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EZB-Kurswechsel: Das sind die Risiken des Ausstiegs

Ausstieg aus Anleihenkäufen  

Was Draghis Kursschwenk für Verbraucher bedeutet

26.10.2017, 17:46 Uhr | Friederike Marx, Jörn Bender, ron, AFP, dpa, t-online.de

EZB-Kurswechsel: Das sind die Risiken des Ausstiegs. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), während der EZB-Pressekonferenz in Frankfurt am Main. (Quelle: dpa/Arne Dedert)

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), während der EZB-Pressekonferenz in Frankfurt am Main. (Quelle: Arne Dedert/dpa)

Die Europäische Zentralbank (EZB) fährt ihr Programm zum Kauf von Anleihen zurück. Statt bislang monatlich 60 Milliarden Euro werden ab Januar 2018 nur noch 30 Milliarden Euro fließen – und zwar bis September 2018. Was bedeutet das für Verbraucher?

Mit viel billigem Geld versuchen die Währungshüter seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und die Teuerung anzuheizen. Im Januar 2015 kündigte der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, zusätzlich den massenhaften Ankauf von Anleihen an, um das Wachstum anzukurbeln.

Hat das Anleihekauf-Programm gewirkt?

Unternehmen, Haushalte und Staaten der Eurozone hatten es in den vergangenen Jahren leichter, sich Geld zu leihen: Sie sparten Milliarden an Zinsen. Das Wirtschaftswachstum im Währungsraum zog an, zugleich fiel die Arbeitslosigkeit auf 9,1 Prozent.

Draghi erklärte im Juni 2017, dies liege auch an der Geldpolitik der EZB, da dadurch "Konsum und Investitionen" angekurbelt würden. Trotzdem ist das Ziel einer stabilen Inflation von knapp unter zwei Prozent nicht erreicht. Zuletzt lag die Teuerungsrate in der Eurozone bei 1,5 Prozent.

Wo liegen die Risiken eines schnellen Ausstiegs?

Die Kombination aus robustem Wirtschaftswachstum und nur schwach steigender Inflation macht den Ausstieg schwer. Außerdem muss die EZB behutsam vorgehen, um die Finanzmärkte nicht zu schocken, wie es 2013 durch eine entsprechende Ankündigung der Fed in den USA geschehen ist.

Ein plötzliches Ende der milliardenschweren Anleihenkäufe und eine unerwartete Zinserhöhung könnten an den Kapitalmärkten massive Turbulenzen auslösen. Aktienkurse dürften dann in den Keller rauschen, die Renditen von Staatsanleihen in die Höhe schießen. Gerade für angeschlagene Eurostaaten würde es dann deutlich teurer, sich Geld am Markt zu leihen.

Eine plötzliche Kehrtwende könnte zudem Verbraucher und Firmen verunsichern und so die Konjunkturerholung im Euroraum gefährden. Die EZB muss also behutsam vorgehen. Traditionell legen Marktteilnehmer jedes Wort Draghis auf die Goldwaage.

Nicht zuletzt droht durch einen abrupten Ausstieg und die damit verbundene reduzierte Geldmenge ein weiterer Anstieg des Euro-Kurses. Das wiederum drückt die Importpreise und verlangsamt die Inflation.

Was heißt das für Sparer?

Sie werden sich zunächst weiter mit mickrigen oder gar keinen Zinsen für Tagesgeld, Sparbuch und Co. begnügen müssen. Da die Zeiten einer Inflation nahe Null seit geraumer Zeit vorbei sind, verlieren Sparer unter dem Strich Geld. In Deutschland lag die Jahresinflation mit 1,8 Prozent im September über dem EU-Schnitt von 1,5 Prozent. Manchen Sparern drohen zudem Strafzinsen auf ihre Einlagen.

Nach einer Umfrage von Bundesbank und Finanzaufsicht Bafin will künftig jedes zwölfte Geldhaus Negativzinsen auf Einlagen von Privatkunden erheben. Den Instituten brechen wegen des Zinstiefs Erträge weg, darum drehen sie an der Gebührenschraube und geben teils auch Strafzinsen weiter. Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon kritisiert, "dass die EZB mit der Verlängerung der Anleihekäufe den Zeitpunkt, zu dem sie dann auch den Leitzins korrigieren kann, immer weiter in die Zukunft verschiebt".

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