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Aktien: So schlagen sie dem Niedrigzins ein Schnippchen

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"Draghi hat die Zinsen geklaut"  

So schlagen Sie dem Niedrigzins ein Schnippchen

11.07.2017, 11:02 Uhr | Thomas Badtke, t-online.de

Aktien: So schlagen sie dem Niedrigzins ein Schnippchen. "In erster Linie sollten Anleger in den Aktienmarkt investieren". (Quelle: imago/chromorange)

"In erster Linie sollten Anleger in den Aktienmarkt investieren". (Quelle: chromorange/imago)

Sichere Zinseinnahmen für Anleger? Dieser Zug ist seit Jahren dank der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank abgefahren. Dennoch bietet gerade der Kapitalmarkt zahlreiche Möglichkeiten, doch noch mit attraktiven Renditen sein Vermögen zu mehren.

Im September 2014 senkt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins in der Eurozone auf 0,05 Prozent, im April 2016 dann auf 0,00 Prozent. Dazu schießen die Währungshüter monatlich Milliardensummen in den Geldmarkt. Die Leidtragenden dieser Zins- und Geldpolitik von EZB-Präsident Mario Draghi sind die Anleger. "Draghi hat die Zinsen geklaut", beschreibt Analyst und Finanzmarktstratege Daniel Saurenz von Feingold Research in Frankfurt am Main die Stimmung unter den Anlegern hierzulande. Er kennt aber auch Wege, um der Niedrigzinspolitik ein Schnippchen zu schlagen.

Allerdings hatte Draghi keine Wahl. Durch die Finanzkrise vor rund zehn Jahren, ausgelöst durch die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers, gerät das weltweite Banken- und Finanzsystem in massive Schieflage. Die Weltwirtschaft stürzt in die Rezession, ganze Volkswirtschaften drohen zusammenzubrechen. Die führenden Noten- und Zentralbanken reagieren. Die Zinsen, auch in der Eurozone, werden drastisch und dauerhaft gesenkt, sowie darüber hinaus Billionensummen in den globalen Wirtschaftskreislauf gepumpt. Das Ziel: Die Konjunktur stabilisieren und wieder nachhaltiges Wachstum generieren. Ersteres ist gelungen, letzteres sucht man vor allem in den südeuropäischen Ländern noch vergebens.

Zinswende nicht in Sicht

"Länder wie Italien oder Griechenland verkraften einen höheren Zins noch nicht", erklärt Saurenz die zinspolitische Zurückhaltung Draghis. "Aus rein deutscher Sicht ist der Zins viel zu niedrig. Deutschland würde höhere Zinsen locker verkraften."

Allein Saurenz und der Großteil der Anleger glauben nicht an eine schnelle Zinswende. "In diesem Jahr wird da nichts passieren, wohl auch nicht 2018", blickt der Marktstratege voraus. "Vielleicht ein symbolischer Mini-Schritt, das war's. Allerdings wird der keinem helfen." Wie sollten sich Anleger also aufstellen?

Aktien, aber wie und welche?

"In erster Linie sollten Anleger in den Aktienmarkt investieren", so Saurenz. Indexzertifikate bieten dabei eine breite Risikostreuung, gleichzeitig sind die Kosten im Vergleich zu gemanagten Fonds deutlich niedriger. Auch Direktinvestitionen in Aktien sind eine Möglichkeit. Hier rät der Experte vor allem zum Kauf dividendenstarker deutscher Titel. "Da sichere ich mir eine jährliche Ausschüttung, die auch als Puffer dient, wenn es am Markt mal abwärts gehen sollte", erläutert er.

US-Aktien sollten Anleger aus Sicht des Marktexperten dabei meiden. "Die sind bereits zu teuer", sagt er und empfiehlt stattdessen etwa Titel wie Daimler, BMW oder eine Münchener Rück. "Die bieten ordentliche Dividendenrenditen von zuletzt bis zu knapp 4,5 Prozent – und das auch zuverlässig", unterstreicht Saurenz. Die Deutsche Pfandbriefbank kam zwar auf eine Dividendenrendite von rund zehn Prozent, ein Großteil entfiel aber auf eine einmalige Sonderausschüttung, die es im kommenden Jahr nicht mehr geben wird.

Beim Aktienkauf sollten Anleger nicht alles auf eine Karte setzen. "Mit einem Sparplan lassen sich stattdessen zum einen regelmäßig kleinere Summen investieren und zum anderen so auch Risiken, wie etwa auf dem Hoch einzusteigen, reduzieren", erläutert Marktexperte Saurenz. "Für Langfristanleger sind das klare Pluspunkte."

Immobilien? Festgeld?

Mit dem Niedrigzins rücken abseits des Aktienmarkts aber auch Anlagen in Immobilien in den Blick, denn deren Kauf oder Neubau sind derzeit kostengünstig finanzierbar. Vor allem auf dem Land lässt sich so manches Schnäppchen finden. In den Ballungszentren und Großstädten sieht das schon wieder ganz anders aus. "Dort steigen die Immobilienpreise, europaweit, und ziemlich massiv", so Saurenz. Anleger, die Sicherheit suchen und nur über kleinere Budgets verfügen, sollten Saurenz zufolge dem derzeit "gesuchten Anlagehafen Immobilienmarkt" nicht ansteuern.

Für sie ist stattdessen nach wie vor das "klassische Festgeld" ein Thema. Einige Banken bieten hier noch eine Verzinsung von 0,8 Prozent oder teilweise sogar über 1,00 Prozent. Bei Angeboten von Nicht-EU-Banken sollen Anleger aber genau hinschauen: "Das Währungsrisiko ist hier ein Thema", sagt Saurenz.

Überhaupt gilt es immer – ganz unabhängig von der Zinslandschaft – Chancen und Risiken genau abzuwägen. "Nicht der Herde oder Trends folgen, antizyklischen kaufen und immer ein Auge auf die Stimmung an den Märkten haben" – das sind zudem Tipps des Frankfurter Anlagestrategen, die einen erfolgreichen Anleger ausmachen. Niedrigzins hin oder her.


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