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Geldvermögen: Deutsche Sparer horten über fünf Billionen Euro

Trotz Mini-Zinsen  

Deutsche Sparer haben über fünf Billionen Euro auf der hohen Kante

19.01.2015, 16:08 Uhr | dpa

Geldvermögen: Deutsche Sparer horten über fünf Billionen Euro. Geldvermögen auf Rekordniveau, doch vom Höhenflug an den Börsen profitieren nur wenige Deutsche (Quelle: dpa)

Geldvermögen auf Rekordniveau, doch vom Höhenflug an den Börsen profitieren nur wenige Deutsche (Quelle: dpa)

Die meisten Sparer in Deutschland meiden weiterhin die chancenreiche Anlage in Aktien. Sie legen ihr Geld trotz mickriger Zinsen lieber risikolos an und verzichten dafür auf Rendite. Ihr Geldvermögen steigt trotzdem an und überspringt erstmals die Fünf-Billionen-Marke.

Zwar investierten die privaten Haushalte ihr Geld trotz niedriger Zinsen vor allem in kurzfristige und vermeintlich sichere Bankeinlagen. Trotzdem wuchs ihr Geldvermögen von Juli bis September 2014 um 28 Milliarden Euro oder 0,6 Prozent auf 5,01 Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbank mitteilte. Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten. Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus der Studie nicht hervor.

Aktienindex DAX klettert weiter

Das Vermögen in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen durch Transaktionen um 34,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig mussten die privaten Haushalte Bewertungsverluste vor allem bei Aktien von knapp 6,5 Milliarden Euro hinnehmen. Seit der vorübergehenden Schwächephase im Herbst haben die Kurse allerdings wieder kräftig zugelegt - der deutsche Leitindex DAX stieg am Montag sogar auf einen Rekordstand.

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Die Zahlen sind mit den früheren Daten nicht vergleichbar: Wegen der europaweiten Umstellung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Anfang September 2014 fließt das Vermögen privater Organisationen ohne Erwerbszweck wie Gewerkschaften oder Kirchen nicht mehr in die Erhebung mit ein.

Ständige Verfügbarkeit äußerst beliebt

Mit gut 17 Milliarden Euro entfiel im Herbst 2014 rund die Hälfte der transaktionsbedingten Zuflüsse auf Bankeinlagen, und zwar fast ausschließlich auf besonders flüssigen Sichteinlagen einschließlich Bargeld, wie die Bundesbank berichtete. Hingegen investierten die Menschen nur eine Milliarde Euro in Termin- und Spareinlagen einschließlich Sparbriefen.

"Die im Umfeld niedriger Zinsen bereits seit längerem zu beobachtende Präferenz der privaten Haushalte für hochliquide Anlageformen (das heißt: auf die man besonders schnell zugreifen kann) setzte sich damit im Berichtsquartal fort", betonte die Notenbank.

Gleichzeitig wurden die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen um netto gut 13 Milliarden Euro aufgestockt. Auch diese Anlageform gilt als risikoarm. Insgesamt deutet das Anlageverhalten aus Sicht der Bundesbank auf eine anhaltend hohe Abneigung der privaten Haushalte hin, Risiken einzugehen.

6,5 Milliarden Euro mehr für Fonds

Dafür spreche auch, dass die Menschen sich kaum auf den Kapitalmärkten engagierten. Im dritten Quartal 2014 trennten sie sich im Saldo von Schuldverschreibungen und staatlichen Wertpapieren, was die Bundesbank auf das gesunkene Renditeniveau zurückführt.

"Vor dem Hintergrund der Kursverluste an den Aktienmärkten fiel auch der direkte Erwerb von Aktien und sonstigen Anteilsrechten mit per saldo einer Milliarde Euro deutlich schwächer aus als zuvor", erklärte die Bundesbank. In nennenswertem Umfang kauften die Haushalte allein Anteile an Investmentfonds von netto 6,5 Milliarden Euro. Aktien und Aktienfonds gelten über einen langfristigen Zeitraum als äußerst renditestark.

Gleichzeitig nutzen die Verbraucher das niedrige Zinsniveau zunehmend für die Aufnahme von Krediten. Ein Großteil der Neukredite von gut 9,5 Milliarden Euro entfalle auf den Wohnungsbau. Die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen auf 1,58 Billionen Euro. Das Netto-Geldvermögen erhöhte sich damit vergleichsweise moderat um 18 Milliarden Euro auf 3,43 Billionen Euro.

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