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Fall Madoff: Ermittler spürt riesiges Schneeballsystem auf

Whistleblower im Fall Madoff  

Ermittler spürt riesiges betrügerisches Schneeballsystem auf

11.02.2016, 10:25 Uhr | t-online.de - mmr

Fall Madoff: Ermittler spürt riesiges Schneeballsystem auf. Bernard Madoff wurde 2009 zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt. (Quelle: dpa)

Bernard Madoff wurde 2009 zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt. (Quelle: dpa)

Mit seinem riesigen Schneeballsystem verursachte der Anlagebetrüger Bernard Madoff bis 2008 einen Schaden von mindestens 65 Milliarden Dollar. Der Whistleblower von damals hat nun drei weitere betrügerische Systeme ausgemacht - eines davon noch größer als das von Madoff. Auch börsengehandelte Indexfonds (ETF) könnten diesmal verwickelt sein. 

Madoff wurde 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt. Seine betrogenen "Kunden" fand er seinerzeit vor allem unter vermögenden Bürgern, die ihr Geld möglichst "zinsgünstig" anlegen wollten. Doch auch viele seriöse Finanzinstitute waren in den Schwindel mehr oder weniger unabsichtlich verwickelt.

Kleiner Fall BCI in Deutschland aufgedeckt

Bei den Schneeballsystemen werden Investoren mit hohen Zinsen angelockt - damals wurden zwölf Prozent und mehr versprochen - die dann mit den Einzahlungen neuer Anleger bezahlt werden.

In Deutschland wurde kürzlich der 55-Millionen-Euro-Fall Business Capital Investors Corporation (BCI) vom Bundesgerichtshof als Schneeballsystem bestätigt. Die Finanzberater hatten über mehrere Jahre hinweg Unternehmensbeteiligungen an der BCI als Kapitalanlage vertrieben und den Anlegern dabei - unter anderem - regelmäßige jährliche Renditen in Höhe von 15,5 Prozent in Aussicht gestellt. Finanziert wurden die Auszahlungen jedoch mit dem Geld neuer Anleger.

Makropolos prangert Gier der Anleger an

Den Madoff-Fall aufgedeckt und erstmals bereits im Jahr 2000 den Aufsichtsbehörden gemeldet hatte Harry Makropolos. Nun warnt der Ermittler vor einem noch größeren Schneeballsystem, das sich offenbar weltweit verbreitet hat. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC News behauptete der 59-Jährige, dass es gleich drei neue, große betrügerische Geschäftsmodelle im Geldanlagebereich gebe. Die Gier der Anleger nach hohen Renditen mache sie blind vor den Risiken. 

Namen wollte der selbstständige Ermittler für Finanzbetrügereien nicht nennen. Zunächst solle sich die US-Finanzaufsicht SEC ein Bild von den wie eine Pyramide aufgebauten Systemen machen.

Manche ETF sind "toxisch"

Die Finanzseite "Business Insider" berichtet zudem über zwei anonyme Hinweise an die SEC, wonach auch einige Exchange Traded Products mit erheblichen Risiken behaftet seien. Dazu gehören die auch in Deutschland beliebten ETF, börsengehandelte Indexfonds.

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Einige dieser künstlichen Investments hätten nur ein ungenügendes Niveau an verwaltetem Vermögen und wären sehr illiquide. Zudem seien manche Derivate nicht durch reale Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe hinterlegt, sondern mit Swaps oder andere Arten von komplexen Finanzprodukten. Das sei zwar nicht verboten, doch oft werden die gefährlichen Produkte an ahnungslose Investoren verkauft, die die Risiken dahinter nicht überblicken würden.

SEC belohnt Informanten

Der "Business Insider" zieht Parallelen zu den Hypotheken-besicherten Wertpapier-Bündeln (Subprimes), die vor der Finanzkrise im Jahr 2008 verkauft wurden und die Turbulenzen letztlich mit auslösten bzw. verstärkten. 

Während die Ermittler der amerikanischen Finanzaufsicht SEC die frühen Anschuldigungen gegen Madoff damals zunächst nicht verfolgten, werden sie die Hinweise diesmal wohl ernster nehmen. Mittlerweile hat die SEC ein "Whistleblower-Award-Programm" ins Leben gerufen, mit dem Hinweisgeber fürstlich belohnt werden. Seit 2011 wurden etwa 600 kleinere Schneeballsysteme aufgedeckt, insgesamt 23 Informanten erhielten 55 Millionen Dollar.

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