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Falschgeld: Geldfälschungen werden immer professioneller

Hintergrund  

Falschgeld immer professioneller

16.10.0007, 20:28 Uhr | dpa / T-Online, t-online.de

Falschgeld wird immer professioneller. Kopierer und Scanner machen es Kriminellen heutzutage leicht, hochwertige Fälschungen herzustellen. Leichtsinnige Kassierer und ahnungslose Verbraucher erleichtern zudem das Geschäft der Fälscher.

Bei der Bundesbank prüfen 40 Experten Fälschungen
Auf den ersten Blick könnte der 200-Euro- Schein als echt durchgehen: Die gelbe Farbe und das hochwertige Papier sehen dem Original täuschend ähnlich. Doch die Tücke liegt im Detail: Als Hologramm haben die Betrüger eine Silberfolie mit der Aufschrift "Video Verleih" ausgeschnitten und auf den Schein geklebt. Die Fälscher benutzten zudem Briefpapier mit einem Engel als Wasserzeichen, der im Gegenlicht durchschimmert. Nicht immer ist eine Blüte so leicht zu erkennen - denn die Fälschungen werden immer professioneller. Bei der Deutschen Bundesbank sind 40 Mitarbeiter im Nationalen Analysezentrum in Mainz neuen Techniken und Trends der Geldfälscher auf der Spur.

Schwierige Handarbeit
Kopierer und Scanner machen es Kriminellen heutzutage leicht, farbige Scheine herzustellen. Bildbearbeitungsprogramm und Drucker mit exzellenter Auflösung erlauben qualitativ hochwertige Fälschungen. Doch bei der Handarbeit wird es schwierig: Silberstreifen und Hologramme müssen eigens aufgebügelt oder aufgeklebt werden. Für die je nach Betrachtungswinkel wechselnde Farbe der Zahl benötigt man Spezialfarbe. "Es gibt keine perfekte Fälschung", sagt der Leiter des Analysezentrums, Rainer Elm. "Jeder Fälscher macht einen Fehler, der auch für Laien erkennbar ist."

"Viele Händler sind im Umgang mit Banknoten unbedarft"
Die Kombination von Silberband, den im Papier eingearbeiteten UV- Farbfusseln, Hologramm und farblich wechselnden Zahlen hat laut Bundesbank noch kein Krimineller komplett geschafft. Die "Falschgeld-Detektive" in Mainz analysieren Blüten, arbeiten mit der Polizei zusammen und schulen Geschäftsleute und Kassiererinnen. "Viele Händler sind im Umgang mit Banknoten unbedarft", sagt Fachmann Roland Müller. "Die vertrauen einfach darauf, dass sie nur echte Noten in die Hände kriegen."

Verbraucher fallen auf die einfachsten Blüten herein
Manche Verbraucher fallen selbst auf die einfachsten Blüten herein. So fand ein falscher 5-Euro-Schein einen Abnehmer, der auf der Rückseite nur aus weißem Papier bestand. Eine 300-Euro Fantasienote mit nackten Damen wurde in einer Bäckerei akzeptiert. Sogar mit Buntstiften selbstgemalte Scheine gerieten in den Umlauf. Besonders pfiffig war ein Krimineller, der eine rosa 100-Gulden-Note aus Surinam mit dem Wort Euro bedruckte - bunte Blumen und ein Kolibri geben dem Schein ein exotisches Aussehen. Den Beamten fielen auch gut gemachte 500-Euro-Scheine in die Hände, die in kleinen Buchstaben die - auch noch falsch geschriebene - Aufschrift "Pizeria Roma" tragen. Aus einem Geldwechselgeschäft mit Schwarzgeld stammen Scheine mit einem angeblichen Echtheits-Stempel der Europäischen Zentralbank: "ECB - Confidential Security".

Mehr zum Thema:
Training mit der Polizei - Euro-Blüten erkennen

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