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Exklusive Umfrage: Deutsche befürworten Kürzungen von Hartz-IV-Leistungen

Sanktionen bei Pflichtverletzung  

Deutsche befürworten Leistungskürzungen von Hartz-IV-Empfängern

19.01.2019, 06:19 Uhr | sm, t-online.de

Hartz IV: Deutschlands größte Sozialreform (Screenshot:
Hartz IV: Deutschlands größte Sozialreform

Deutschlands größte Sozialreform: Hartz IV wird wohl auf absehbare Zeit als Grundsicherung bleiben. (Quelle: t-online.de)

Hartz IV: Das müssen Sie rund um die Grundsicherung in Deutschland wissen. (Quelle: t-online.de)


Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de.

Knapp eine Million Sanktionen verhängen die Jobcenter im Jahr – in gut drei Viertel der Fälle wegen nicht eingehaltener Termine. Pflichtverletzungen, die über einen verpassten Termin hinausgehen, ziehen häufig Leistungskürzungen für Hartz-IV-Empfänger nach sich. Ob dadurch das vom Grundgesetz garantierte Recht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum verletzt wird, muss das Bundesverfassungsgericht klären.

Während mit einem Urteil der Verfassungsrichter erst in einigen Monaten zu rechnen ist, spricht sich mit 55,6 Prozent in einer repräsentativen Umfrage von t-online.de und Civey eine Mehrheit der Deutschen für Leistungskürzungen als Sanktionsmaßnahme für Hartz-IV-Empfänger aus. Etwas mehr als ein Drittel der Bundesbürger erachtet dies dagegen als nicht sinnvoll (36,8 Prozent).

Anhänger dreier Parteien mehrheitlich für Hartz-IV-Sanktionen

Mit 79 Prozent befürworten vor allem Anhänger der FDP das Kürzen von Hartz-IV-Leistungen bei Pflichtverletzungen, gefolgt von denen der Union mit 75,4 Prozent und der AFD mit 71,4 Prozent.

Dem entgegen sprechen sich 74,5 Prozent der Linken gegen diese Form der Sanktionierung aus. Mit deutlichem Abstand erachten 48,7 Prozent Anhänger der Grünen und 47,7 Prozent der SPD dies als nicht sinnvoll.

Unterschiede beim Alter, nicht beim Geschlecht

Allen voran die älteren Deutschen befürworten Leistungskürzungen für Hartz-IV-Empfänger. 62 Prozent der Deutschen über 65 Jahre halten diese als Sanktionsmaßnahme für sinnvoll. Lediglich die 40- bis 49-Jährigen sind in ihrer Meinung gespalten: Während rund 47 Prozent Leistungskürzungen als sinnvolle Sanktionsmaßnahme für Hartz-IV-Empfänger betrachten, tun dies eben falls rund 47 Prozent nicht.

Nur unwesentlich unterscheiden sich dabei die Meinungen von Männern und Frauen: Rund 56 Prozent der Männer und rund 55 Prozent der Frauen bewerten Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger als sinnvoll, jeweils rund 37 Prozent nicht.

Methodik:

In die Umfrage flossen die Antworten von 6.546 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählte Menschen ein, die zwischen dem 15. bis 17. Januar 2019 online gefragt wurden: "Für wie sinnvoll halten Sie im Allgemeinen Leistungskürzungen für Hartz-IV-Empfänger als Sanktionsmaßnahmen?" Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent; für Teilgruppen kann er davon abweichen.

Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet nicht nur mit t-online.de, sondern einer ganzen Reihe anderer großer Medien zusammen. Es geht dabei anders vor als klassische Umfrageinstitute. Die meisten Umfrageinstitute wählen die Menschen, die sie befragen, zufällig aus der Gesamtbevölkerung aus. Meist um die 1.000 Menschen. Eine solche Zufallsstichprobe erlaubt es, die zufällige Abweichung der Antworten herauszurechnen und so repräsentative Ergebnisse für die Gesamtbevölkerung zu schätzen. Weil aber nur ein kleiner Teil der Menschen auch antwortet, müssen die Antworten hinterher gewichtet werden.

Civey dagegen lässt online alle Menschen abstimmen, die wollen. Aus den vielen Tausend Antworten zieht ein Computer erst hinterher eine Stichprobe von rund 5.000 Befragten, die dann nach Alter, Geschlecht, Bevölkerungsdichte und Parteipräferenz der Gesamtbevölkerung entsprechen. Damit die Antworten nicht verzerrt sind, achtet Civey nach eigenen Angaben darauf, dass zum Beispiel nicht nur t-online.de-Leser in die Stichprobe kommen, sondern Leser sehr vieler verschiedener Seiten. Schließlich werden die Angaben anhand anderer Informationen, die Civey über die Befragten gesammelt hat, gewichtet. So soll ein repräsentatives Bild der Bevölkerung entstehen. Dafür muss Civey die Ergebnisse stärker gewichten als andere Institute.

An dieser Methode gibt es Kritik. Statistiker halten es aber für möglich, auf diese Art zu zutreffenden Aussagen über Meinungen in der Gesamtbevölkerung zu kommen. Wie genau im Detail gewichtet wird, hält Civey auch gegenüber Auftraggebern wie t-online.de ebenso geheim, wie es andere Umfrageinstitute tun.

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