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Gericht: Basiskonto der Deutschen Bank ist zu teuer

Gerichtsurteil  

Basiskonto der Deutschen Bank ist zu teuer

27.02.2019, 15:15 Uhr | dpa

Gericht: Basiskonto der Deutschen Bank ist zu teuer. Filiale der Deutschen Bank: Laut Gerichtsurteil müssen Kontogebühren das durchschnittliche Nutzerverhalten aller Kontoinhaber widerspiegeln. (Quelle: Getty Images/franz12)

Filiale der Deutschen Bank: Laut Gerichtsurteil müssen Kontogebühren das durchschnittliche Nutzerverhalten aller Kontoinhaber widerspiegeln. (Quelle: franz12/Getty Images)

Einen monatlichen Grundbetrag und zusätzliche Gebühren: Das verlangt die Deutsche Bank eine bestimmte Kontenart. Das ist ist zu teuer, befand nun ein Gericht. 

Bei der Deutschen Bank ist nach Ansicht eines Gerichts das sogenannte Basiskonto zu teuer. Für besonders schutzbedürftige Verbraucher seien ein monatlicher Grundpreis von 8,99 Euro und 1,50 Euro für jede beleghafte Überweisung "unangemessen hoch und damit unwirksam", befand das Oberlandesgericht Frankfurt in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil.

Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), die auch andere Institute wegen zu hoher Preise abgemahnt beziehungsweise verklagt hat.

Deutsche Bank berechnet rechtswidrig Kosten

Eine angemessene Preisgrenze nannten die Richter aber nicht. Banken seien nicht verpflichtet, das Basiskonto als günstigstes Modell für Girokonten anzubieten, erläuterten sie. Das Entgelt für das Basiskonto müsse aber das durchschnittliche Nutzerverhalten aller Kontoinhaber widerspiegeln, was im vorliegenden Fall nicht nachgewiesen sei. Auch habe die Deutsche Bank bei dieser Kontenart rechtswidrig Kostenelemente berechnet, die aus gesetzlichen Vorgaben resultierten und daher nicht an Kunden weitergegeben werden dürften.

Basiskonten werden auf Guthabenbasis geführt und sollen auch wirtschaftlich schwachen Menschen den Zugang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglichen. Auch die Finanzaufsicht prüft die Konditionen der Geldhäuser, die keine "Abwehrpreise" verlangen dürfen.

Oberlandesgericht lässt Revision zu

Der 19. Senat des OLG ließ Revision beim Bundesgerichtshof zu, weil die Sache grundsätzliche Bedeutung habe. "Wir hoffen auf eine höchstrichterliche Entscheidung, weil es eine große Verunsicherung unter den Betroffenen gibt", sagt eine Sprecherin der VZBV.

Die Deutsche Bank will über ihr weiteres Vorgehen nach Prüfung der Urteilsgründe entscheiden, wie ein Sprecher erklärt. Zur Zahl der Basiskonten beim größten deutschen Kreditinstitut und der ebenfalls beklagten Tochter Postbank äußert er sich nicht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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