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Studie: Klimawandel macht das Bier teurer

Studie  

Klimawandel macht das Bier teurer

16.10.2018, 11:49 Uhr | dpa

Studie: Klimawandel macht das Bier teurer. Einer Studie zufolge kann die Erderwärmung künftig zu einem Rückgang der Verfügbarkeit von Gerste und damit zu einem Anstieg der Bierpreise führen.

Einer Studie zufolge kann die Erderwärmung künftig zu einem Rückgang der Verfügbarkeit von Gerste und damit zu einem Anstieg der Bierpreise führen. Foto: Felix Hörhager. (Quelle: dpa)

East Anglia (dpa) - Bier könnte infolge des Klimawandels knapp und
teurer werden. Bei einem ungebremsten Anstieg der Temperaturen würden
sich die Bierpreise weltweit im Schnitt etwa verdoppeln, berichtet
ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Nature Plants".

Weniger Gerste

Verantwortlich sei das häufigere gleichzeitige Auftreten von Dürre-
und Hitzeperioden während der Wachstumsperiode von Gerste, was das
Angebot an der Brauzutat verknappen würde.

"Die Welt sieht zahlreichen, lebensbedrohlichen Auswirkungen des
Klimawandels entgegen; etwas mehr Geld für Bier ausgeben zu müssen,
erscheint angesichts dessen vielleicht trivial", sagt Studienleiter
Steven Davis von der University of California in Irvine (USA). "Aber
es gibt definitiv eine interkulturelle Anziehungskraft von Bier, und
am Ende eines zunehmend gewöhnlich heißen Tages kein kühles Bier zu
bekommen, würde das Ganze noch schlimmer machen."

34 Weltregionen im Blick

Die Forscher um Davis hatten zunächst auf Basis historischer Daten
die Anfälligkeit von Gerste für Wetterextreme ermittelt. Dann prüften
sie, wie häufig unter verschiedenen Klima-Zukunftszenarien
gleichzeitig extreme Hitze und Dürre auftreten und wie sich das auf
die Erntemengen in 34 Weltregionen auswirkt. Sie berücksichtigen die
Entwicklung zwischen 2010 und 2099. Das Resultat: Im Schnitt würden
die Ernteerträge um 3 bis 17 Prozent sinken - je nach Szenario.

Im Jahr 2011 ging etwa 17 Prozent der weltweiten Gersten-Ernte in die
Bierherstellung, wobei es zwischen einzelnen Ländern extreme
Schwankungen gibt, berichten die Wissenschaftler weiter. In Brasilien
seien es etwa 83 Prozent, in Australien nur 9. Mit sinkender
Erntemenge dürfte die Verfügbarkeit von Gerste zum Brauen
überproportional sinken, schreiben die Forscher, da das Getreide
aller Voraussicht nach für andere, wichtigere Zwecke genutzt werden
würde, etwa als Tierfutter.

Rückgang des Bier-Konsums

Unter den extremsten klimatischen Veränderungen drohten Ländern wie
Belgien, Tschechien oder Deutschland Einbußen in der Verfügbarkeit
von Gerste von 27 bis 38 Prozent. Gleichzeitig würde das den
Bierpreis deutlich in die Höhe treiben, nämlich durchschnittlich
verdoppeln. Selbst unter einem weniger starkem Temperaturanstieg ist
den Analysen zufolge mit einer Verteuerung von 15 Prozent zu rechnen.

Für Deutschland errechneten die Wissenschaftler einen Rückgang des
Konsums zwischen 0,74 und 2,55 Milliarden Litern jährlich, vom
geringsten bis zum stärksten angenommenen Temperaturanstieg. Dies
entspräche einem Rückgang des pro Kopf-Verbrauchs von 18 bis 63
Halbliter-Flaschen im Jahr.

"Man könnte argumentieren, dass es an sich nicht besonders schlimm
ist, wenn weniger Bier getrunken wird, sondern sogar gut für die
Gesundheit", sagt Dabo Guan, einer der beteiligten Forscher von der
University of East Anglia in Norwich (Großbritannien).
Nichtsdestotrotz bestünde wenig Zweifel daran, dass sich die
Klimaauswirkungen auf die Verfügbarkeit und den Preis von Bier für
Millionen Menschen auf der Welt schlimm anfühlen dürften.

Was die Studie nicht berücksichtigt

Die Forscher schränken ein, dass ihre Studie Unsicherheiten und
Schwächen aufweist. So seien etwa keine denkbaren Anpassungen
berücksichtigt, die die Erntemengen auch in Zeiten des Klimawandels
stabilisieren könnten, wie neue Technologien oder die Nutzung
angepasster Sorten. Alle Schätzungen beruhten auf derzeitigen Daten
zur Weltwirtschaft, Bevölkerung, landwirtschaftlichen Praktiken oder
Ernährungsgewohnheiten. Das Wachstum der Weltbevölkerung dürfte den
Bierbedarf allerdings nach Ansicht der Forscher eher noch steigen
lassen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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