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Kolumne zu Anlagefehler: Der deutsche Senior spart bei der Rendite

Anlagefehler  

Der deutsche Senior spart bei der Rendite

14.11.2014, 17:33 Uhr | von Udo Schindler, KSW Vermögensverwaltung, t-online.de

Sicherheit ist den Medien zufolge das wichtigste Anlageziel der in Deutschland lebenden Senioren. Damit kommen für die liquiden Mittel nur das Sparbuch und allenfalls noch deutsche Bundesanleihen in Betracht. Woher rührt der Wunsch nach höchster Sicherheit?

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Die Hauptsorge unserer älteren Kunden ist, dass sie im Alter pflegebedürftig werden. In diesem Fall möchten sie von ihren Kindern finanziell unabhängig bleiben, zugleich aber sich eine adäquate Pflege leisten können. Das setzt Rücklagen voraus, die „sicher“ angelegt werden sollen.

Unsere Senioren gehen dabei regelmäßig von zwei falschen Annahmen aus: Zum einen ist „der“ Senior des Jahres 2014 nicht zu vergleichen mit seinem Pendant der 1950er Jahre. Laut statistischem Bundesamt beträgt die Lebenserwartung (noch auf Basis 2011) für männliche 60-jährige immerhin 21,3 Jahre. Der Anlagehorizont liegt damit sehr deutlich über der Kündigungsfrist der meist bevorzugten Spareinlagen...

Pflegekosten werden überschätzt

Zum anderen überschätzt diese Altersgruppe die Summe der notwendigen Eigenleistungen und Zuzahlungen bei einer eventuellen Pflegebedürftigkeit. Zwar werden die durchschnittlichen Unterbringungskosten von über 3000 Euro monatlich in der Pflegeeinrichtung (Pflegestufe III) von der Pflegeversicherung nicht vollständig übernommen. Doch ist die Deckungslücke in der Regel viel geringer als erwartet.

Laut dem Barmer GEK Pflegereport 2012 beträgt der durchschnittliche Eigenanteil über die Lebenszeit bei Männern 21.000 Euro. Anspruchsvollere Privatleistungen können die Kosten natürlich in die Höhe treiben.

Dass die Zuzahlungen eine überraschend geringe Summe ausmachen, hat einen einfachen Grund: Die Senioren verweilen im Durchschnitt nur ca. ein halbes Jahr in der Pflegeeinrichtung. Sowohl die Verweildauer wie der zur Absicherung nötige Betrag werden also überschätzt.

Fazit: Wenn das liquide Vermögen nicht zur Deckung des Lebensunterhalts benötigt wird, sondern der Absicherung im Pflegefall dienen soll, müssen Anlagehorizont und Höhe des notwendigen "sicheren" Betrages hinterfragt werden. Für unseren Durchschnittssenior wären Sparguthaben oder der Kauf einer zehnjährigen Bundesanleihe (1,0 Prozent Zins, Nettorendite per 31.10.14  nur 0,62 Prozent) in Höhe von ca. 38.000 Euro erforderlich. Damit wäre der oben genannte (durchschnittliche) Eigenanteil gedeckt, wenn man annimmt, dass die Pflegekosten jährlich um drei Prozent steigen.

Das weitere Vermögen kann dann zum Beispiel kostengünstig in einen ETF auf Dividendentitel investiert werden. Dass die Kurse der Aktien schwanken, spielt bei einer Anlagedauer von 20 Jahren keine Rolle mehr. Die zu erwartende Mehrrendite einer ausschüttungsorientierten Aktienanlage wird der Lebenswirklichkeit unserer alternden Gesellschaft gerecht und kann für einen regelmäßig noch sehr aktiven Lebensabschnitt eingesetzt werden.

Udo Schindler, Vorstand der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg (Quelle: V-Bank)Udo Schindler, Vorstand der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg (Quelle: V-Bank)

Der Autor, Udo Schindler, ist Vorstand der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen und der Tätigkeit in einer Anwaltskanzlei - spezialisiert auf Steuerstrafrecht - kam er 1988 zur damaligen Bayerischen Vereinsbank. Zwischen 1992 bis 2007 war er zudem als Dozent an der Frankfurt School of Finance & Management für Steuerrecht und Finanzplanung tätig.


Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de.

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