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Geldanlage: Verbraucherschützer fordern Provisionsverbot

Anlageberatung in der Kritik  

Verbraucherschützer fordern Provisionsverbot

26.04.2017, 17:47 Uhr | AFP

Geldanlage: Verbraucherschützer fordern Provisionsverbot. Bei der Anlageberatung sollte das Kundeninteresse im Mittelpunkt stehen. (Quelle: imago images/Symbolbild/Westend61)

Bei der Anlageberatung sollte das Kundeninteresse im Mittelpunkt stehen (Quelle: Symbolbild/Westend61/imago images)

Vermittler von Fonds und Versicherungen führen die Verbraucher oft aus Eigeninteresse in die Irre. Das zumindest beobachtet der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und fordert deshalb auch in Deutschland ein Verbot von Provisionen für Anlageberater nach britischem Vorbild.

"Die Qualität der Anlageberatung in Deutschland ist nachweislich schlecht", erklärt vzbv-Finanzexpertin Dorothea Mohn. Deshalb sei auch hierzulande ein Provisionsverbot nötig. Seit Großbritannien 2013 ein solches erlassen habe, hätten Beratungsqualität und Verbrauchervertrauen zugenommen. Das zeige ein aktueller Bericht der britischen Finanzaufsicht.

Versteckte Kosten bei Provisionsmodellen 

Laut vzbv finanzierten sich die meisten Anlageberater in Deutschland über Provisionen, die sie von den Produktanbietern erhielten – allerdings erst bei Vertragsabschluss. Über höhere Produktkosten müssten Kunden sie indirekt mitfinanzieren. Der vzbv spricht sich deshalb für Beratungen auf Honorarbasis aus, wie sie seit dem Provisionsverbot in Großbritannien üblich sind. Dort werden Anlageberater seither nur noch von ihren Kunden bezahlt.

Sparkassen halten an Provisionsmodellen fest

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hält die Provisionsberatung hingegen für eine "bewährte und beliebte Beratungsform, die einen breiten Zugang zur Vermögensbildung sichert". Die Beratung auf Honorarbasis sei kostspielig und werde häufig erst ab einer Anlagesumme von 50.000 Euro angeboten. Sie gehe damit an den Bedürfnissen vieler Sparer vorbei, erklärte der DSGV. Sie würden durch ein verpflichtendes Honorarmodell von der Wertpapierberatung ausgegrenzt.

Honorarmodelle bezahlbar machen

Der vzbv verweist aber darauf, dass unabhängige Beratung nach britischem Vorbild für alle Verbraucher erschwinglich gemacht werden könne. Dafür habe Großbritannien ergänzend zum Provisionsverbot Steuererleichterungen und Finanzierungshilfen auf den Weg gebracht. "Beratung ist nie kostenlos", erklärt Mohn. Bei der Beratung auf Honorarbasis stehe aber das Kundeninteresse im Mittelpunkt, was wichtig sei, "damit Verbraucher passende Produkte empfohlen bekommen".

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