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Crowdfunding: Renditeträchtig aber nicht ohne Risiko

Gastkolumne  

Crowdfunding: Renditeträchtig aber nicht ohne Risiko

24.03.2015, 14:02 Uhr | Von Stephan Witt für t-online.de

Crowdfunding ist in den vergangenen Monaten in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Diese Art der "Schwarm-Finanzierung" gibt es jedoch schon seit zehn Jahren. Dabei sammelt der Initiator der Aktion von möglichst vielen Personen Gelder ein, um damit ein bestimmtes Projekt finanzieren zu können.

Mit dem Geld werden meist junge Unternehmen gefördert, denen der Initiator beispielsweise hilft ein neues Produkt einzuführen oder ihnen überhaupt erst die Gründung ermöglicht. Über Crowdfunding wurden aber auch bereits Filme oder Alben von Bands gefördert.

Das Wort setzt sich dabei aus dem Englischen "crowd" für Menge und "funding" für finanzieren zusammen. Häufig liegen die gesammelten Summen zwischen 10.000 und 250.000 Euro, aber auch Finanzierungen in Millionenhöhe sind denkbar. Bei den meist über das Internet ablaufenden Aktionen kann in der Regel jeder sein Geld investieren, es gibt kaum Ein- oder Ausgrenzungen.

Der Vorteil für den Initiator liegt dabei auf der Hand. Er kann in sehr kurzer Zeit (häufig wird für das Geldeinsammeln ein Zeitraum von einer Woche angestrebt) Eigenkapital generieren.

Besonders für junge Unternehmen kann es schwer werden, einen Kredit über Banken zu bekommen, um die gewünschte Maßnahme durchzuführen. Durch Crowdfunding können sie das Problem umgehen und viele geeignete Kapitalgeber erreichen. Die Kosten dabei sind deutlich geringer als zum Beispiel beim Herausgeben einer Anleihe.

Höhere Renditen - höheres Risiko

Für den Anleger bietet sich oft der Vorteil, eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen. Geschäfte dieser Art sind natürlich selten frei von Risiko, weshalb die Anbieter diese zu hohen Konditionen anbieten müssen. Der wohl prominenteste Fall von Crowdfunding war der Stromberg-Spielfilm, bei dem Anleger eine Rendite von bis zu 50 Prozent erzielen konnten.

Manche Start-Up-Plattformen locken mögliche Investoren gar mit Renditen jenseits der 100 Prozent. Aber nicht nur Zinsen, die über dem Marktdurschnitt liegen, sondern auch Sachleistungen für den Anleger oder Vergünstigungen bei diesem oder anderen Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens sind möglich.

Drum prüfe wer sich bindet

All diese Versprechen klingen natürlich sehr verlockend, doch Anleger sollten aufpassen. Meist wird nicht oder nur unzureichend auf potenzielle Risiken hingewiesen, da bei dieser Finanzierungsmethode (noch) kein Anlageprospekt angefertigt werden muss. Manche Anbieter fertigen zwar einen an, aber Pflicht ist es nicht. Dem Anleger muss klar sein, dass im Fall des Scheiterns ein Totalverlust seiner Investition droht.

Crowdfunding ist also eine sehr spekulative Investition, bei der man nur mit nicht benötigten Reserven seiner Ersparnisse einsteigen sollte. Ebenfalls kann man durch Streuung auf mehrere Anbieter oder Projekte sein Risiko minimieren. Eine sorgsame Auswahl bleibt aber ohnehin Pflicht und Anleger sollten nur investieren, wenn sie von der Idee des Projekts auch überzeugt sind. Dann kann im Erfolgsfall eine sehr gute Rendite herausspringen.

Stephan Witt, Kapitalmarktstratege bei Finum. (Quelle: Finum Private Finance AG)Stephan Witt, Kapitalmarktstratege bei Finum. (Quelle: Finum Private Finance AG)

Der Autor, Stephan Witt, ist Kapitalmarktstratege bei Finum.Private Finance AG mit Sitz in Berlin. Der gelernte Bankkaufmann verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Bei der Finum ist der Hamburger mit für das Wertpapiergeschäft zuständig sowie ständiges Mitglied im Anlageausschuss der Gesellschaft.

Die Meinung von Gastautoren ist unabhängig von der Meinung der Redaktion von t-online.de.

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