderkonten, die als reine Guthabenkonten angeboten werden und nicht überzogen werden können. Die jungen Bankkunden können somit nicht ins Minus rutschen.

Ratenkredit als Alternative

Bei größeren Ausgaben raten Verbraucherschützer davon ab, das Girokonto dauerhaft zu überziehen. Sie empfehlen einen Raten- oder Abrufkredit mit niedrigeren Zinsen. Ratenkredite sind Darlehen über eine bestimmte Summe und einen bestimmten Zinssatz, die in einem festen Zeitraum zurückgezahlt werden. Abrufkredite funktionieren ähnlich wie Dispokredite mit einem Kreditrahmen, jedoch muss meist monatlich ein bestimmter Betrag zurückgezahlt werden.

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