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Finanztipp: Vermögen steigern mit 100 Euro im Monat

Finanztipp  

100 Euro im Monat: So steigern Sie Ihr Vermögen

22.08.2019, 11:16 Uhr | dpa

Finanztipp: Vermögen steigern mit 100 Euro im Monat. Geld sparen: Wer jahrelang regelmäßig 100 Euro zurücklegt, kann später beachtliche Summen zur Verfügung haben. (Quelle: Getty Images/Christopher-Oliver)

Geld sparen: Wer jahrelang regelmäßig 100 Euro zurücklegt, kann später beachtliche Summen zur Verfügung haben. (Quelle: Christopher-Oliver/Getty Images)

Gründe zum Sparen gibt es genug. Doch lohnt es sich, jeden Monat nur kleine Beträge zurückzulegen? Auf jeden Fall, sagen Experten. Schwieriger ist hingegen eine andere Entscheidung.

Man kann nie früh genug mit dem Sparen anfangen. Diesen Satz hat wohl jeder schon zu hören bekommen – und er hat einen wahren Kern. Denn Zeit und Ausdauer sind bei der Anlage wichtige Faktoren, um am Ende möglichst viel Geld anzuhäufen.

Das gilt auch, wenn man im Monat nur einen eher kleinen Betrag zurücklegen kann, beispielsweise 100 Euro. "Auch damit lässt sich, gerade wenn man auf Dauer spart, eine Menge erreichen", sagt Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen. Gerade bei der Altersvorsorge spare man über Jahrzehnte, so der Finanzexperte. "Je früher Verbraucher damit anfangen, umso besser."

Denn dann kommt der Zinseszinseffekt länger zum Tragen. Gemeinsam mit dem angelegten Kapital werden die jährlichen Zinserträge verzinst.

Ein Beispiel: Wer über 30 Jahre hinweg 100 Euro im Monat zurücklegt, hat bei einer jährlichen Rendite von drei Prozent ein Endkapital von gut 58.000 Euro. Er hat insgesamt 36.000 Euro eingezahlt und gut 22.000 Euro Zinsen eingefahren. Zahlt man den monatlichen Betrag fünf Jahre länger zu dieser Verzinsung ein, liegt das Endkapital schon bei gut 73.700 Euro.

Anleger sollten Inflation nicht unterschätzen

Die Rendite der Anlage ist ein weiterer wichtiger Faktor für Verbraucher. Sie sollte die Inflationsrate ausgleichen und im Idealfall sogar deutlich über ihr liegen. Diese Sicht vertritt Saidi Sulilatu vom Verbraucherportal "Finanztip.de". In einem Onlinevideo rund um Inflation und den Zinseszinseffekt sagt er: "Die schleichende Inflation ist deshalb so gefährlich, weil wir sie in unserem Alltag nicht berücksichtigen und in der Regel auch nicht bei unserem Anlageverhalten."

Doch bei Modellrechnungen sollte man die Inflationsrate einkalkulieren, wie Sulilatu an einem Beispiel erläutert: Er nimmt dafür eine durchschnittliche Inflation von zwei Prozent pro Jahr an. Wer 200 Euro pro Monat bei 0,5 Prozent jährlichem Zins über einen Zeitraum von 35 Jahren anlege, habe bei 84.000 Euro eingezahltem Vermögen ein Endkapital von 222.000 Euro. Ziehe man zwei Prozent jährliche Inflation ab, blieben real 147.000 Euro – ein Verlust von 73.000 Euro.

An der Börse lockt die Rendite

Aber wo gibt es noch fünf Prozent Rendite? Die finden Sie eventuell an der Börse, etwa bei Aktien und börsengehandelten Indexfonds (ETF). Nach Sulilatus Einschätzung ist das in heutigen Niedrigzinszeiten eine der wenigen Möglichkeiten, um eine Rendite zu erzielen, die deutlich über der Inflationsrate liegt.

Doch die Anlage sollte nicht zuerst mit Blick auf attraktive Renditen ausgewählt werden, rät Prof. Ingrid Größl. "Man muss sich am Anfang fragen, wofür man sparen will", sagt die Forschungsdirektorin für Volkswirtschaftslehre beim Institut für Finanzdienstleistungen in Hamburg.

Wer etwa einen Sicherheitspuffer anspart, muss jederzeit vorbereitet sein, Zahlungen zu leisten. Das bedeutet, dass bestimmte Anlageformen nicht in Frage kommen – Aktien zum Beispiel. "Deren Kurs kann sich jeden Tag ändern. So kann es passieren, dass man zur Unzeit verkaufen muss, wenn man plötzlich Geld benötigt." Statt schöner Rendite steht hier schlimmstenfalls Verlust. In dem Fall landen die monatlichen Sparbeträge deshalb besser auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto.

Wer kann, sollte den Betrag aufstocken

Für langfristige Geldanlagen rät Mai zu breit gestreuten ETFs. "Gerade als Sparplan sind sie eine der günstigsten Varianten und können das Risiko durch breite Streuung minimieren." Und wer nicht sicher weiß, ob er doch mal an einen Teil des Angesparten muss, legt einen Teil des monatlichen Sparbetrages auf ein Tagesgeldkonto.

Immer gilt aber: Ein ganz wesentlicher Faktor neben Zeitraum, Gebühren oder Verzinsung sind natürlich die Anlagebeträge. 100 Euro im Monat sind ein Anfang. Wächst der finanzielle Spielraum, empfiehlt es sich, den Betrag aufzustocken.

Ein letztes Beispiel verdeutlicht den Effekt: Wer bei einer jährlichen Rendite von fünf Prozent 30 Jahre lang jeden Monat 100 Euro anlegt, hat am Ende knapp 81.900 Euro angehäuft. Bei 200 Euro wäre es das Doppelte: gut 163.800 Euro.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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