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Dienstfahrrad: Wenn der Chef Ihr E-Bike bezahlt

Dienstfahrrad  

Wenn der Chef Ihr E-Bike bezahlt

19.07.2015, 12:20 Uhr | von Daniel Pöhler, Finanztip.de

Dienstfahrrad: Wenn der Chef Ihr E-Bike bezahlt. Arbeitnehmer können sich ein Dienstrad von ihrem Arbeitgeber finanzieren lassen. (Quelle: imago)

Arbeitnehmer können sich ein Dienstrad von ihrem Arbeitgeber finanzieren lassen. (Quelle: imago)

Locker am Stau vorbei und dabei auch noch etwas für die Gesundheit tun – Pendler, die zur Arbeit radeln können, sind im Stadtverkehr meist im Vorteil. Andererseits kann ein Velo auch teuer kommen. Wer von einem E-Bike träumt oder einem Carbon-Rennrad, muss dafür oft mehrere Tausend Euro einplanen. Doch es gibt eine Möglichkeit, das Traumfahrrad günstiger zu bekommen – wenn der Arbeitgeber mitspielt.

Dienstwagenprivileg gilt auch für Fahrräder

Bis 2011 durften Mitarbeiter ein Firmenrad nicht privat nutzen. Das ist jetzt kein Problem mehr, denn seit 2012 ist das Dienstfahrrad dem Dienstauto steuerlich gleichgestellt („Dienstwagenprivileg“). Sie dürfen also mit dem Elektrorad zur Arbeit fahren und nach Feierabend an den Badesee. Für die private Nutzung müssen Sie wie beim Dienstauto 1 Prozent des Listenpreises als monatliche Einnahme versteuern. Anders als beim Dienstwagen muss der Anfahrtsweg zur Arbeit nicht versteuert werden.

Stellt der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter beispielsweise ein Pedelec (Elektrorad bis 25 km/h) mit einem Neupreis von 2.500 Euro zur Verfügung, bekommt der Arbeitnehmer monatlich 25 Euro (als geldwerten Vorteil) auf sein Gehalt aufgeschlagen – und muss diesen Betrag versteuern. Jeder Bürger hat einen individuellen Steuersatz, der vom Gehalt abhängt. Wir nehmen beispielhaft 35 Prozent an (das entspricht einem Bruttogehalt von etwa 38.000 Euro für Ledige). In diesem Beispiel zahlt der Mitarbeiter monatlich 8,75 Euro oder 105 Euro im Jahr für das E-Bike. Der Arbeitgeber kann die Kosten von seinem Gewinn abziehen und zahlt somit weniger Steuern.

Wie Sie Ihren Chef überzeugen

So groß ist der finanzielle Vorteil für den Arbeitnehmer natürlich nur, sofern die Firma das Fahrrad bezahlt. Um den Chef davon zu überzeugen, sein Budget dafür zu nutzen, sollten Sie ihm einige Vorteile für ihn und das Unternehmen aufzählen. So sind Mitarbeiter, die zur Arbeit radeln, bereits morgens erfrischt und vom Start weg produktiver. Einer niederländischen Studie zufolge fallen Radfahrer außerdem seltener krankheitsbedingt aus. Und nicht zuletzt kann ein hochwertiges Dienstvelo so motivierend sein wie ein klassischer Dienstwagen.

Kosten zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter aufteilen

Falls das alles für Ihren Boss nicht genug ist, können Sie vorschlagen, einen Teil der Anschaffungskosten zu übernehmen. Der entsprechende Betrag wird dann direkt von Ihrem Bruttogehalt abgezogen. Dadurch sparen Sie Steuern und Sozialabgaben, was bedeutet, dass sich der Staat an den Kosten für das neue Fahrrad beteiligt.

Leasing: Per Gehaltsumwandlung zum Traumrad

Will der Arbeitgeber kein Dienstrad kaufen, kann Leasing eine sinnvolle Alternative sein. Besprechen Sie mit Ihrem Chef die Möglichkeit, einen Teil Ihres Gehalts in einen Sachbezug (Leasingrate) umzuwandeln. Wie sich Arbeitgeber und Mitarbeiter die Leasingrate untereinander aufteilen, ist Verhandlungssache. In jedem Fall tritt die Firma als Leasingnehmer auf und muss einen Rahmenvertrag mit einem Leasinggeber abschließen. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Anbietern, die sich auf das Leasing von Fahrrädern und E-Bikes spezialisiert haben, beispielsweise Jobrad und Eurorad.

Profitieren können Mitarbeiter sogar dann, wenn die Firma gar nichts dazu bezahlt.

Beispiel:

Arbeitgeber und Mitarbeiter entscheiden sich für ein E-Bike im Wert von 2.500 Euro. Der Arbeitgeber beteiligt sich nicht an den Leasingraten in Höhe von 74 Euro im Monat inklusive Versicherung.

Angenommenes Bruttogehalt: 3500 Euro

- Leasingrate und Versicherung als Gehaltsumwandlung: 74 Euro

+ geldwerter Vorteil (1-Prozent-Regel): 25 Euro

= Berechnungsgrundlage für Steuern und Sozialversicherung: 3451 Euro

- Steuern und Sozialversicherung: 1342 Euro

= Nettogehalt: 2109 Euro

- versteuerter geldwerter Vorteil: 25 Euro

= ausgezahltes Gehalt: 2084 Euro

Ohne Leasing würde das ausgezahlte Nettogehalt in diesem Beispiel 2.132 Euro betragen. Somit kostet das E-Bike dem Mitarbeiter tatsächlich 48 Euro im Monat (2.132 Euro - 2.084 Euro).

Nach 36 Monaten kann der Arbeitnehmer das Dienstrad für eine Restrate von 250 Euro kaufen. Damit hat er insgesamt 1.991 Euro bezahlt. Hätte er das Pedelec gekauft, wären inklusive Versicherung Kosten von 2.996 Euro aufgelaufen.

Das Beispiel haben wir im Juli 2015 mit dem Leasingrechner von Jobrad berechnet. Annahmen: Steuerklasse 1, Wohnort in Baden-Württemberg, keine Kinder, kirchensteuerpflichtig.

Wer sich um Wartung und Reparaturen kümmert

Leasingverträge umfassen meist auch die Kosten für Wartung und Reparaturen. Fehlt eine solche Klausel oder wurde das Fahrrad gekauft, muss in der Regel der Arbeitnehmer das Rad in Schuss halten. Natürlich können Sie mit Ihrem Arbeitgeber etwas anderes vereinbaren.

Welche Modelle als Dienstrad taugen

Alle Fahrräder – auch Mountainbikes und Rennräder – eignen sich als Dienstfahrrad. Außerdem als Dienstrad möglich sind Pedelecs. Das sind Zweiräder mit Elektromotor, der den Radler bis 25 km/h unterstützt. Hört der Fahrer auf, in die Pedale zu treten, schaltet sich auch der Motor ab. Erlaubt ist allerdings eine Anfahrhilfe bis 6 km/h. Schnelle Pedelecs bis 45 km/h gelten hingegen als Kraftfahrzeug und können daher kein Dienstfahrrad sein. Sie können aber als Dienstkraftrad angeschafft werden. Dafür gelten fast die gleichen Regeln. Einzige Ausnahme: Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz müssen mit 0,03 Prozent des Kaufpreises je Kilometer versteuert werden.

Weitere Ratgeberbeiträge finden Sie bei finanztip.de.

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