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Banken machen Milliarden-Gewinne - Sparer gehen leer aus

Sparer gehen leer aus  

Banken machen trotz Niedrigzinsen Milliarden-Gewinne

21.11.2014, 11:57 Uhr | mmr, rtr , dpa-AFX , t-online.de

Banken machen Milliarden-Gewinne - Sparer gehen leer aus. Frankfurts Banken-Türme strahlen weiter - trotz niedriger Zinsen (Quelle: dpa)

Gute Aussichten für die Anleger (Quelle: dpa)

Fast könnte man Mitleid haben. Weil die Banken hierzulande seit einigen Wochen Gebühren an die Europäische Zentralbank EZB zahlen müssen, wenn sie bei ihr Geld parken, müssen sie diese "Strafzinsen" immer häufiger an ihre Kunden weitergeben. Außerdem sollen die Geldinstitute künftig mehr Eigenkapital und höhere Vorsorge für die eigene Abwicklung vorhalten. Doch trotz aller Restriktionen: Die Geschäfte der Banken und Sparkassen brummen, sie verdienen weiterhin Milliarden.

Die kleine Skatbank aus Thüringen preschte vor, die Commerzbank und die Düsseldorfer WGZ-Bank kündigten sie ebenfalls an: negative Zinsen für große Spareinlagen. Demnach müssen Anleger Gebühren zahlen, wenn sie Guthaben in Millionenhöhe auf Bankkonten haben. Früher gab es Zinsen. Zwar sind Otto-Normal-Sparer derzeit nicht von den Strafzinsen betroffen. Doch nach Einschätzung des obersten Vermögensverwalters der Deutschen Bank, Asoka Wöhrmann könnten sie auf Konten und Sparbüchern bald zur Normalität werden.

"Negative Zinsen werden kommen - auch für kleinere Anlagesummen"

Ähnlich äußerte sich Fondsmanager Christoph Bruns von der Fondsgesellschaft Loys in einem Interview mit dem "Handelsblatt": "Negative Zinsen werden kommen und zwar auch für kleinere Anlagesummen. Die Banken müssen schließlich Geld verdienen und haben eigentlich keine andere Chance, weil ihnen ihr Geschäftsmodell wegbricht." Zinsexperte Max Herbst von der Finanzberatung FMH beruhigt hingegen: "Der Kleinsparer muss keine Angst haben, dass morgen sein Sparbuch mit 30.000 Euro mit Negativzinsen belastet wird." Allerdings könnten Einlagen zwischen 100.000 und 250.000 Euro durchaus betroffen werden.

Während Geldeinlagen bei Banken für Sparer seit Monaten praktisch keine Zinsen mehr abwerfen, machen die Finanzinstitute weiterhin hohe Gewinne. So verdreifachte die Commerzbank im dritten Quartal ihren Gewinn. Primus Deutsche Bank litt unter hohen Rückstellungen für teure Gerichtsprozesse, hätte sonst wohl zugelegt. Auch die Sparkassen stecken niedrige Zinsen und steigende Ausgaben für regulatorische Anforderungen überraschend gut weg.

"Unter dem Strich gehe ich davon aus, dass der Vorsteuergewinn der Sparkassen 2014 auf dem guten Niveau des Vorjahres liegen wird", verriet Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon in einem Reuters-Interview. "Auch im kommenden Jahr erwarte ich ein stabiles Ergebnis." 2013 hatten die gut 400 deutschen Sparkassen ein Vorsteuerergebnis von 4,4 Milliarden Euro eingefahren.

Kluge Sparer kaufen Aktien

Ein Gutes für Deutschlands Sparer haben die Mini- oder Negativ-Zinsen aber doch: Anleger sind gezwungen nach besser rentierenden Geldanlagen zu suchen. Die institutionellen Investoren tun das bereits und kaufen Aktien. Am Freitag ist der Deutsche Aktienindex DAX wieder über die Marke von 9600 Punkten gestiegen, hat seinen Rückfall von Oktober also wieder ausgeglichen. Hinzu kommt, dass Unternehmensbeteiligungen oft bessere "Zinsen" abwerfen, als "normale" Zinsanlagen - als Dividende. Große, sichere Konzerne wie Allianz, Münchener Rück, Siemens, Post oder Deutsche Telekom bieten Dividendenrenditen von drei bis fünf Prozent.

Deutschlands Sparer haben jedoch Angst vor Kursschwankungen und meiden wegen des Risikos zwischenzeitlicher Verluste die Börse. Doch langfristig geht nichts über den Aktienmarkt. Christoph Bruns sagte es im "Handelsblatt"-Interview so: "Die Menschen müssen umdenken, und zwar dringend. Schließlich kann man auch mit Aktien sparen, schon ab 25 Euro im Monat gibt es Sparpläne. Das ist kluges Sparen. Die Aktie ist keine Anlage ausschließlich für Reiche."

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