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Nachlass regeln: Erbstreitigkeiten nehmen zu

Nachlass regeln  

Erbstreitigkeiten nehmen zu

30.11.2018, 12:19 Uhr | dpa

Nachlass regeln: Erbstreitigkeiten nehmen zu. Laut einer Umfrage streiten sich immer mehr Menschen um das Erbe.

Laut einer Umfrage streiten sich immer mehr Menschen um das Erbe. Woran liegt das? Foto: Jens Büttner. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Geld, Häuser, Wertpapiere - Jahr für Jahr wird
in Deutschland ein Vermögen vererbt. Streit ums Erbe wollen die
meisten Deutschen am liebsten vermeiden, wie eine repräsentative
Allensbach-Umfrage im Auftrag der Deutschen Bank mit 1706 Befragten
ergab.

Doch in der Praxis klappt das in vielen Fällen nicht - mit
steigender Tendenz. Ein Grund: Die Hemmungen, über das Thema zu
Lebzeiten zu sprechen, sind groß. Immerhin nimmt der in
Düsseldorf veröffentlichten Studie zufolge seit Jahren der Anteil
derjenigen zu, die ihren Nachlass in einem Testament regeln.

Wer schon einmal geerbt hat, berichtet überwiegend, die Aufteilung
des Erbes sei klar geregelt gewesen (73 Prozent). In mehr als der
Hälfte aller Fälle lagen alle notwendigen Dokumente vor (59 Prozent),
beispielsweise Vollmachten. Allerdings gab nur gut ein Drittel der
Befragten an, zuvor offen (35 Prozent) oder frühzeitig (34 Prozent)
über den Erbfall gemeinsam mit allen Beteiligten gesprochen zu haben.
"Dies könnte erklären, warum es heute häufiger Streit um das Erbe
gibt als in der Vergangenheit", folgern die Studienautoren.

Wurde bei der ersten Erhebung dieser Art im Auftrag der Deutschen
Bank 2015 noch von 17 Prozent Streitfällen berichtet, sind es in der
aktuellen Erhebung schon 19 Prozent. In den vergleichbaren Studien
der Vorjahre - noch unter Verantwortung der inzwischen in die
Deutsche Bank integrierten Postbank - berichteten die Befragten noch
seltener von Erbstreitigkeiten.

Der Trend widerspricht den Interessen künftiger Erben - denn die
wünschen sich mehrheitlich vor allem, dass es keinen Streit ums Erbe
gibt und dessen Verteilung klar geregelt ist (jeweils 78 Prozent).
Auch denjenigen, die etwas zu vererben haben, sind diese beiden
Aspekte am wichtigsten.

Vier von zehn Menschen (39 Prozent), die voraussichtlich etwas
vererben werden, haben nach eigenen Angaben ihren letzten Willen
bereits festgeschrieben. Der Anteil der potenziellen Erblasser, die
ein Testament gemacht haben, ist in den vergangenen Jahren
kontinuierlich größer geworden. 2012 waren es den Angaben zufolge 31
Prozent, 2015 dann 36 Prozent.

Allerdings: Die meisten Deutschen beschäftigen sich ungern mit dem
Thema Erbschaft (60 Prozent). Zugleich scheint es aber vielen
Menschen empfehlenswert, das sensible Thema zumindest dann
anzusprechen, wenn ein Testament verfasst wird (36 Prozent) oder wenn
jemand schwer erkrankt (21 Prozent). Dies ergab eine zusätzliche
Umfrage im Auftrag der Deutschen Bank unter 16- bis 69-Jährigen unter
anderem zum Thema "Gespräch über das Erben".

Ein gutes Fünftel der 1000 Teilnehmer dieser Erhebung ist der
Meinung, dass sich Familientreffen für ein solches Gespräch anbieten
(22 Prozent). Weihnachten halten allerdings gerade einmal 5 Prozent
der 1000 Befragten für eine gute Gelegenheit für ein Gespräch über
die Regelung des Nachlasses.

Wie viel Privatvermögen genau Jahr für Jahr in Deutschland vererbt
wird, dazu gibt es nur Schätzungen. Denn die offizielle Erbschaft-
und Schenkungssteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes weist nur
die steuerlich veranlagten Fälle aus. Über das Gros der Erbfälle sei
aufgrund hoher Freibeträge nichts bekannt - so das Fazit von
Forschern des Berliner DIW in einem 2017 veröffentlichten Aufsatz .

Die DIW-Autoren wagten dennoch eine Aussage zum Erbvolumen in
Deutschland: "Berechnungen mit Blick auf das künftige Transfervolumen
legen nahe, dass in der aktuellen Dekade jährlich 200 bis 300
Milliarden Euro vererbt oder verschenkt werden beziehungsweise
zwischen 2015 und 2024 rund 3,1 Billionen Euro insgesamt."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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